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Hilfe in Coronazeit: Ismeralda April sammelt Masken für Namibia

Die 34-Jährige lebt zwar seit 2012 in Deutschland und seit 2019 in Vörden. Aber die Nöte in ihrer Heimat hat sie nie aus den Augen verloren. Sie hofft auf viel Unterstützung.

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Hoffnung auf viele Spenden: Ismeralda April wünscht sich die Unterstützung von vielen Bürgern, die OP-Masken spenden. Die will sie nach Keetmanshoop schicken.  Foto: Lammert

Hoffnung auf viele Spenden: Ismeralda April wünscht sich die Unterstützung von vielen Bürgern, die OP-Masken spenden. Die will sie nach Keetmanshoop schicken.  Foto: Lammert

Ismeralda April lebt zwar seit 2012 in Deutschland, aber ihre Heimat Namibia hat die Vördenerin nie aus dem Blick verloren. Und natürlich auch nicht die Sorgen und Nöte der Menschen in dem im südlichen Afrika gelegenen Staat. Derzeit, sagt sie, grassiere dort die Corona-Pandemie besonders heftig: "Namibia ist seit Mai ein Hochrisikogebiet."

Sie habe vier Familienangehörige verloren, die an Corona gestorben sind. Ihre Mutter und eine ihrer Schwestern seien ebenfalls infiziert gewesen, hätten die Erkrankung zum Glück überlebt. Trotzdem: "Ich habe Angst um sie, dass sie erneut erkranken könnten." Zumal der Impfstoff noch immer relativ knapp ist.

Die 7-Tage-Inzidenz in Namibia lag laut der Internetseite www.corona-in-Zahlen.de am Dienstag bei 69,3. Von den knapp 2,54 Millionen Einwohnern waren rund 175.000 einmal geimpft, was einer Impfquote von 6,88 Prozent entsprach. Den Höhepunkt hatte die Sieben-Tage-Inzidenz mit einem Wert von fast 492 Anfang Juli erreicht.

"Die Menschen brauchen dringend Hilfe, auch wenn der Inzidenzwert gesunken ist", betont die 34-Jährige, die mit ihren beiden Töchtern und ihrem Sohn als Alleinerziehende seit zwei Jahren in Vörden wohnt. Zuvor lebte sie sechs Jahre lang in Damme.

Ismeralda April musste nicht lange überlegen, wie sie ganz persönlich Menschen in Namibia helfen kann. Sie möchte sogenannte OP-Masken sammeln und in ihre Geburtsstadt Keetmanshoop schicken.

Viele Familienangehörige leben in Keetmanshoop

Die Stadt im Zentrum Südnamibias zählt rund 19.000 Einwohner. Den eigentlichen Ort gründete 1866 die Rheinische Mission. Sie benannte ihn nach dem deutschen Industriellen Johann Keetman.

Noch heute leben viele Familienangehörige Ismeralda Aprils in der Stadt. Und sie hat Kontakt zu einem dort tätigen katholischen Pfarrer, der dafür sorgen wird, dass die gespendeten Masken nach dem Transport auch tatsächlich wie von Ismeralda April gewünscht in Keetmanshoop ankommen.

Unter anderem sind die Masken für Kinder in einem Waisenhaus sowie für andere Kinder gedacht, die nach dem Tod ihrer Eltern bei den Großeltern leben.

„Ich bin einfach nur dankbar, wenn ich Unterstützung von vielen Menschen bekomme.“Ismeralda April

Einen gewissen Grundstock hat Ismeralda April bereits gesammelt. Etwa 1000 Stück haben ihr bereits Arbeitskolleginnen gespendet. Die dreifache Mutter ist als Pflegeassistentin bei der Sozialstation St. Elisabeth beschäftigt. Sie ist in Neuenkirchen tätig und betreut zirka 20 Bürgerinnen und Bürger.

Zudem arbeitet sie nebenberuflich als selbstständige Fußpflegerin und betreut ebenfalls nebenberuflich eine Vördenerin.

Vördenerin arbeitet mit Botschaft in Berlin zusammen

Die bereits gespendeten Masken seien ein Grundstock, aber die Zahl reiche ihr noch nicht, erklärt Ismeralda April. Sie hofft auf viel, viel mehr. Eine genaue Vorgabe, wie viele es am Ende sein sollten, macht sie aber nicht. "Ich bin einfach nur dankbar, wenn ich Unterstützung von vielen Menschen bekomme."

Bis Anfang September möchte sie sammeln. Das, was bei ihr eintrifft, wird sie zunächst bei sich lagern und dann im Laufe des Septembers zur namibischen Botschaft in Berlin bringen.

Mit Botschaftsmitarbeitern hat sie geklärt, dass sie sich um den Weitertransport nach Namibia kümmern werden.

Corona verhindert Besuch der Mutter in Vörden

Wann sie selber wieder nach Keetmanshoop reisen wird, weiß die dreifache Mutter nicht. Zuletzt besuchte sie ihre Angehörigen dort vor drei Jahren. Eigentlich hatte ihre Mutter im Mai nach Vörden kommen wollen, um an der Erstkommunionfeier ihrer beiden Enkelinnen teilzunehmen. "Wegen Corona ging das nicht", bedauert Ismeralda April den ausgefallenen Besuch.

Allerdings gilt in diesem Fall wohl die Regel "Aufgeschoben ist nicht aufgehoben". Denn die Mutter wird den Besuch in Vörden gewiss nachholen können, wenn das möglich ist. Ismeralda April will mit ihren Kindern in Vörden wohnen bleiben. Hier fühlen sie die vier wohl. Und: Für die Kinder sei es viel besser, in einem kleinen Dorf wie Vörden als in einer großen Stadt aufzuwachsen.

  • Info: Wer OP-Masken für Menschen im namibischen Keetmanshoop spenden möchte, kann sich unter der Telefonnummer 0716/83039133 bei Ismeralda April melden.

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