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Hospizdienst veranstaltet Ausstellung zum Thema "Leben und Endlichkeit"

Der Cloppenburger Verein möchte Menschen dazu ermutigen, über den Tod und das Sterben ins Gespräch zu kommen. Das Thema gehe jeden Menschen etwas an, von Jung bis Alt.

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Wollen den Tod aus der Tabuzone holen: Gregor Möller-Reemts (links), Anne-Christine Baro, Hildegard Meyer und Karin Kellermann. Foto: Niemeyer

Wollen den Tod aus der Tabuzone holen: Gregor Möller-Reemts (links), Anne-Christine Baro, Hildegard Meyer und Karin Kellermann. Foto: Niemeyer

Auch wenn der Tod jedem Menschen früher oder später begegnet, sprechen nur wenige offen über das Sterben und allem, was damit zusammenhängt. Jüngere Menschen verlieren meist kaum einen Gedanken daran. Ältere trauen sich vielfach nicht, darüber zu reden. Der Ambulante Hospizdienst Cloppenburg möchte den Tod aus der Tabuzone holen und plant deshalb eine Ausstellung zum Thema "Leben und Endlichkeit".

Die Wanderausstellung trägt den Titel "Gemeinsam unterwegs" und soll vom 5. bis 9. November in der St.-Josef-Kirche in Cloppenburg stattfinden. Eine Eröffnungsfeier ist am 4. November (Freitag) ab 18.30 Uhr geplant. In der feierlichen Stunde soll es einen Auftritt der Kinderschola St. Andreas unter Leitung von Karsten Klinker geben.

Zwölf Bilder des Inselmalers Anselm Prester von der Insel Langeoog stellt der Hospizdienst in Zusammenarbeit mit dem Veranstalter, der Hospiz-Stiftung Niedersachsen, in der Kirche aus. Ergänzend erklingen Lieder aus Rolf Zuckowskis Album „Deine Sonne bleibt“, in dem sich der Liedermacher den Themen Trauer und Trost widmet. Zu jedem Bild hat der Liedermacher einen eigenen Text verfasst. Die Besucher finden unter den Bildern jeweils  Ausschnitte der Songtexte.

Ausstellung orientiert sich an Geschichte aus der Bibel

Hinter der Idee und dem Konzept von „Gemeinsam unterwegs“ steht die Diakonin Kerstin Slowik, die den ambulanten Hospizdienst in Hanau leitet. Sie suchte Bilder und Texte der Künstler aus und stellte sie im Kontext der Hospizarbeit zusammen.

In Cloppenburg war die Ausstellung bereits im November vergangenen Jahres geplant, jedoch hatte der Hospizdienst sie aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt. Mitarbeiter des Cloppenburger Hospizdienstes begleiten die Veranstaltung und stehen für Gespräche zur Verfügung. Bei Bedarf vermitteln sie auch den Kontakt zu weiteren Beratungs- und Hilfsangeboten in der Region, wie Mitorganisatorin und Hospizbegleiterin Anna-Maria Taphorn-Lübbers zuletzt erklärt hatte. 

Die Ausstellung orientiert sich an der biblischen Geschichte der Emmaus-Jünger (Lukas, Kapitel 24, Verse 13-35). In dieser Geschichte sind zwei Menschen nach einem schweren Schicksalsschlag miteinander unterwegs und erfahren, dass sie jemand auf ihrem Weg begleitet. Diese Begleitung hilft ihnen, schrittweise ins Leben zurückzufinden und ihren eigenen Weg dann alleine weiterzugehen.

Hospizdienst bietet auch Gruppenführungen an

„Das Wichtigste ist, dass die Menschen ins Gespräch kommen und über das Sterben reden“, sagt der Vorsitzende des Hospizdienstes, Gregor Möller-Reemts. Die Wanderausstellung soll dafür einen Rahmen bieten. Über viele Monate habe die Corona-Pandemie die Trauer- und Sterbebegleitung schwierig gemacht. Oft konnten nur Einzelgespräche über das Telefon stattfinden, wie Koordinatorin Hildegard Meyer erklärt. Dabei sei gerade das Zusammenkommen wichtig für Trauernde. Viele konnten sich außerdem nicht von ihren Angehörigen verabschieden.

Das Thema gehe alle Altersgruppen an. "Jeder sollte sich mit dem Tod auseinandersetzen", sagt Meyer. Auch Schulklassen seien zu der Ausstellung eingeladen. Auf Wunsch können Sie eine Führung durch die Ausstellung bekommen. "Kinder gehen ganz unbedarft an die Sache heran", sagt Möller-Reemts. 

"Jeder sollte sich mit dem Tod auseinandersetzen."Hildegard Meyer, Koordinatorin beim Hospizdienst

Für den Ambulanten Hospizdienst Cloppenburg arbeiten mehr als 50 aktive Ehrenamtliche. Sie begleiten nicht nur Sterbende, sondern unterstützen zum Beispiel auch Familien, deren Kinder schwerkrank sind. Auch die Trauerbegleitung gehört zum kostenlosen Angebot des Vereins. 

  • Info: Die Wanderausstellung ist vom 5. bis zum 9. November, jeweils von 9 bis 17 Uhr, in der St.-Josef-Kirche in Cloppenburg zu sehen. Wer eine Gruppenführung wünscht, muss sich vorab beim Hospizdienst unter der Nummer 0171/8991171 anmelden.

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