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Hilfe kommt aus Lutten: Damit indische Kinder zur Schule gehen können

Die Indienhilfe Dr. John aus Lutten gibt es jetzt bereits seit 10 Jahren. In der Zeit konnten viele Hilfsprojekte unterstützt werden. Nun soll das auch gefeiert werden.

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Glückliche Gesichter: Bernadette Hartz von der Indienhilfe Dr. John besuchte 2019 Patenkinder aus Kadalikad. Foto: privat

Glückliche Gesichter: Bernadette Hartz von der Indienhilfe Dr. John besuchte 2019 Patenkinder aus Kadalikad. Foto: privat

Die Menschen in Lutten und Goldenstedt unterstützten bereits einige Hilfsprojekte, als sie 2011 ihre erste Indienreise antraten. Mit Dr. John Orakundil bereicherte damals der erste indische Geistliche die katholische Kirchengemeinde St. Gorgonius Goldenstedt. Über die Freundschaft zu ihm sei das Interesse an seiner Heimat gestiegen, sagt Andrea Kathmann, Vorsitzende der nach dem damaligen Vikar benannten Indienhilfe Dr. John, die sich nach der Reise schließlich gründete. Nun feiert der Verein in diesem Jahr bereits sein 10-jähriges Bestehen.

Innerhalb der Gemeinde hatte man von Dr. John Orakundil vom Engagement der katholischen Kirche in Indien, armen Menschen zu helfen, erfahren. So sorge die Kirche „maßgeblich für Bildung“, sagt Kathmann. Während des ersten Besuchs in Nordindien hätten die gewonnenen Eindrücke sie und ihre Reisebegleiterinnen und -begleiter aus Goldenstedt und Lutten schon betroffen gemacht, waren aber gleichzeitig angetan von der Arbeit der Kirche vor Ort. Nach der Gründung des Vereins Indienhilfe Dr. John besuchten die Mitglieder 2016 und 2019 erneut Indien, um sich selbst ein Bild davon zu machen, wo die Unterstützung aus Deutschland ankommt und wie sie umgesetzt wird.

Der Vereinsvorstand: Gerda Meyer (von links), Bernadette Hartz, Pastor Boby Pallickamalil, Albert Holtvogt und Andrea Kathmann. Foto: privatDer Vereinsvorstand: Gerda Meyer (von links), Bernadette Hartz, Pastor Boby Pallickamalil, Albert Holtvogt und Andrea Kathmann. Foto: privat

Mehr als 350.000 Euro an Spendengeld

So fördert die Indienhilfe mittlerweile 9 Projekte in den indischen Bundesstaaten Kerala, Karnataka und Chhattisgarh. Darunter sind unter anderem Schulen, ein Rehazentrum oder auch ein Hospiz. Ausschlaggebend für das Engagement aus der Gemeinde Goldenstedt heraus, war der direkte Kontakt zu den verschiedenen Geistlichen vor Ort, sagt Andrea Kathmann. Die Hilfe sei zielgerichtet, komme eins zu eins an und laufe nicht über große Organisationen. Über die direkten Kontakte sei es eben keine „anonyme Spende“, sagt Kathmann, sondern man habe eine Beziehung zu dem Projekt, das man unterstützen möchte. „Man weiß, die Hilfe kommt an“, sagt Bernadette Hartz, ebenfalls im Vereinsvorstand aktiv.

Jetzt, nach 10 Jahren, hat die Indienhilfe Dr. John 73 Mitglieder und mehr als 350.000 Euro an Spendengeld gesammelt. Noch dieses Jahr gingen 20.000 Euro an ein neues Schulprojekt des Ordens der Heiligen Theresia von Lisieux, dem Pastor Boby Pallickamalil angehört. In Mysore werde aktuell ein Schulgebäude gebaut, in dem Kinder vom Kindergartenalter an bis zum Schulabschluss betreut und ausgebildet werden, erklärt Pastor Boby Pallickamalil, der von Lutten aus den Kontakt zu den Verantwortlichen vor Ort hält. 20 Kinder seien bereits angemeldet. Nach und nach soll die Schule erweitert werden, um möglichst vielen Kinder den Zugang zu Bildung zu gewähren. Denn die Schule entstehe in einem Gebiet, in dem die Mädchen und Jungen sonst keine Möglichkeit für einen Schulbesuch hätten, ergänzt Andrea Kathmann.

Grundsteinlegung für das Schulprojekt in Mysore. Foto: privatGrundsteinlegung für das Schulprojekt in Mysore. Foto: privat

Mehr als 125 Patenkinder

Ein weiteres Engagement der Indienhilfe ist die Übernahme von Patenschaften für einzelne Schülerinnen und Schüler. Mehr als 125 Mädchen und Jungen, deren Familien sich den Schulbesuch ihrer Kinder nicht leisten können, werden derzeit von 102 Patinnen und Paten unterstützt, lässt Kathmann wissen. Für 15 Euro im Monat könne ein Kind umfassend ausgestattet die Schule besuchen, so die Vereinsvorsitzende. Neben Schulmaterialien wird auch die Verpflegung davon finanziert.

Am 11. September (Sonntag) soll dieses 10-jährige Engagement der Indienhilfe Dr. John dann gebührend gefeiert werden. Los geht es ab 14 Uhr mit einem indischen Gottesdienst, mitgestaltet von indischen Geistlichen und indischen Ordensschwestern, in der Kirche St. Jacobus in Lutten. Anschließend freue man sich auf ein „schönes Miteinander“, wie Andrea Kathmann sagt, mit Angeboten für Erwachsene wie für Kinder. Ab 15 Uhr ist die Kaffeetafel im Pfarrheim Lutten bereit. Im Laufe des Nachmittags gebe es Auftritte des Musikvereins Lutten sowie des Gemischten Chores Cäcilia. Parallel könne man sich über die Arbeit der Indienhilfe informieren und bei einer Fotoausstellung einen Eindruck von den geförderten Projekten sowie den Patenschaften gewinnen.

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