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Hilfe, Handwerker! Von zwei linken Händen und fehlender Kommunikation

Meine Woche: Oder besser: meine Wochen. Denn die Mär um unseren Umzug ist nicht so schnell erzählt. Das liegt mitunter an der Kommunikation mit Handwerken, wie wir erfahren mussten.

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Eines vorweg: Die handwerklichen Fähigkeiten des Schreibers dieser Zeilen gehen gegen Null. Ein Bild an die Wand hängen? Mit Mühe und Not. Einen Schrank aufbauen? Nur mit viel Unterstützung – vor allem beim Verstehen der Bedienungsanleitung. Böden verlegen oder verputzen? Niemals. Somit war schnell klar, dass wir bei den Modernisierungsarbeiten im neuen Haus professionelle Hilfe benötigen würden. Hätte ich selbst hämmern, schrauben und Leitungen verlegen müssen, wäre das Haus wohl schnell zur Ruine geworden.

So machten wir uns auf die Suche nach Handwerkern, holten Angebote ein – und vergaben schließlich Aufträge. Die Top 3 auf der Liste: neuer Vinylboden, neue Fronten für die Küche, neue Türen. Von den Stimmen, die uns im Vorfeld prophezeit hatten, dass viele Betriebe unzuverlässig seien, unsauber arbeiten und überteuerte Rechnungen schreiben würden, ließen wir uns nicht abschrecken. Doch leider sollten sich die Warnungen bewahrheiten – zum Teil jedenfalls.

Der Designboden im Obergeschoss ist an vielen Stellen so wellig wie eine Damenfrisur aus den 80ern. Dort muss auf jeden Fall neu verlegt werden. Bedeutet: Klamotten und Bücher bleiben bis auf Weiteres in den Umzugskisten. Immerhin: Der Chef der Firma zeigte sich einsichtig, gab die Mängel zu.

„Der Designboden ist an vielen Stellen so wellig wie eine Damenfrisur aus den 80er Jahren.“Till Bettenstaedt

Auch in der Küche lief's nicht wirklich rund. Anfang Juni sollte alles fertig, die Fronten montiert sein. Nun haben wir Mitte Juli und mindestens einmal müssen die Experten noch kommen. Aus mehreren Gründen. Nachdem das neue Spülbecken eingesetzt wurde, ging die Spülmaschine einige Tage lange gar nicht mehr – nun klemmt's, wenn man sie schließt. Hinzu kommen Kratzer und Klebespuren an den Küchenmöbeln. Klingt vielleicht kleinkariert, nervt aber, wenn man viel Geld investiert. Dass Fehler passieren, nicht sauber gearbeitet wird und nachgebessert werden muss, ist jedoch nicht das Hauptproblem. Wer von uns ist schon fehlerfrei?

Was uns nun schon seit März gewaltig stört – insofern sollte diese Kolumne eher "Meine Wochen" statt "Meine Woche" heißen – ist etwas anderes: die Kommunikation mit vielen Handwerkern. Besser gesagt: die fehlende Kommunikation. Einige melden sich trotz dringender Fragen und mehrfachen Bittens erst etliche Tage später zurück oder sogar überhaupt nicht. Andere reagieren barsch, wenn man vorsichtig ihre Arbeit kritisiert. Muss das sein?

Eines ist aber klar: Pauschale Aussagen und Urteile über Handwerker sind völlig fehl am Platze. Und damit zurück zum Beginn der Kolumne. Ohne Maler und Schreiner, ohne Maurer und Elektriker, ohne Installateure und Zimmermänner geht gar nichts. Trotz aller Probleme, die ich mit den "Herrschaften" hatte und nach wie vor habe, wäre gerade ich ohne sie aufgeschmissen. Mit zwei linken Händen kann man nun mal weder Böden verlegen noch Türen einsetzen oder Wände verputzen.


Zur Person:

  • Til Bettenstaedt ist Sportredakteur bei OM-Medien.
  • Der Autor ist 46 Jahre alt und kommuniziert neuerdings viel mit Handwerkern.
  • Sie erreichen den Kolumnisten per E-Mail an: redaktion@om-medien.de.

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