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Holdorfer verliert vierstelligen Betrag an Betrüger

Ein 64-Jähriger aus Holdorf ist das Opfer von falschen Microsoft-Mitarbeitern geworden. Dabei ist ein vierstelliger Betrag auf ein ausländisches Konto überwiesen worden. Den Betrug merkte er zu spät.

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Symbolfoto: dpa

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Als der 64-Jährige erkannte, dass er von Betrügern hereingelegt wurde, war es zu spät: Ein vierstelliger Geldbetrag war von seinem Konto verschwunden – überwiesen ins Ausland. Das Geld ist erst einmal weg, wie Polizeisprecherin Nadine Luttmann am Donnerstag OM online bestätigte. Ob es der Mann aus Holdorf jemals zurückbekommen wird, ist äußerst fraglich.

Was war passiert? Der Holdorfer war von einem angeblichen Microsoft-Mitarbeiter angerufen worden. Dem 64-Jährigen wurde mitgeteilt, dass sich angeblich Hacker Zugriff auf seinen Computer verschafft hätten. Das sei Microsoft aufgefallen. Deshalb wolle man ihm nun helfen: Der Holdorfer sollte ein Sicherheitsprogramm installieren, um den Hacker-Angriff zu blockieren.

Die Masche ist nicht neu, die Polizei warnte bereits mehrfach. Und dennoch konnten die Betrüger ein weiteres Mal an das Geld eines Opfers gelangen.

64-Jähriger gewährt selbst Hackern den Zugriff

Der 64-Jährige glaubte dem mutmaßlichen Betrüger. Nur: Offenbar gewährte er nun durch den Anweisungen tatsächlich einem Hacker den Zugriff auf seinen Rechner. Er teilte dem Anrufer obendrein seine Daten mit. Dadurch konnte vom Geldkonto des 64-Jährigen der vierstellige Betrag auf ein ausländisches Konto überwiesen werden.

Erst nach dem Anruf begann der 64-Jährige mit der Recherche im Netz – und stieß auf die Informationen, dass Betrüger eben mit genau diesem Trick arbeiten. Daraufhin kontaktierte der Holdorfer die Polizei, die ihre Ermittlungen aufgenommen hat.

Die Polizei warnt am Donnerstag erneut vor dieser Betrugsmasche. Die angeblichen, häufig nur Englisch oder gebrochen Deutsch sprechenden Microsoft-Mitarbeiter behaupten, dass der Rechner des Angerufenen Fehler aufweise, von Viren befallen oder gehackt worden sei oder ein neues Sicherheitszertifikat benötigt werde. Die Täter bieten ihre Hilfe an. "In diesem Fall beenden Sie am besten gleich das Telefongespräch. Hinter dem Anruf stecken höchstwahrscheinlich Betrüger, die keine Servicemitarbeiter von Microsoft sind", erklärte Polizeisprecherin Nadine Luttmann.

Mithilfe von Programmen, welches die Angerufenen installieren sollen, erhalten die Betrüger Zugriff auf Rechner und können Daten, wie zum Beispiel Passwörter erlangen. Zudem fordern die Täter auch Geld für ihre vermeintliche Service-Leistung oder für abgelaufene Lizenzen. 

Das sind die Tipps der Polizei:

  • Bevor Sie zum Opfer werden: Seriöse Unternehmen wie Microsoft nehmen nicht unaufgefordert Kontakt zu ihren Kunden auf. Sollte sich ein Servicemitarbeiter bei Ihnen melden, ohne dass Sie darum gebeten haben: Legen Sie einfach den Hörer auf.
  • Geben Sie auf keinen Fall private Daten – z.B. Bankkonto- oder Kreditkartendaten – oder Zugangsdaten zu Kundenkonten (z.B. PayPal) heraus.
  • Gewähren Sie einem unbekannten Anrufer niemals Zugriff auf Ihren Rechner beispielsweise mit der Installation einer Fernwartungssoftware.
  • Falls sie zum Opfer geworden sind: Trennen Sie Ihren Rechner vom Internet und fahren Sie ihn runter.
  • Ändern Sie über einen nicht infizierten Rechner unverzüglich betroffene Passwörter. Lassen Sie Ihren Rechner überprüfen und das Fernwartungsprogramm auf Ihrem Rechner löschen.
  • Nehmen Sie Kontakt zu den Zahlungsdiensten und Unternehmen auf, deren Zugangsdaten in den Besitz der Täter gelangt sind.
  • Lassen Sie sich von Ihrem Geldinstitut beraten, ob Sie bereits getätigte Zahlungen zurückholen können.
  • Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei.
  • Sie können den Betrug bzw. Betrugsversuch zusätzlich bei Microsoft melden: www.microsoft.com/de-DE/concern/scam

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