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Hunde beim Caritas-Verein: "Wenn Frieda da ist, fühlt man sich besser"

Frieda, Anton und Kaila gehören zu festen Freunden in den Cloppenburger Werkstätten sowie in den Sophie-Scholl-Schulen in Altenoythe und Lastrup. Die 4-beiner wecken Vertrauen und bauen Ängste ab.

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Gesprächskreis: Irene Block, Beauftragte für Seelsorge, mit Hündin Frieda und den Teilnehmern des Gesprächskreises. Foto: Claudia Wimberg

Gesprächskreis: Irene Block, Beauftragte für Seelsorge, mit Hündin Frieda und den Teilnehmern des Gesprächskreises. Foto: Claudia Wimberg

Frieda freut sich. Der Quietschball ist klasse, der Kauknochen sowieso. Anastasia, die die Geschenke im Namen ihrer Kolleginnen und Kollegen besorgt hat, krault dem Labrador-Setter liebevoll durchs Fell und lacht. „Frieda gibt so viel Kraft und lässt Sorgen und Ängste vergessen“, sagt sie. Jutta nickt. „Toll, dass es sie gibt.“

Es ist das 1. Treffen nach der Sommerpause. Die Teilnehmer des Gesprächskreises der Cloppenburger Caritas-Werkstätten sitzen im Innenhof und sprechen über Freud und Leid, über Gott und die Welt.

Frieda wandert vom einen zum anderen, apportiert verspielt den Ball oder genießt entspannt die Streicheleinheiten. „Wenn sie da ist, fühlt man sich besser“, gesteht auch Andreas und lobt die gute Erziehung der 1-jährigen Hündin, „die nicht bellt oder beißt.“

Geschenke nach der Sommerpause: Anastasia wollte im Namen ihrer Kolleginnen und Kollegen Frieda eine Freude bereiten. Foto: Claudia WimbergGeschenke nach der Sommerpause: Anastasia wollte im Namen ihrer Kolleginnen und Kollegen Frieda eine Freude bereiten. Foto: Claudia Wimberg

Irene Block, Beauftragte für Seelsorge und Koordinatorin für Kunst und Kultur, weiß um die positive Ausstrahlung des 4-beiners, der sie seit 10 Monaten begleitet und am „besten Arbeitsplatz der Welt“ ein mehr als gern gesehener Gast ist. Der Mischling ist zwar kein ausgebildeter Therapiehund, aber trotzdem Türöffner. „Sie baut Ängste ab und weckt Vertrauen“, betont die Friesoytherin.

Konzentrationsfähigkeit werde durch Kailas "loyale und treue Art" deutlich gesteigert

Stattlich, ausgeglichen und charmant steht Kaila an der Sophie-Scholl-Schule in Altenoythe für Förderung und Integration. An 4 Tagen pro Woche begleitet die 8-jährige Berner Sennenhündin eine Abschlussstufenklasse, wie Erzieherin Heidi Martens berichtet. "Die Konzentrationsfähigkeit wird durch Kailas loyale und treue Art bei manchen Schülern deutlich gesteigert", erklärt die Besitzerin. Gleiches gelte für das Einfühlungsvermögen sowie das Lern- und Arbeitsverhalten.

Das unterstreicht auch Kollegin Margitta Kröger, die mit Labrador Anton an der Lastruper Sophie-Scholl-Schule zum Teil „erstaunliche Veränderungen“ erlebt. So gingen Schüler wieder gerne zur Schule, Außenseiter würden aus ihrer Isolation geholt und hyperaktive Kinder spürbar ruhiger. Ob guter oder schlechter Schüler, Störenfried oder Einzelgänger: „Der Hund nimmt jeden unvoreingenommen an.“

Was den Umgang mit den Tieren insgesamt angeht, ist Rücksichtnahme gefordert, und es gelten klare Regeln, um ihnen gerecht zu werden und sie nicht zu überfordern. Die Lautstärke ist beispielsweise deutlich reduzierter, sie werden nicht geärgert, und es wird darauf geachtet, dass die Hunde keine Dinge fressen, die ihnen nicht gut tun.

Mit einem Lächeln: Labrador Anton kuschelt in Lastrup mit seiner kleinen Freundin, die seine Nähe sucht. Foto: Caritas-VereinMit einem Lächeln: Labrador Anton kuschelt in Lastrup mit seiner kleinen Freundin, die seine Nähe sucht. Foto: Caritas-Verein

„Es ist schön zu sehen, wie Anton besonders auch die Schülerinnen und Schüler mit schweren Beeinträchtigungen erreicht“, freut sich Margitta Kröger. Sie suchten mit ihren Möglichkeiten Kontakt, „und oft huscht ein Lächeln über ihr Gesicht, wenn sie sein Fell streicheln.“

Wie im Flug hat auch Frieda die Herzen ihrer Freunde des Cloppenburger Gesprächskreises erobert. Die 45 Minuten sind an diesem Vormittag um, die Teilnehmer gehen wieder zurück in ihre Gruppen und an ihre Arbeitsplätze. Für den Labrador-Setter und Irene Block steht nun noch ein Trauergespräch an. Die Mutter einer Beschäftigten ist gestorben. Gemeinsam wollen die 3 wieder einen Spaziergang machen, bei dem die Tochter Trost, Kraft und schon ein bisschen den Mut findet, über den Verlust zu sprechen, während ihr Frieda fest zur Seite steht.

Wie schwer es ist, einen geliebten Menschen zu verlieren, musste auch Jutta erfahren. „Das ist sehr traurig“, sagt sie nachdenklich und wünscht ein gutes Gespräch. Als sie dann jedoch in die treuen Augen des 4-beiners blickt, strahlt sie zum Abschied schnell wieder. „Du bist wirklich ein großes Glück. Danke Frieda.“

Treu: Kaila ist aus der Sophie-Scholl-Schule in Altenoythe nicht wegzudenken. Foto: Caritas-VereinTreu: Kaila ist aus der Sophie-Scholl-Schule in Altenoythe nicht wegzudenken. Foto: Caritas-Verein

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