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Holtruper baut drei Tage an seiner Krippe

Helmut Ellers räumt für die zwölf Quadratmeter große Weihnachtskrippe jedes Jahr das Esszimmer aus. Der Aufbau dauert drei Tage. Bis zum 2. Februar bleibt sie stehen.

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Seit 25 Jahren baut Helmut Ellers aus Holtrup alljährlich seine Stubbenkrippe auf. Besucher sind immer willkommen. Foto: Götting

Seit 25 Jahren baut Helmut Ellers aus Holtrup alljährlich seine Stubbenkrippe auf. Besucher sind immer willkommen. Foto: Götting

Die Weihnachtszeit beginnt bei Helmut Ellers definitiv schon am ersten Advent. Wenn alle Welt noch im hektischen Alltag gefangen ist und den täglichen Verpflichtungen nachgeht, räumt der 68-jährige Versicherungsmakler aus der Bauerschaft Holtrup bei Vechta sein Esszimmer. Denn er braucht Platz für die Weihnachtskrippe, und die ist bei ihm seit vielen Jahren rund 12 Quadratmeter groß.

Dass manch ein Gast bei dieser Größe schon einmal von einer Krippenlandschaft gesprochen hat, macht Ellers nichts aus. Viele Besucher konnte er in den vergangenen Jahren schon vor der Krippe begrüßen, darunter auch Schulklassen und Kindergartengruppen. Wichtige Bestandteile der Krippe sind alte Baumstümpfe, auch Stubben genannt. Mit ihnen bildet er vor den abgedunkelten Fenstern seines Esszimmers geschickt die Kulisse für eine hügelige Landschaft.

Aber auch die Weihnachtskrippe selbst steht in einer Art Höhle, die von einer urigen, knorrigen Baumwurzel gebildet wird. Die Zutaten für das sehenswerte Werk kommen von überall her. Es gibt Stubben aus dem Herrenholz in der Nachbargemeinde Goldenstedt, Schiefersteine von der Mosel und Moos und Tannenzweige vom Wegesrand. „Einige Baumwurzeln habe ich an den Ufern des Rheins gesammelt, die wurden dort angeschwemmt“, berichtet Ellers.

„Caspar, Melchior und Balthasar warten gut verpackt im Karton auf ihren Auftritt.“Helmut Ellers aus Holtrup

Damit das Ganze möglichst naturnah aussieht, ist auch ein kleiner Wasserlauf eingebaut. Unter dem Podest, auf dem die Krippe steht, hat Ellers einen großen, mit Wasser gefüllten Mörtelkübel platziert. Mit einer kleinen, elektrischen Wasserpumpe lässt er dann einen Kreislauf für ein plätscherndes Gewässer entstehen.

Für festlichen Glanz sorgt ein üppig geschmückter Weihnachtsbaum. Und damit die Krippe als zentraler Platz der gesamten Szenerie ihre volle Wirkung entfalten kann, liefert ein kleiner Strahler für das passende Licht. Ganz pflegeleicht ist die große Stubbenkrippe übrigens nicht. Das Moos, diverse Zierpflanzen und kleinere Bäumchen müssen regelmäßig mit Wasser besprüht werden, um die lange Standzeit im Innenraum zu überleben.

Ganze drei Arbeitstage braucht Helmut Ellers, der gebürtig aus Elsten bei Cappeln stammt, für den Aufbau seiner Stubbenkrippe. Vollständig ist sie bis Weihnachten noch nicht, denn gemäß der biblischen Überlieferung bleiben noch drei Figuren im Hintergrund. „Caspar, Melchior und Balthasar warten gut verpackt im Karton auf ihren Auftritt“, versichert der Krippenbauer.

Und wie lange bleibt die Krippe stehen? Da hält es Helmut Ellers ganz mit einer alten katholischen Tradition. Während für die Katholiken die Weihnachtszeit am Dreikönigstag bzw. für die Protestanten am Epiphaniastag endet, bleibt die Holtruper Stubbenkrippe bis zum Fest Mariä Lichtmess am 2. Februar aufgebaut. Bis dahin können auch Interessierte, die die Krippe sehen möchten, einen Besuchstermin mit Helmut Ellers absprechen (Tel. 04441/999575).

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