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Höffmann-Wissenschaftspreis geht an Yesim Erim

Welche gesundheitlichen Probleme haben Migrantinnen und Migranten? Welche Rolle spielen Erfahrungen aus Vergangenheit und Gegenwart? Die Professorin aus Erlangen macht sich darüber Gedanken.

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Die Professorin Dr. Yesim Erim ist die diesjährige Höffmann-Wissenschaftspreisträgerin. Foto: privat

Die Professorin Dr. Yesim Erim ist die diesjährige Höffmann-Wissenschaftspreisträgerin. Foto: privat

Die Professorin Dr. Yesim Erim bekommt den Höffmann-Wissenschaftspreis 2022. Das teilt die Uni Vechta mit. Die Leiterin der Psychosomatischen und Psychotherapeutischen Abteilung am Uniklinikum Erlangen erhält den mit 10.000 Euro dotierten Preis, weil sie Erkenntnisse der Migrationsforschung und der Sozialpsychologie für die Psychosomatik und die Psychotherapie nutzbar gemacht habe, lobt die Jury. Das Vechtaer Unternehmen Höffmann-Reisen stiftet die Auszeichnung jährlich für außergewöhnliche Arbeit im Themenfeld „interkulturelle Kompetenz“.

Erim ist unter anderem Herausgeberin des ersten Lehrbuchs zur klinischen interkulturellen Psychotherapie. Generell beschäftige sie die Fragestellung, wie oft bei Migranten und Migrantinnen und Geflüchteten psychische Probleme oder Krankheitsbilder auftauchen, welche das sind und was das für die Therapie bedeutet. Dabei untersucht sie mögliche Einflussfaktoren: Sind ausschließlich vergangene Erlebnisse in der Heimat maßgeblich für spätere psychische Probleme, oder auch die aktuellen Lebensumstände im Aufnahmeland? Und welche Faktoren unterstützen eine gute Anpassung in die neue Gesellschaft?

Die Preisverleihung ist am 28. November

„Eine interkulturell kompetente Haltung bedeutet, dass wichtige Akteure, zum Beispiel im Gesundheitswesen, die Bedürfnisse von kulturell diversen Gruppen wahrnehmen und ihre institutionellen Angebote – wie die medizinische Behandlung oder Psychotherapie – dementsprechend anpassen“, wird die Medizinerin in der Mitteilung der Uni zitiert. Hier würden sich zum Beispiel Fragen danach ergeben, welche Besonderheiten in der Behandlung von Migranten und Migrantinnen berücksichtigt werden sollten.

In der akademischen Forschung sei interkulturelle Kompetenz nur in wenigen Bereichen ausreichend verankert, ist sich die Medizinerin laut Mitteilung sicher. Dabei spiele das Thema zum Beispiel im Gesundheitswesen eine immens wichtige Rolle. 

Der Festakt mit Preisverleihung findet am 28. November ab 18 Uhr im Musiksaal der Universität Vechta statt. Um Anmeldung bis zum 21. November an info@uni-vechta.de wird gebeten.


Zur Person:

  • Yesim Erim wurde in Istanbul geboren. Nach dem Medizinstudium an der Universität Istanbul folgten 4 Jahre ärztliche Tätigkeit in verschiedenen türkischen Krankenhäusern.
  • 1989 kam Erim im Rahmen eines Stipendiums des Deutschen Akademischen Austauschdiensts (DAAD) als Assistenzärztin an die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Münster.
  • 1995 wechselte sie zum Universitätsklinikum Essen, wo sie nach ihrer Facharztausbildung ab 2003 stellvertretende Direktorin der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie war.
  • In einem vom Landschaftsverband Rheinland geförderten Projekt baute sie die psychosozialen Versorgungsmodelle für Migranten und Migrantinnen aus.
  • Im April 2013 folgte Prof.in Dr.in Erim dem Ruf als Leiterin der Psychosomatischen und Psychotherapeutischen Abteilung des Uni-Klinikums nach Erlangen.

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