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Hochwasserkatastrophe: Hier können Sie jetzt Sachspenden abgeben

Im Oldenburger Münsterland werden kurzfristig Aktionen für Sachspenden auf die Beine gestellt. Die 28 Helfer des THW sind am Sonntag wieder in Cloppenburg angekommen. (Update: 16 Uhr)

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Wracks auf der B265 bei Erftstadt, die am Samstag noch unter Wasser standen. Foto: dpa

Wracks auf der B265 bei Erftstadt, die am Samstag noch unter Wasser standen. Foto: dpa

Die Welle der Hilfsbereitschaft erfasst auch das Oldenburger Münsterland. Viele Bürger wollen den Opfern der Hochwasserkatastrophe mit Sachspenden helfen. Vereinzelt wird jetzt damit begonnen, Hilfepakete - zum Beispiel mit Kleidung und Hygieneartikeln - anzunehmen. Entsprechende Informationen und Termine werden in den sozialen Medien verbreitet. Hier ein Überblick (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

  • Die Freiwillige Feuerwehr Fladderlohausen hat kurzfristig am Sonntag (18. Juli) zu Sachspenden aufgerufen. Im Feuerwehrgerätehaus werden von 15 bis 18 Uhr folgende Sachspenden entgegengenommen: Gut erhaltene Kleidung (als vollständige Garderobe in einer geschlossenen Tüte verpackt, mit einer Aufschrift zu Kleidergröße und Altersangabe), Schuhe (ebenfalls in Tüte verpackt mit Schuhgröße), Hygieneartikel (neu und ungeöffnet), Teller und Tassen (gut für den Transport verpackt), sauberes und gut erhaltenes Spielzeug für Kinder.
  • Der Deutsche Bauservice in Cloppenburg (Eschstraße 11) nimmt von Montag bis Freitag jeweils von 8 bis  18 Uhr) Sachspenden an. Dabei geht es um Hygieneartikel (neu), Babynahrung, haltbare Lebensmittel, Geschirr, Putzmittel, Decken Schlafsäcke, Mikrowellen, Minibacköfen, Töpfe, Besteck, Werkzeuge und Tiernahrung. Angenommen wird auch Bekleidung (in einer geschlossenen Tüte verpackt, mit einer Aufschrift zu Kleidergröße).
  • In Alfhausen (Kreis Osnabrück) gibt es eine Sammelaktion im Alten Gemeindebüro (Alte Schulstraße) am Montag (19. Juli) von 7.30 Uhr bis 15.30 Uhr. Benötigt werden: Gut erhaltene Kleidung (in einer geschlossenen Tüte verpackt, mit einer Aufschrift zu Kleidergröße und Altersangabe), Schuhe (ebenfalls in Tüte verpackt mit Schuhgröße), Hygieneartikel (neu und ungeöffnet), Teller und Tassen (gut für den Transport verpackt), sauberes und gut erhaltenes Spielzeug für Kinder.
  • Die Gemeinde Neuenkirchen-Vörden richtet am Montag (19. Juli) von 9 bis 14 Uhr eine Abgabestation auf dem Rathausparkplatz ein. Alle Hilfspakete werden dann rechtzeitig nach Alfhausen gebracht.
  • In Lastrup ist ebenfalls eine Sammelaktion auf die Beine gestellt worden: Hier wird explizit darauf hingewiesen, dass nach Rücksprache mit den Helfern vor Ort keine Kleidung angenommen wird. Benötigt werden: Haltbare Lebensmittel (Konserven, Nudeln, Reis - alles, was nicht gekühlt werden muss), Getränke (vor allem Wasser), mobile Kochgelegenheiten, Tiernahrung, Pumpen, Werkzeug und Schaufeln. Annahmestelle ist das alte Möbelhaus Hoffmann (Dillen 2-5, Lastrup) an diesen Tagen: Dienstag (20. Juli) von 10 bis 12 Uhr und 14 bis 17 Uhr; Mittwoch (21. Juli) von 10 bis 12 Uhr und 14 bis 17 Uhr

Wie bereits berichtet sind auch Helfer aus dem Landkreis Cloppenburg in den Katastrophengebieten im Einsatz. Der Landeseinsatzzug West der DLRG Niedersachsen, zu dem auch Helfer der Ortsverbände Friesoythe, Barßel und Saterland gehören, ist am Samstag für die Bergungsmaßnahmen auf der überfluteten Bundesstraße 265 bei Erftstadt-Blessem angefordert worden.

DLRG sucht mit Sonar nach Opfern und Überlebenden

Teilweise habe dort das Wasser  bis zu 10 Meter hoch gestanden. Dort stehen immer noch Fahrzeuge, die in Zusammenarbeit mit der Bundeswehr geborgen werden sollen. Wie die DLRG Niedersachsen berichtet, habe der Landeseinsatzzug West mit Sonar geprüft, ob noch Personen in den Fahrzeugen sind. Dies sei zumindest bis Samstagabend zum Glück nicht der Fall gewesen.

