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Hochsaison für Wildunfälle: Augen auf und runter vom Gas

April und Mai sind sehr riskante Monate für Wildtiere – es gibt besonders viele Unfälle mit Autos. Die können auch für die Insassen gefährlich werden. Die Zeitumstellung verschärft das Problem.

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Nicht immer verlaufen Begegnungen mit Wildtieren harmlos. Daher nimmt man hinter dem Steuer besser den Fuß vom Gas und fährt noch vorausschauender. Foto: dpa/Pleul

Nicht immer verlaufen Begegnungen mit Wildtieren harmlos. Daher nimmt man hinter dem Steuer besser den Fuß vom Gas und fährt noch vorausschauender. Foto: dpa/Pleul

Achtung, ein Reh! Jetzt gilt am Steuer: Tempo deutlich verringern oder ganz stehen bleiben, Fernlicht ausschalten und hupen. Ist das Tier dann weg, immer noch mit Nachzüglern rechnen. Lässt sich ein Aufprall nicht verhindern: Lenkrad festhalten, voll bremsen sowie stur die Spur halten und auf keinen Fall riskante Ausweichmanöver starten, rät der ADAC.

Wo und wann die Unfallgefahr am größten ist

Am größten ist die Gefahr von Wildunfällen auf Routen entlang von Waldabschnitten und an Feldrändern. Besonders sind die Monate April und Mai für Wildtiere risikoreich, teilt der Deutsche Jagdverband (DJV) mit. So komme ein Viertel aller Rehe, die auf den Straßen sterben, in dieser Zeit unter die Räder. Am gefährlichsten ist es in der Zeit von 6  bis 7 Uhr und im Mai zusätzlich zwischen 21 und 22 Uhr. Wildtiere wie Rehe sind im Frühling sehr häufig auf der Suche nach Futter unterwegs - meist im Schutz der Dämmerung.

Der Berufsverkehr fällt mit der Zeitumstellung in der Nacht zum Sonntag (27. März) für Wochen wieder in die Dämmerung. Das Risiko für Wildunfälle steigt. Daher ist es nun wichtig, noch vorausschauender und bremsbereiter zu fahren und ein angepasstes Tempo zu wählen. Ganz speziell dort, wo bereits die bekannten Schilder „Achtung Wildwechsel“ warnen. Riskanter ist es auch da, wo neue Straßen durch den Wald laufen. Denn die Tiere benutzen weiter ihre gewohnten Wege.

Nach dem Unfall besonnen, aber bestimmt Handeln

Nach einem Zusammenstoß mit Wild ist die Warnblinkanlage anzuschalten und das Warndreieck aufzustellen. Die Polizei ist unter der 110 zu rufen. Bei verletzten Personen den Notruf 112 wählen und Erste Hilfe leisten. Wichtig ist: Ruhe bewahren und vorsichtig sein. Tote Tiere nur mit Handschuhen anfassen.

Zu verletzten Tieren Abstand halten, sie könnten etwa auskeilen. Und auch wenn es noch so gut gemeint ist: Niemals noch lebende oder tote Tiere im Kofferraum mitnehmen - es drohen Anzeigen wegen Wilderei. Ist ein angefahrenes Tier geflüchtet, sollte man es nicht auf eigene Faust verfolgen. Allerdings kann die Angabe der Fluchtrichtung dem Jäger helfen, das Tier schneller zu finden.

Die Wildunfallbescheinigung kann die Polizei oder ein Jäger ausstellen. Für den Schaden mit Haarwild wie etwa Rehe, Wildschweine, Füchse oder Hasen kommt in der Regel eine Teil- oder Vollkaskoversicherung. Es gibt auch Policen mit Erweiterung auf sämtliche Tiere. So sind auch etwa Vögel und Haustiere inkludiert.

Bundesweites Erfassungstool

Wer möchte, kann den Wildunfall oder ein totes Tier entlang der Strecke zudem im Tierfund-Kataster melden. Diese Datenbank des DJV erfasst die Tiere bundesweit systematisch. Die Daten sollen helfen, Unfallschwerpunkte zu ermitteln und zu entschärfen. Für Android und iPhone gibt es auch eine entsprechende App.

Nach Daten auf Basis von rund 22.000 gemeldeten Fällen zwischen 1. April 2020 und 16. März 2022 sind Rehe in knapp die Hälfte der Unfälle verwickelt. Hasen und Kaninchen machen etwa 10 Prozent der Unfälle aus. Genauso hoch ist der Prozentsatz bei kleineren Säugetieren wie Igeln, Mardern oder auch Hauskatzen. Letztere sind in ein Prozent aller Fälle verwickelt.

Der Anteil von Füchsen liegt über 7 Prozent, Wildschweine und Vögel sind je mit knapp 5 Prozent vertreten. Dachse (4 Prozent), Waschbären und Damhirsche folgen (beide je 3 Prozent).

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