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Holzschnitzer Günther Peglow baut jetzt auch Krippen

Seit über 40 Jahren feilt der gelernte Fleischer aus Löningen an seiner Technik. Gesichter sind besonders aufwendig, sagt er.

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Günther Peglow feilt an einem Kruzifix. Foto: Heinzel

Günther Peglow feilt an einem Kruzifix. Foto: Heinzel

Günther Peglow arbeitet gerne mit Holz und schnitzt seit Anfang der 1980er Jahre Holzfiguren. Inzwischen baut er zudem Krippenmodelle. Das Ganze begann bei einem Urlaub im Bayrischen Wald. Damals stolperte der heute 68-Jährige über das Kursangebot eines Holzschnitzers. Peglow machte bei dem Seminar mit und konnte nach 3 Tagen seine erste, selbst geschnitzte Eule präsentieren. Der Fleischer hatte sein Hobby gefunden.

Seine Schnitzereien verkauft der gebürtige Löninger nun bereits seit vielen Jahren auch auf Weihnachtsmärkten – primär in Löningen und Schutenmühle. Aber er war auch schon in Meppen, Lutten, Lindern zu Gast. Doch das sei ihm mittlerweile zu anstrengend, sagt der 68-Jährige. „Es ist immer viel Arbeit vor und nach den Märkten“, weiß auch Hannelore Peglow. 

Auf die Idee, seine Figuren auf Weihnachtsmärkten anzubieten, brachte den Löninger der Essener Holzschnitzer Gerhard Wille. Von ihm hat Günther Peglow sich auch abgeschaut, wie sich menschliche Gesichter fertigen lassen. „Die sind ganz schwer herauszuarbeiten“, erzählt der Löninger.

Das Gesicht einer Madonnenfigur von Günther Peglow. Gerade diese Feinarbeit braucht Ruhe und Geduld. Foto: HeinzelDas Gesicht einer Madonnenfigur von Günther Peglow. Gerade diese Feinarbeit braucht Ruhe und Geduld. Foto: Heinzel

Es ist ein langwieriger Prozess, um aus einem Stück Holz nach und nach eine Figur herauszuarbeiten. Erst gröber und dann immer feiner. Günther Peglow arbeitet mit Lindenholz. „Linde ist ein weiches Holz und ist zum Schnitzen optimal geeignet.“ Ist die Figur fertig, wird sie mit einer Wachsbeize angestrichen. Anschließend sorgt Bienen- oder Möbelwachs für den Glanz.

Figuren herzustellen, „das geht nicht schnell“, sagt Günther Peglow. Er schätzt, dass er etwa 14 Tage für eine 12 Zentimeter große Figur benötigt. Schafe, Ochsen, Esel, Hirten, Madonnen, Kruzifixe, Könige, Engel, Nachtwächter und vieles mehr hat der Löninger bereits geschnitzt. Aber auch den Bilderrahmen für das Bild von der Silberhochzeit hat er selbst gemacht.

Inzwischen baut der Löninger auch Krippen. Besucher des Pfingstmarktes in Schutenmühle konnten bereits erleben, wie er an dem Modell gearbeitet hat. Ein halbes Jahr habe er gebraucht, um das Projekt zu beenden, erzählt Günther Peglow. Die Krippe stehe auf einer 1,10 Meter breiten und 80 Zentimeter tiefen Holzplatte. Das verwendete Holz stamme von einer 100 Jahre alten Eiche, welche er von seinem Nachbarn bekommen habe.

Das Fenster ist gesprungen. Dahinter steckt Absicht. Sogar die Türscharniere sind selbst gebastelt. Foto: HeinzelDas Fenster ist gesprungen. Dahinter steckt Absicht. Sogar die Türscharniere sind selbst gebastelt. Foto: Heinzel

Die Wände des Gebäudes sind aus einer Holzdämmplatte, welche wiederum mit einem Brei aus Leimwasser, Kreide und Sägemehl verputzt wurde. Tote Bonsaibäume, Steine aus Styropor sowie Sträucher und Gras aus dem Modellbauladen wurden für die Landschaft verarbeitet. Das Fenster des Gebäudes ist aus Glas. Mit einem Hammer sorgte Günther Peglow dafür, dass sich unten in der Ecke ein Sprung wie ein Spinnennetz ausbreitet. Es solle eben alt aussehen. Auch das Scharnier der Türe hat der Rentner selbst hergestellt. Aus einer Dose habe er einen Blechstreifen ausgeschnitten und mithilfe eines Nagels aufgerollt, verrät der 68-Jährige.

Für Figuren mit einer Größe von 14 Zentimetern sei diese Krippe ideal. Zu groß fürs Wohnzimmer, wie das gesamte Modell, findet Ehefrau Hannelore. Nun werkelt ihr Mann an einer neuen Krippe. „Ich bin froh, dass er sich beschäftigen kann“, sagt sie. Ihr fehle fürs Schnitzen und Krippe bauen die Geduld. Aber auf den Märkten helfe sie gern – 2023 in Löningen und Schutenmühle zum Beispiel.

Ein halbes Jahr Arbeit steckt in der Krippe, die aus 100 Jahre altem Eichenholz hergestellt wurde. Foto: Heinzel  Ein halbes Jahr Arbeit steckt in der Krippe, die aus 100 Jahre altem Eichenholz hergestellt wurde. Foto: Heinzel  

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