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Höchstes Lob für Landrat Herbert Winkel zum Abschied

Sechs Redner würdigten die Lebensleistung des scheidenden Chefs der Vechtaer Kreisverwaltung und obersten Repräsentanten der Region. Es war ein würdevoller und unterhaltsamer Abend.

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Umringt von Weggefährten: Landrat Herbert Winkel (Mitte) mit (von links) von Dieter Fröhle (Personalratschef), Hartmut Heinen (Erster Kreisrat), Friedhelm Biestmann (Stellvertretender Landrat), Professor Dr. Hubert Meyer (NLT), Gerd Muhle (Dammer Bürgermeister) und Jörg Bensberg (Landrat Ammerland). Foto: M. Niehues

Umringt von Weggefährten: Landrat Herbert Winkel (Mitte) mit (von links) von Dieter Fröhle (Personalratschef), Hartmut Heinen (Erster Kreisrat), Friedhelm Biestmann (Stellvertretender Landrat), Professor Dr. Hubert Meyer (NLT), Gerd Muhle (Dammer Bürgermeister) und Jörg Bensberg (Landrat Ammerland). Foto: M. Niehues

Eine Laudatio und fünf weitere Reden gab es – voll des Lobes und mit vielen Worten, die die herausragende Anerkennung und Wertschätzung für die Leistungen Herbert Winkels als Landrat ausdrückten.

Beim Festakt zu seinem Abschied aus dem höchsten Amt im Landkreis Vechta stand Winkel nicht nur als Chef der Verwaltung und als höchster Repräsentant des Landkreises Vechta im Mittelpunkt, sondern auch als Mensch und Persönlichkeit. Und es fehlte in den Vorträgen nicht an humorvollen Anekdoten.

155 Personen des öffentlichen Lebens als Gäste

So war es ein ebenso würdevoller wie unterhaltsamer Abend mit 155 Gästen aus Politik, Kirche, Verwaltung, Wirtschaft sowie dem Bildungs-, Finanz-, Justiz- und Gesundheitswesen wesen, der in der Europahalle des Gymnasiums Antonianum in Vechta ausgerichtet wurde.

Winkel selbst sagte in seinem Schlusswort nach den Beschreibungen seiner Amtsführung und seines Naturells: „Manchmal habe ich gedacht, ich könnte es sein.“ Doch damit bestätigte er nur umso mehr, wie treffend die Ausführungen waren. Denn gleich zu Beginn hatte der Erste Kreisrat Hartmut Heinen in seiner Begrüßung „Sparsamkeit und Bescheidenheit“ als zwei von vielen Eigenschaften Winkels während seiner Dienstzeit hervorgehoben. Das sei „auch dem Landkreis Vechta zu Gute gekommen.“

Erster Kreisrat Heinen stellt Bescheidenheit Winkels heraus

Illustriert hatte Heinen diese Charakterisierung damit, dass Winkel zu Dienstbeginn „mit einem gebrauchten Renault Twingo vor das Kreishaus“ gefahren sei.

Laudator des Abends war der stellvertretende Landrat Friedhelm Biestmann. Er ging auf Winkels Biografie ein, hob die einzelnen Stationen seiner Laufbahn hervor, den Wechsel des Juristen vom Beamten in der niedersächsischen Finanzverwaltung mit Station im Ministerium in Hannover in die Kommunalverwaltung. Das war zugleich der Beginn der Karriere Winkels, der 1956 in Euskirchen geboren wurde, in Südoldenburg.

Von Dezember 1992 bis August 1998 war er im Dienst der Stadt Lohne. Er war Stadtkämmerer und stellvertretender Stadtdirektor. Am 1. September 1998 wurde er Erster Kreisrat des Landkreises Vechta. Seit November 2014 ist Winkel (CDU) Landrat des Landkreises Vechta. Die Amtszeit endet am 1. November.

Blumen zum Abschied: Landrat Herbert Winkel und seine Frau Ulrike. Foto: M. NiehuesBlumen zum Abschied: Landrat Herbert Winkel und seine Frau Ulrike. Foto: M. Niehues

Biestmann sagte: „Herbert Winkel war ein Landrat, der sachorientiert handelte und dachte, aber auch für bestimmte Anliegen leidenschaftlich streiten konnte.“ Nie habe Winkel die Contenance verloren, nie sei er laut geworden. Winkel habe es verstanden, „widerstreitende Positionen“ zu vereinen, indem seine ausgeprägten Fähigkeiten zur Moderation, ihn zum geborenen Mediator werden ließen“. Die große Bühne sei „nicht sein Ding“ gewesen, stellte Biestmann heraus.

Winkel habe zu den politischen Gremien und Fraktionen „ein sehr konstruktives Verhältnis gepflegt, was parteiübergreifend von gegenseitigem Respekt geprägt war“. In Zeiten größter Aufregung und Anspannung habe Winkel die Ruhe behalten – auch wenn ihm einige Vorgänge wie die Anforderungen der Integration (während des Zustroms an Flüchtlingen) und der Pandemie schlaflose Nächte bereitet hatten.

Bei der Leistungsbilanz Winkels hob Biestmann an erster Stelle den Breitbandausbau im Landkreis mit einem Investitionsvolumen von 112 Millionen Euro hervor, dem größten Infrastrukturprojekt der Landkreisgeschichte

Bensberg würdigt Verdienste für Weser-Ems-Region

Jörg Bensberg, Verwaltungschef im Ammerland und seinerseits ebenfalls scheidender Landrat, hob Winkels Verdienste für die gesamte Weser-Ems-Region hervor. Dieses Engagement gehe bereits zurück in die Zeit, als Winkel Erster Kreisrat in Vechta war und Mitglied der scherzhaft als „Ganovenrunde“ bezeichneten Arbeitsgemeinschaft seiner Amtskollegen aus den Nachbarkreisen.

Bensberg hob auch hervor, dass Winkel die Allianz der beiden Landkreise des Oldenburger Münsterlandes „deutlich verstärkt“ habe, so dass Vechta und Cloppenburg „mit den großen Nachbarn“ auf Augenhöhe diskutieren konnten.

Professor Dr. Hubert Meyer, Hauptgeschäftsführer des Spitzenverbandes Niedersächsischer Landkreistag (NLT) hob unter anderem hervor, wie Winkel die „zeitgemäße Organisation der Verwaltung“ am Herzen gelegen hat – auch bei der Mitarbeit in NLT-Gremien. Ebenso würdigte Meyer Winkels „Engagement für sozial Schwache“.

Personalratsvorsitzende: Winkel war immer ein fürsorglicher Chef

Der scheidende Dammer Bürgermeister und Kreisvorsitzende des Niedersächsischem Städte- und Gemeindebundes, Gerd Muhle, blickte noch einmal in die Vergangenheit: Winkel sei schon als Erster Kreisrat zu Zeiten von Landrat Albert Focke „die graue Eminenz“ gewesen – und habe im Hintergrund die Fäden gezogen.

Der Vorsitzende des Personalrats, Dieter Fröhle, sagte zu Winkel: „Du bist stets ein sehr guter und fürsorglicher Chef gewesen.“ In einem Filmbeitrag gab es dann noch viele Abschiedsworte von Amtsleitern und weiteren Bediensteten der Verwaltung. Das Schlussbild: Eine Luftaufnahme, die die winkenden Mitarbeiter vor dem Kreishaus zeigt.

Winkel dankte, lobte seinerseits seine Mitarbeiter. Er bekannte auch: Mit seiner Frau Ulrike habe er viele Entscheidungen besprochen – und sie seien deshalb „etwas geworden“.

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