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Heute sucht der Ex-Bürgermeister Paten für Orgelpfeifen

Obwohl er gerade 80 Jahre alt geworden ist – Ludger Mayhaus brennt immer noch. Wenn er sich einer Sache verschrieben hat, dann setzt sich Garrels früherer Bürgermeister mit Engagement ein.

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Immer noch gefragt: Garrels erster hauptamtlicher Bürgermeister Ludger Mayhaus ist jüngst 80 Jahre alt geworden. Derzeit ist er auf der Suche nach Paten für die Orgelpfeifen in der Bether Basilika. Foto: Looschen <br>

Immer noch gefragt: Garrels erster hauptamtlicher Bürgermeister Ludger Mayhaus ist jüngst 80 Jahre alt geworden. Derzeit ist er auf der Suche nach Paten für die Orgelpfeifen in der Bether Basilika. Foto: Looschen

Ludger Mayhaus‘ Netzwerk ist nach seiner Zeit als Garrels Bürgermeister nicht kleiner geworden. Viele Menschen kennen ihn, er kennt viele. Aktuell profitiert von seinem Engagement und von seinen Beziehungen der Orgelbauverein Bethen. Die Orgel in der Basilika ist abgängig, eine neue muss her. Da sie in der Wallfahrtsbasilika gespielt wird, ist es quasi die Orgel des Oldenburger Landes. Bei der Suche nach einem „Nicht-Bether“ war sich das Gremium schnell einig, Ludger Mayhaus wurde angefragt. Jetzt sucht er nach Paten für eine oder mehrere Orgelpfeifen. Durch die Patenschaften sollen 150000 Euro eingeworben werden, da ist Ludger Mayhaus intensiv dabei. „Vor wenigen Tagen kam ein Garreler zu mir und hat gleich sechs Patenschaften übernommen, für das Ehepaar und deren vier Kinder.“

Im Amt verhandelte Mayhaus über rund 300 Grundstücke

Ludger Mayhaus war der erste hauptamtliche Bürgermeister Garrels. Beruf und Amt hat er gründlich gelernt. 1958 begann er seine Ausbildung im Rathaus der Gemeinde, durchlief viele Stationen und Ämter. Ob Kasse, Meldeamt, Schul-, Haupt- und Personalamt, in allen Bereichen sammelte er Erfahrungen. Die Aufgabe als stellvertretender Gemeindedirektor lernte er unter Franz Wiese, dessen Nachfolger er 1988 wurde. Größte Herausforderungen waren immer die Schaffung neuer Arbeitsplätze und neuer Bauplätze. Um Arbeitsplätze zu schaffen, kamen Firmen nach Garrel. „Es waren etwa 300 Grundstückverhandlungen, die ich geleitet habe“, erinnert er sich heute.

Auch in seinem Amt als Gemeindedirektor und Bürgermeister „brannte“ er. Davon erzählt gern ein Garreler Unternehmer, der auf der Suche nach einem neuen Betriebsstandort den Gemeindedirektor nach dem Hochamt anrief. Nur zehn Minuten später saßen die beiden im Auto. Zwei Grundstücke wurden gezeigt. Schon am nächsten Tag fiel die Entscheidung.

Als 2001 Garrels erster hauptamtlicher Bürgermeister zu wählen war, fiel die Wahl auf Ludger Mayhaus. 90 Prozent der Wähler unterstützten seine Kandidatur. Sein Alter verhinderte 2008 eine Wiederwahl. Durch seine Amtsführung und seine Erfolge hat er sich den Neid manchen Politikers „verdient“.

„Es ist mir schon schwer gefallen, Abstand zu gewinnen“, bekennt er heute. Aber diese Phase habe er gut überwunden. Davon profitieren andere Initiativen. Sind Führungen im Nikolausdorfer „Buurnmuseum“ angekündigt, übernimmt der Ex-Bürgermeister gern. Wenn Anträge zu stellen sind, der Kontakt mit Behörden aufgenommen werden muss, weil der Oldtimer-Club Neues plant, dann kann er sich auf das Wissen und seine Beziehungen verlassen. Aktuell ist ein neuer Unterstand für Maschinen in Planung. Nach wie vor gehört er dem Kuratorium der „Heinrich-Kalkhoff-Stiftung“ an. 15000 Euro werden jährlich für die Bildung junger Menschen ausgeschüttet.

Aus Altersgründen kann er nicht mehr Mitglied im Beirat der „Stiftung Kardinal von Galen Burg Dinklage“ und im Beirat der Sozialstation Garrel-Bösel sein. Das bringt etwas mehr Zeit für seine Frau Helga, vier Kinder und neun Enkelkinder, die nach dem Opa fragen. Der Tag muss gut geplant werden, verlangt doch auch der Garten viel Arbeit.

Bischof Heinrich ­Timmerevers gratuliert zum 80. Geburtstag

Ludger Mayhaus muss keine Angst um Beschäftigung haben, auch nicht, wenn Ende des Jahres eine Aufgabe entfällt: 2008 rief er eine Schuldnerberatung für Garrel ins Leben. Regelmäßig hilft er mit einigen weiteren Ehrenamtlichen, Menschen aus ihrer finanziellen Misere zu kommen. Damit will er jetzt Schluss machen. Nicht ohne an die zukünftige Arbeit der Beratung zu denken: Mit einer Nachfolgerin ist er im Gespräch.

Dass seine Arbeit geschätzt wurde und wird, hat er einmal mehr an seinem Geburtstag erfahren, viele hätten angerufen und ihm gratuliert. Garrels heutiger Bürgermeister Thomas Höffmann und seine Frau statteten dem Jubilar sogar einen persönlichen Besuch ab. Ganz wichtig sind Mayhaus die Glückwünsche des Dresdener Bischofs Heinrich Timmerevers, dank dessen Beziehung es auch zu einer persönlichen Begegnung mit Papst Benedikt kam. Beschenkt wurden am Geburtstag des Opas auch die Enkelkinder. Die durften nämlich eine Rundfahrt mit einem Trecker machen. Der Nikolausdorfer Oldtimer-Club gratulierte mit einem Trecker-Korso.

In den kommenden Wochen hofft Ludger Mayhaus auf ­weitere Erfolge bei der Patensuche für die Orgel in Bethen. Er hat sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt und möchte für viele schwarze Punkte sorgen. Denn: Wenn eine Patenschaft zugesagt ist, wird auf die Pfeife im Registerplan ein schwarzer Punkt geklebt.

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