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Holocaust-Überlebende stirbt mit 98 Jahren

Erna de Vries war eine der letzten Zeitzeuginnen der Nazi-Verbrechen. Ihrer Mutter hatte sie versprochen, über das Erlebte zu berichten.

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Zeitzeugin: Erna de Vries starb im Alter von 98 Jahren. Foto: dpa

Zeitzeugin: Erna de Vries starb im Alter von 98 Jahren. Foto: dpa

Die Holocaust-Überlebende Erna de Vries ist tot. Sie starb am Samstag, 2 Tage nach ihrem 98. Geburtstag. Als eine der letzten Zeitzeuginnen hatte sie mehr als 20 Jahre lang in Schulen, auch im Oldenburger Münsterland, über ihre Jugend im nationalsozialistischen Deutschland und ihr Leiden in den Konzentrationslagern Auschwitz und Ravensbrück berichtet.

Die in Kaiserslautern als Erna Korn geborene Tochter einer Jüdin und eines evangelischen Christen galt während der Nazi-Diktatur als Halbjüdin. Nach dem Tod des Vaters musste sich die Mutter wegen der zunehmenden Repressalien aus dem Familiengeschäft zurückziehen. Im Juli 1943 begleitete Erna ihre Mutter freiwillig ins KZ Auschwitz-Birkenau. Weil sie erkrankte, wurde sie in den Todesblock verlegt. Sie entging jedoch der Hinrichtung und wurde ins KZ Ravensbrück gebracht. Ihre Mutter wurde im November 1943 in Auschwitz ermordet. "Du wirst überleben und erzählen, was man mit uns gemacht hat", habe sie der Tochter beim Abschied gesagt.

De Vries überlebte auch den Todesmarsch nach der Räumung des Lagers Ravensbrück. Später heiratete sie und zog zu ihrem Mann nach Lathen. Ab 1998 sprach sie immer wieder in Schulen. "Am Ende herrschte bedrückendes Schweigen", heißt es in einem Zeitungsartikel über einen Vortrag in Cappeln. Für ihr Engagement war die Holocaust-Überlebende 2006 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden. In Münster ist eine Schule nach ihr benannt, in Lathen gibt es einen Erna-de-Vries-Platz. Auch die Grundschule des Ortes trägt ihren Namen.

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