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"Ich hab’ nen Bus und meine Busmama heißt Layla…."

Meine Woche: Auf Schützenfesten werden natürlich nicht nur viele Worte gewechselt, manchmal treten ja auch Wortfindungsschwierigkeiten auf, wenn man Feste zu feste feiert.

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"Bist du dubios auf dem Fest?", las ich am Montagabend auf meinem Handy, als sich eine liebe Freundin nach meinem Verbleib erkundigen wollte. Auf Schützenfesten werden natürlich nicht nur viele Worte gewechselt, manchmal treten ja auch Wortfindungsschwierigkeiten auf, wenn man Feste zu feste feiert, dachte ich noch, als Nachricht 2 ohne Verschlimmbesserungen der vermeintlich fehlerfreien Autokorrektur-Helfer aufleuchtete: "Bist du noch auf dem Fest?" sollte es demnach heißen, bevor die Verfasserin live und in Farbe um die Ecke kam und wir die Unterhaltung dann quasi "face to face" am Bierwagen weiterführten.

Lautstark gesungen wurde auch: "Layla", der Partyhit des Sommers, wenn nicht des Jahres, sollte somit auch während Friesoythes fünfter Jahreszeit nicht fehlen und die Ballermann-Hymne tönte mehrfach an den Theken und von der Band auf der Bühne in der Originalversion.

"Fehlt im Zuge der sprachlichen Irrungen, Wirrungen und Kuriositäten noch die Schwiegermutter, die als Übersetzungsfehler im ukrainischen Suppentopf landete."Claudia Wimberg

Aus Neuscharrel wurde dazu jetzt eine jugendfreie Fassung überliefert. Dort traute eine Mutter zunächst entsetzt ihren Ohren nicht, als ihre Jüngste den Chartstürmer beim Gang ins Kinderzimmer fröhlich anstimmte. Bei genauerem Hinhören rückten sich dann aber doch schnell wieder ihre moralischen Welt- und Wertevorstellungen für eine Grundschülerin zurecht. Denn die Kleine trällerte ebenso arg- wie ahnungslos "Ich hab’ nen Bus und meine Busmama heißt Layla...".   Ok, damit fährt sie gar nicht so schlecht, zeigte sich Mama erleichtert, schwor danach vor allem den großen Bruder ein, die so gerne getätigte Aufklärungsarbeit ruhen zu lassen, damit das Freudenhaus auch in nächster Zukunft nicht zum sprachlichen Repertoire der Schwester gehört. Noch nicht - La la la Layla...

Fehlt im Zuge der sprachlichen Irrungen, Wirrungen und Kuriositäten noch die Schwiegermutter, die als Übersetzungsfehler im ukrainischen Suppentopf landete. So lernten es zumindest die Schwestern aus Osteuropa, als sie ihrer Gastfamilie "Borschtsch", das Nationalgericht ihres Landes, zubereiteten. "Welche Zutaten sind denn da so drin?",  interessierten sich ihre Gäste für die Zusammensetzung des herzhaften Eintopfes. Die App listete Zwiebeln, Karotten, Rote Bete, Kartoffeln und schließlich als offenbar besonderen Leckerbissen die "Schwiegermutter" auf. Geschmeckt haben soll es dennoch vorzüglich und gelacht wurde an diesem Abend jede Menge.

Nicht zuletzt deshalb, weil sich die junge Ukrainerin an die Formalitäten erinnerte, die mit ihrem Aufenthalt in Deutschland verbunden und zu erledigen waren. Viele Felder waren auszufüllen. Nach der Konfession wurde auf einem der Bögen auch gefragt. Orthodox oder katholisch hätte als Angabe bekanntermaßen vollkommen ausgereicht. Laut Übersetzungshilfe war allerdings "das letzte Gebet an Jesus" erforderlich. Ach du lieber Himmel...


Zur Person:

  • Claudia Wimberg ist Redakteurin in der Außenstelle Friesoythe.
  • Sie erreichen die Kolumnistin per E-Mail an redaktion@om-medien.de.

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