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Hurricane, ich komme!

Kolumne: Das Leben als Ernstfall – Die Vorfreude steigt, mit den angekündigten Lockerungen dürfte auch die Festival-Saison im Sommer stattfinden.

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Mit den Lockerungen steigt auch die Vorfreude auf das Hurricane-Festival im Sommer. Nach 2 Jahren Pause ist die Hoffnung auf den Ausflug mit der Männerrunde groß, seit 2011 ist er zur regelmäßig schönen Tradition geworden.

Wenn ich mich allerdings an die ersten beiden Jahre erinnere, dürfte sich mein Rücken immer noch bedanken. Vier Übernachtungen im Stuhl, damals kein Problem: „Ein Zelt brauchen wir nicht.“ Diese Aussage stimmt auch heute noch. Aber nur, weil wir jetzt im gemütlichen Camper mit Bett schlafen. Damals wurde das Dosenbier im Erdloch gekühlt, wir hatten früher ja nichts. In diesem Jahr stehen erstmals zwei elektrische Kühlboxen auf der Packliste. Wir wollen ja nicht zu kleinlich werden, aber das kühle Blonde sollte die Kehle schon bei einer Temperatur zwischen 7 und 7,3 Grad Celsius benetzen.

Der Festivalbesuch ist wirklich eine Auszeit vom Alltag: Der Handyempfang ist so schlecht, dass man quasi unerreichbar ist, und statt der kalten Milch zum Frühstück hört man die Dosen zischen. Entweder die 0,5-Liter-, um wieder in Schwung zu kommen und die heiseren Stimmbänder vom Vorabend zu kühlen. Oder die 800-Gramm-Mockturtle, die brüderlich untereinander aufgeteilt werden, nachdem sie auf dem Gaskocher gut durchgezogen sind. Ein Festmahl, mit einem Blatt Petersilie obendrauf, sieht jedes Gericht appetitlich aus.

"Ein Festmahl, mit einem Blatt Petersilie obendrauf, sieht jedes Gericht appetitlich aus."Oliver Hermes

Während man zu Hause langsam und erholt aus dem Bett steigen und einem das warme Wasser aus dem Duschkopf auf den Körper rieseln würde, ist unterm Pavillon auf dem Camping-Gelände Katzenwäsche angesagt. Vollgesogen mit Mineralwasser ist der gute alte Waschlappen das Höchste der Gefühle. Seife wird überbewertet, es ist halt Festival. Im Laufe des Vormittags unterscheiden sich die Abläufe zwischen Alltag und Hurricane weiter eklatant. Im Büro wird die Kaffeemaschine des Öfteren gestartet, die Käse-Schinken-Stange vom Bäcker nebenan gilt unter Kollegen als perfekte Begleitung dazu. Eine ebenso perfekte Symbiose herrscht auch beim Hurricane, hier sind es allerdings Ravioli und Dosenbier, die im Einklang auf die anstehenden Konzerte des Tages vorbereiten.

Weil der Juni anscheinend der regenreichste Monat in Scheeßel ist, führt der Weg zu den Bühnen schließlich durch eine Menge Schlamm. Vor einigen Jahren gab es so einen Wolkenbruch, dass Luftmatratzen zu Ein-Mann-Paddelbooten umfunktioniert wurden, Captain Jack Sparrow wäre stolz gewesen. Auch die Zelte waren nur noch an den Spitzen, die aus den Fluten ragten, zu erahnen.

Schließlich spielen mittags die ersten Bands, bis in die Nacht wird bei Livemusik gefeiert. Zwischen den vier Bühnen findet jeder seinen musikalischen Geschmack. Mit einer Pizza, einem Burger oder Pommes gehen die Tage jeweils zu Ende, bis am nächsten Morgen die Dosen wieder zischen. Herrlich, ich freue mich jetzt schon darauf…


Zur Person:

OM-hilft -  Helfen Sie mit! Das Oldenburger Münsterland hilft den Geflüchteten aus der Ukraine. Hilfsinitiativen, Wohlfahrtsorganisationen und viele mittelständische Unternehmen sind bereits dabei, die Hilfe vor Ort zu koordinieren. Und auch Sie können sich beteiligen. Wie und Wo? Das sagt Ihnen  die Webseite om- hilft.org

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