Die 28 Helfer des THW Cloppenburg sind derweil am Sonntagmittag wieder zu Hause.  Wie bereits berichtet, hatten sie zunächst in Gerresheim geholfen, überflutete Keller leer zu pumpen. Am Samstagabend der nächste Einsatz: Nach eigenen Angaben ging es darum, die Wassermassen in einer Bahnunterführung abzupumpen. Nach der Rückkehr bedanken sich die Helfer via Facebook bei den Anwohnern, die während der nächtlichen Einsätze Kaffee und Snacks vorbeibrachten. "Allen Einsatzkräften, die weiterhin vor Ort im Einsatz sind, wünschen wir alles Gute und weiterhin viel Erfolg", schreibt das THW Cloppenburg.

Auf den Weg ins Katastrophengebiet haben sich hingegen drei Staffeln der Psychosozialen Notfallversorgung des Deutschen Roten Kreuzes gemacht. Das berichtet Heinz Dierker aus Cloppenburg. Er ist der Landeskoordinator der Psychosozialen Notfallversorgung. Darunter sei auch die Staffel des DRK-Kreisverbandes Cloppenburg. "Wir werden etwa um die Mittagszeit in Nürburg eintreffen", berichtet Dierker. Diese Helfer sind darin geschult, Opfer und Angehörige bei der Bewältigung von kritischen Lebensereignissen zu unterstützen.

Zahl der Todesopfer ist gestiegen

Derweil hat sich die Zahl der Todesopfer in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz auf mindestens 150 erhöht. Der Schwerpunkt der Katastrophe in Rheinland-Pfalz liegt im Kreis Ahrweiler. Allein dort kamen nach jüngsten Angaben der Polizei Koblenz über 110 Menschen ums Leben. 670 Menschen wurden verletzt. Es wird befürchtet, dass noch weitere Todesopfer und Verletzte hinzukommen.

«Wenn Sie die Bilder sehen, wie es da aussieht, kann man nicht ausschließen, dass noch weitere Leichen gefunden werden», hatte ein Sprecher gesagt. Weiterhin wurden Menschen vermisst. In Nordrhein-Westfalen lag die Zahl der bestätigten Todesopfer am Samstagabend bei 45, darunter waren vier Feuerwehrleute. Das löst auch bei den Feuerwehren im Oldenburger Münsterland für Bestürzung. In mehreren Beiträgen in den sozialen Medien wünschen sie den Kameraden und Angehörigen viel Kraft. In Garreler Feuerwehr bestückt ihre  Fahrzeuge mit Trauerflor. 

Am Sonntag will Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die am schwersten getroffenen Gebiete in der Eifel besuchen. Merkel werde sich in der Gemeinde Schuld, die besonders schwer von der Unwetterkatastrophe getroffen wurde, ein Bild von der Lage machen, teilte die Staatskanzlei in Mainz mit. Im Anschluss ist ein Pressestatement in Adenau geplant - gemeinsam mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) und weiteren rheinland-pfälzischen Ministern.

Während sich die verheerenden Wassermassen aus vielen Flutgebieten in NRW und Rheinland-Pfalz allmählich zurückziehen, trafen Unwetter am späten Samstagabend den Süden und Osten Deutschlands. Der Landkreis Berchtesgadener Land in Oberbayern rief wegen der immensen Regenfälle den Katastrophenfall aus. Auch in der Sächsischen Schweiz gingen gewaltige Regenmassen nieder.

Das Land Niedersachsen lockert das Sonntagsfahrverbot: Um Hilfsgüter in der Krisenregionen zu bringen, dürfen die entsprechenden Lastwagen auch sonntags und an Feiertagen fahren. Die Regelung gilt zunächst bis zum 1. August. 


Hier können Sie die Opfer und Helfer mit einer Geldspende unterstützen:

Die Aktion "Deutschland Hilft" hat ein Spendenkonto eingerichtet. Für 10 Euro können die Fluthelfer mit Mahlzeiten versorgt werden. Mit 50 Euro werden Reinigungssets für betroffene Familien gestellt. 100 Euro unterstützen den Einsatz von Pumpen. Das sind nur ein paar Beispiele, was mit den Spenden passiert. Nähere Informationen gibt es hier.

Das Aktionsbündnis Katastrophenhilfe von DRK, Caritas, Diakonie sammelt ebenfalls Spenden. Nähere Informationen gibt es hier.

Das Technische Hilfswerk ist generell auf die Unterstützung durch Spenden angewiesen, denn es wird nur zum Teil durch Steuermittel finanziert. Nähere Informationen gibt es hier.

Auch die Helfer der DLRG sind im Katastophengebiet im Einsatz und für jede Unterstützung dankbar. Mit einer Spende wird die Einsatzausrüstung finanziert. Nähere Informationen gibt es hier.

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