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Hospizhelfer investieren Zeit, die dem Herzen und der Seele gut tut

Der ambulante Hospizdienst Dinklage und der Hospizverein Damme starten ein neues Vorbereitungsseminar. Warum ist dieses Ehrenamt so erfüllend und bereichernd?

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Wirbt für den Hospizhelfer-Kurs: Andrea Mäkel, Vorstand der St.-Anna-Stiftung Dinklage. Foto: Böckmann

Wirbt für den Hospizhelfer-Kurs: Andrea Mäkel, Vorstand der St.-Anna-Stiftung Dinklage. Foto: Böckmann

Maria Heseding bezeichnet sich selbst "als sehr gläubig". In ihrem Ehrenamt als Hospizhelferinnen für die St.-Anna-Stiftung Dinklage hat sie da bisweilen auch Kontakt zu Menschen, die mit der Kirche und Gott eher weniger anfangen können. Oder manchmal auch absolut gar nichts. Sie erinnert sich noch gut an die ersten Gespräche mit einem Sterbenden, "wo ich dachte: Mit dem werde ich nicht warm werden". Zu unterschiedlich waren die Ansichten zur Kirche. Doch im Laufe der Zeit wurde Maria Heseding mit dem Sterbenden dann doch noch warm. "Wir haben wunderbare Gespräche geführt", sagt sie – und betont: Durch ihre Arbeit als Hopizhelferin habe sie einige Menschen später so gut kennengelernt, wie sie es anfangs gar nicht erwartet hätte.

Maria Heseding ist seit 6 Jahren Hospizhelferin. Zunächst im stationären Bereich, jetzt im ambulanten Dienst im Altenwohnhaus und den Senioren-Hausgemeinschaften der St.-Anna-Stiftung. Die Dinklagerin findet ihre Aufgabe "unheimlich bereichernd", erfüllend, prägend für ihr Leben. Maria Heseding sagt: "Man gibt viel, man investiert Zeit und Kraft. Aber man erhält auch unglaublich viel zurück." Nämlich viel Dank, wertvolle Erfahrungen, prägende Gespräche.

Maria Heseding ist eine von rund 30 Hospizhelferinnen für die St.-Anna-Stiftung. Doch Ehrenamtliche für diese Aufgabe suchen der Ambulante Hospizdienst der St.-Anna-Stiftung und der Dammer Hospizverein, die aktuell 35 Ehrenamtliche haben, immer. Deswegen bieten die beiden Einrichtungen, die seit vielen Jahren in unterschiedlichen Bereichen zusammenarbeiten, im Herbst wieder ein Vorbereitungsseminar zur ehrenamtlichen Arbeit im stationären und ambulanten Hospizdienst an. Ein Info-Abend dazu findet am 5. Mai (Donnerstag) statt.

Sie freuen sich über neue Hospizhelferinnen: (von links) Andrea Mäkel, Maria Heseding, Sigrid Stritzke, Heidi Lange und Elisabeth Bornhorst - hier im Hospizgarten in Dinklage. Foto: BöckmannSie freuen sich über neue Hospizhelferinnen: (von links) Andrea Mäkel, Maria Heseding, Sigrid Stritzke, Heidi Lange und Elisabeth Bornhorst - hier im Hospizgarten in Dinklage. Foto: Böckmann

Schwerkranke begleiten und ihnen in der letzten Lebensphase ein Gefühl der Geborgenheit geben. Pflegekräfte unterstützen und Angehörigen Freiräume geben. Oder einfach nur zuhören, über Ängste und Sorgen sprechen. Die Aufgaben von Hospizhelferinnen und Hospizhelfern sind vielfältig, erzählen Stiftungsvorstand Andrea Mäkel aus Dinklage sowie Elisabeth Bornhorst, Sigrid Stritzke und Heidi Lange vom Hospizverein Damme unisono.

Inge Hengemühle, die Koordinatorion des ambulanten Hospizdienstes der St.-Anna-Stiftung, ergänzt: "Im Kern geht es vor allem darum: Schwerkranken, Pflegekräften und Angehörigen ein wenig Zeit zu schenken." Denn die Auseinandersetzung mit der letzten Lebensphase, sei es durch Erkrankung oder Alterung, löse bei den Betroffenen respektive den Angehörigen oft Unsicherheit und Ratlosigkeit aus.

Auf diese herausfordernde Arbeit soll schließlich das Seminar vorbereiten. Die Teilnehmer sollen das Rüstzeug erhalten, wie Sterbenden die letzte Lebenszeit so angenehm wie möglich gestaltet werden kann. Inhalte des Kurses sind unter anderem Ernährung und Trauerbegleitung, Kommunikation und Therapieformen. Heidi Lange ergänzt: Kein Ehrenamtlicher werde bei seiner Arbeit alleingelassen. Es gebe unter anderem regelmäßig Supervisionen, außerdem gemeinschaftliche Veranstaltungen und gemütlichen Aktionen.

Der Kurs richtet sich übrigens nicht nur an Personen, die Hospizhelfer werden möchten. Sondern ausdrücklich auch an Menschen, die sich mit dem Thema Tod intensiver auseinandersetzen möchten. Dieses Thema, findet Andrea Mäkel, sei jetzt  glücklicherweise viel mehr als in der Vergangenheit in die Öffentlichkeit gerückt.

100 Unterrichtsstunden umfasst der Kurs. Das klinge zunächst enorm, räumt Maria Heseding ein. Doch rückblickend sei es die absolut richtige Entscheidung gewesen, das Seminar zu besuchen. "Es ist keine Zeit, die verlorengegangen ist", sagt Maria Heseding. "Sondern Zeit, die dem Herzen und der Seele gut tun."


Infos zum Vorbereitungsseminar für Hospizhelfer

  • Ein Informationsabend findet am 5. Mai (Donnerstag, 19 Uhr) im Veranstaltungsraum der Hospizdienste der St.-Anna-Stiftung Dinklage statt (Eingang über den Innenhof). Anmeldungen sind bis zum 2. Mai (Dienstag) bei den Koordinatoren in Dinklage und Damme nötig. Diese geben auch alle weiteren Informationen.
  • Koordinatorin für den ambulanten Hospizdienst Dinklage ist Inge Hengemühle, erreichbar per Telefon (01525/6729842) oder E-Mail (hospiz.amb@ewetel.net).
  • Koordinatorinnen des Hospizvereins Damme sind Heide Lange und Elisabeth Bornhorst, erreichbar per Telefon (0171/4060507) und E-Mail (info@hospizverein-damme.de).
  • Das Vorbereitungsseminar findet ab dem 21. Oktober an 100 Unterrichtsstunden statt. Die Kosten betragen 300 Euro (als Fach-Fortbildung 400 Euro).

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