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Humorvoll und menschlich: Dr. Aby tritt Dienst in St. Marien an

Der 45-jährige "Priester der Weltkirche" wurde am Sonntag in Wildeshausen verabschiedet und ist ab jetzt erneut im Dekanat Friesoythe tätig. Zwischen 2015 und 2019 war er bereits in Garrel.

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Ab sofort in Friesoythe: Der aus Indien stammende Geistliche Dr. Aby Thomas Puthukulangara. Foto: Aby/Montage Hermes

Ab sofort in Friesoythe: Der aus Indien stammende Geistliche Dr. Aby Thomas Puthukulangara. Foto: Aby/Montage Hermes

Seinen Humor und seine menschliche Wärme werden die Gläubigen in Wildeshausen vermissen. Die Friesoyther St.-Marien Gemeinde darf sich darauf freuen und er freut sich auf sie. Am Sonntag verabschiedete sich Pfarrer Aby Thomas Puthukulangara aus dem Landkreis Oldenburg, um erneut im Landkreis Cloppenburg sesshaft zu werden. Zwischen 2015 und 2019 war er bereits in Garrel tätig, „daher kenne ich das Dekanat, die Stadt und viele pastorale Mitarbeiter“, sagt der 45-Jährige, der als jüngster von sieben Kindern im indischen Bundesstaat Kerala geboren und 2002 zum Priester geweiht wurde.

Vor acht Jahren kam er nach Deutschland, um weiter Theologie zu studieren und zu promovieren. „Ich gehe dahin, wo ich gebraucht werde“, sagt Aby Puthukulangara, der als Seelsorger vielen Menschen in ihren verschiedenen Lebenssituationen helfen möchte und besonderen Wert auf Hausbesuche legt.

Seelsorge, so Dr. Aby, dürfe nicht heißen, seine eigenen Ideen und subjektiven Überzeugungen „den Leuten aufzudrücken. Vielmehr müssen wir in allen Lebenssituationen zu den Menschen kommen, sie empathisch im Blick haben und sich für sie interessieren“, lautet die Philosophie.

Besonderes Interesse für die deutsche Geschichte entwickelt

Sein Beitrag dazu möge gering sein, denn ihm sei bewusst, dass es ihm als „Priester der Weltkirche“ noch am kulturellen Hintergrund und sprachlicher Perfektion fehle. „Aber als Gemeinde sollten wir gemeinsam versuchen, Menschen für die Kirche zu begeistern“, sagt der intellektuelle Geistliche, der in der Corona-Zeit wissenschaftlich tätig war und das Buch „Ecclesia in Epheser“ verfasste, sich grundsätzlich stetig weiterbildet und ein besonderes Interesse für die deutsche Geschichte entwickelt hat.

Mit Blick auf die Zukunft der Kirche habe Papst Franziskus deutliche Schwerpunkte gesetzt für die Armen und die Ausgegrenzten. Er zeige sich offen für die brennenden Fragen der heutigen Zeit. Der Papst zeige sich nach Ansicht von Pfarrer Aby auch offen für den Reformprozess der deutschen Kirche. „Ich glaube, dass es zu Veränderungen kommen wird – aber es dauert. Und wir dürfen nicht vergessen, dass wir Teil einer Weltkirche sind. Ich denke, dass die Kirche hier auch profitieren wird, wenn sie bereit ist, von der Weltkirche zu lernen.“

Unvergessen ist die persönliche Begegnung mit dem Pontifex 2017, als Dr. Aby mit seiner Promotionsgruppe in Rom war. „Ich durfte mich ihm vorstellen und seinen Segen empfangen. „Ein doppelt gelebter Moment.“

Wohnung "am sichersten Ort der Stadt" gefunden

Norddeutschland und die Nordseeküste habe er inzwischen lieben gelernt. „Ich esse gerne Fisch und Schwimmen habe ich in Deutschland gelernt“, verrät der Pfarrer, der intensiven Kontakt zu seinen Geschwistern und „auch mal mit meinem Heimaterzbischof und Priesterkollegen“ hält. Seine Mutter ist im Oktober nach langer Krankheit gestorben, „und es war mir vergönnt, so kurzfristig nach Indien zu fliegen, um mit meiner Familie Abschied zu nehmen.“

Lediglich mit Kleidung und Büchern hat er seinen Umzug nach Friesoythe angetreten und eine möblierte Wohnung. Gleich neben der Polizei und somit „wohl am sichersten Ort der Stadt.“

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