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Höchstens 6 Personen aus 2 Haushalten

Kreis Vechta schränkt soziale Kontakte weiter ein: Mit 66 Neuinfektionen meldet die Behörde einen Rekord. Das Land Niedersachsen macht sich indes Gedanken über den Schulstart nach den Herbstferien.

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Foto: dpa

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Der Landkreis Vechta reagiert auf die weiterhin hohen und ansteigenden Corona-Infektionszahlen mit einer neuen Allgemeinverfügung. Nur noch maximal 6 Personen aus maximal 2 Haushalten sind künftig bei Treffen erlaubt – egal ob in privaten Räumen wie Wohnungen, draußen auf privaten Grundstücken oder in der Öffentlichkeit. Die Kreisverwaltung schränkt aufgrund der weiter steigenden Zahlen soziale Kontakte also noch stärker ein. Bisher durften sich nach der Allgemeinverfügung vom 15. Oktober maximal 10 Personen treffen. Die Zahl der Haushalte, aus denen die Menschen stammen, hatte dabei keine Rolle gespielt.

Die neue Verordnung tritt am Freitag (23. Oktober) in Kraft und löst  die alte Verfügung ab. Neben der Kontaktbeschränkung sieht die Regelung zudem eine allgemeine Maskenpflicht vor. Das heißt, dass "jede Person in geschlossenen Räumen, die öffentlich oder im Rahmen eines Besuchs- oder Kundenverkehrs zugänglich sind (Beispiel: Rathäuser, Seniorenheime, Geschäfte) eine Mund-Nasen-Bedeckung" zu tragen hat, erklärt der Landkreis.

In der Begründung – die sich auf die niedersächsischen Corona-Verordnung und das Infektionsschutzgesetz bezieht – heißt es unter anderem, dass sich das Infektionsgeschehen im Laufe der letzten 6 Tage nochmals weiter stark dynamisch entwickelt habe. Alleine im Zeitraum vom 15. Oktober (Donnerstag) bis zum heutigen Mittwoch (21. Oktober) habe das Gesundheitsamt im Kreisgebiet insgesamt 168 Neuinfektionen verzeichnet. "Abgegrenzte beziehungsweise räumlich lokale Schwerpunkte sind nicht mehr erkennbar." Ohne weitere Maßnahmen werde kurzfristig eine "neue Eskalationsstufe der Pandemiebewältigung" im Kreis Vechta eintreten.

Weitere Regelungen der Allgemeinverfügung finden hier Sie im Überblick. Bei Verstößen drohen Bußgelder von bis zu 25.000 Euro.

Das regelt die neue Allgemeinverfügung ab Freitag:

  • Für jegliche Treffen, Feiern, Zusammenkünfte und sonstige Menschenansammlungen ist die Teilnehmerzahl in privaten Räumen (Wohnungen, etc.), draußen auf privaten Grundstücken (Höfe, Gärten) sowie in der Öffentlichkeit auf maximal 6 Personen aus maximal 2 Haushalten begrenzt.
  • Die Obergrenze von 6 Personen gilt auch für Zusammenkünfte in Gastronomiebetrieben, wie etwa Kneipen oder Gaststätten. Zwischen den Tischgruppen ist ein Abstand von mindestens 1,5 Metern einzuhalten. Nach jeder Benutzung müssen Tischdecken getauscht und Tische desinfiziert werden.
  • Achtung, für folgende Anlässe gibt es Ausnahmen: Hochzeitsfeier und standesamtliche Trauungen, Hochzeitsjubiläen, Taufe, Erstkommunion, Firmung, Konfirmation, humanistische Jugendfeier, Bat Mizwa, Bar Mizwa und ähnliche Feiern sowie bei Beerdigungen und vergleichbaren Ritualen sowie Trauerfeiern im privaten Rahmen oder in gastronomischen Betrieben. Hier ist die Teilnehmerzahl auf maximal 25 Personen begrenzt.
  • Es gilt weiter eine kreisweite Sperrstunde: Die Öffnung von Betrieben des Gaststättengewerbes ist nur in der Zeit von 6 Uhr bis 23 Uhr gestattet. Zudem ist die Außenabgabe von Alkohol außerhalb dieser Zeit untersagt.
  • Die Besucherzahl bei Veranstaltungen ist auf maximal 100 Personen beschränkt. Für Ausnahmen bedarf es eines mit dem Gesundheitsamt abgestimmten Hygienekonzeptes.
  • Zuschauerverbot im Sport: Auf und in öffentlichen sowie privaten Sportanlagen sind Zuschauer bei jeder Sportart untersagt. Das gilt auch für Eltern oder Aufsichtspersonen von minderjährigen Kindern. Die Nutzung der Umkleiden und Duschen ist nur für die Sportler direkt nach dem Sport gestattet. Das Umziehen sollte "unverzüglich" geschehen.
  • Eine allgemeine Maskenpflicht gilt in geschlossenen Räumen, die öffentlich oder im Rahmen eines Besuchs- oder Kundenverkehrs zugänglich sind. Damit sind beispielsweise Rathäuser, andere Einrichtungen wie Geschäfte des Einzelhandels oder auch Krankenhäuser oder Pflegeheime gemeint. (Achtung gegebenenfalls gelten in diesen Einrichtungen selbst ergriffene Sicherheitsregelungen.)
  • Auch am Arbeitsplatz gilt: Wer bei der Ausübung einer beruflichen Tätigkeit in geschlossenen Räumen einen Abstand von mindestens 1,5 Metern zu einer anderen Person nicht oder nicht durchgehend einhalten kann, muss eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Diese Pflicht gilt für Verkehrswege, Flure, Treppen und Treppenhäuser, Wartebereiche, Gemeinschafts- und Sozialräume, Toiletten und vergleichbare Räumlichkeiten. Das Abnehmen der Mund-Nasen-Bedeckung ist zulässig, solange es zu Identifikationszwecken oder zur Kommunikation mit Menschen mit Behinderung erforderlich ist.

Unterdessen plant das Kultusministerium in Hannover nach Informationen von OM online zum Schulbeginn nach den Herbstferien am Montag diese Empfehlung: In Regionen mit einem 7-Tages-Inzidenzwert ab 50 Fällen auf 100.000 Einwohner soll es eine Maskenpflicht im Unterricht für Schüler ab der 5. Klasse geben. Liegt der Inzidenzwert bei mehr als 100 Fällen, sollen die Klassen wieder in Gruppen aufgeteilt werden, um wechselweise den Präsenzunterricht zu besuchen – wie vor den Sommerferien. Zunächst soll es sich zwar um eine Empfehlung handeln, doch ist geplant die Schutzmaßnahmen auch in einer Verordnung zu verfügen.

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