Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Herzstück im Zentrum bekommt neues Leben eingehaucht

Zuletzt stand das Gebäude in Emsteks Ortsmitte leer. Birgit Focke-Meermann und André Zurwellen haben die Immobilie gekauft und werden das Objekt grundlegend sanieren.

Artikel teilen:
Auffällig: Das ehemalige Gebäude der Öffentlichen Versicherung ist in der Adventszeit bunt illuminiert. Nach einer gründlichen Sanierung sollen dort Gewerbe und Wohnen einziehen. Foto: Thomas Vorwerk

Auffällig: Das ehemalige Gebäude der Öffentlichen Versicherung ist in der Adventszeit bunt illuminiert. Nach einer gründlichen Sanierung sollen dort Gewerbe und Wohnen einziehen. Foto: Thomas Vorwerk

Es tut sich etwas im Zentrum. Nicht nur, dass das zuletzt von einer Versicherung genutzte Gebäude seit dem Wochenende in buntem Licht erstrahlt, auch die Schaufenster sind von Geschäftsleuten aus dem Ort neu dekoriert worden. Leben soll in spätestens einem halben Jahr in den Komplex mit der markanten Fassade einkehren, denn dann wird das Erdgeschoss als Bürofläche genutzt und darüber sollen vier Wohnungen in hochwertiger Ausstattung mit einer Größe von 70 bis 80 Quadratmetern entstehen. Die "FM Immobilien & Verwaltung" wird das Erdgeschoss nutzen.

"Das Haus soll der Platzhirsch in der Ortsmittel bleiben", sagt Birgit Focke-Meermann. Sie und André Zurwellen haben das Gebäude gekauft und planen gegenwärtig die Umbaumaßnahmen. "Am liebsten wären wir sofort eingezogen", sagt Focke-Meermann. Lange Lieferzeiten beim Material sorgen wie allerorts bei Renovierungsarbeiten für Verzögerungen. Es ist nach einem Wasserschaden einiges zu tun, aber das Investoren-Team ist voller Zuversicht, mit dem Projekt so schnell wie möglich das Emsteker Zentrum zu verschönern und zu stärken.

HGV hat die Schaufenster gestaltet

Leben in die Ortsmitte zu bekommen, das war auch die Idee von Peter Kleene, stellvertretender Vorsitzender des Handels- und Gewerbevereins, als er vor wenigen Wochen bei einem Gang durch Emstek wieder auf das verwaiste Gebäude schaute. Die Schaufenster in der Adventszeit nutzen und das Gebäude illuminieren, war sein Gedanke. Dass es zu diesem Zeitpunkt bereits Gespräche zwischen dem Besitzer und den Kaufinteressenten gab, wusste er nicht, doch bei Birgit Focke-Meermann stieß das Vorhaben auf offene Ohren. Ebenso bei Wolfgang Lüske, Marketingbeauftragter der Gemeinde Emstek. Über das Förderprogramm "React" kümmerte er sich um die Beleuchtung, während der HGV sich der Fenster annahm.

"Es sind alle Mitglieder angeschrieben worden, ob sie ein Fenster belegen wollen. Momentan ist alles gestaltet, doch es spricht nichts dagegen, nach zwei Wochen zu wechseln", meinte Kleene im Gespräch mit unserer Redaktion. "Wenn die Schaufenster tot sind, ist auch der Ort tot." Deshalb versteht der Handels- und Gewerbeverein die Aktion auch als Werbung für einen Einkauf vor Ort.

Textilwaren, Gaststätte und Hotel waren dort untergebracht

Der Bereich rund um die Pfarrkirche St. Margaretha ist in den vergangenen Jahrhunderten im Besitz verschiedener Familien gewesen. Der Heimatverein hat sich in seinem Blatt "Emsteker Truhe" vor fünf Jahren intensiver dem "Kirchhof" gewidmet, wie Markus Meckelnborg, Vorsitzender des Heimatvereins, auf Anfrage erklärte.

In dem Bericht heißt es: Der relativ große Komplex dürfte sich aus ursprünglich mindestens drei Kirchhöfen entwickelt haben. Der linke (östliche) Teil war wohl der alte Kirchhof Meistermann. Mitte des 18. Jahrhunderts ging dieser durch Verkauf in den Besitz der Familie Barling über. 1908 kaufte die Hälfte des Gebäudes Johann Caspar Gardewin, während die andere Hälfte in den Besitz von Ignatz Thole gelangte.

Bekleidungsgeschäft wurde in den 1980er Jahren geschlossen

Der mittlere Teil des Gebäudes inmitten von Emstek war der Kirchhof Schnieders oder auch Hoymann. 1852 kauft die Familie Hinners das Gebäude, bevor 1887 durch Einheirat der Familienname Gardewin in die Eigentümerliste Eingang fand. Der rechte oder westliche Teil war ursprünglich der Kirchhof Schütte. Dort heiratete 1789 Johann Hermann Vorwerk ein, bevor auch hier die Familie Hinners 1882 das Gebäude kaufte und durch Einheirat die Familie Gardewin ins Spiel kam.

Im Brandkassenregister ist der gesamte Komplex bereits Johann Caspar Gardewin zugeordnet. Die Familie Gardewin betrieb in dem Haus viele Jahre nicht nur eine Gaststätte und zeitweise auch ein Hotel, sondern ebenso ein Bekleidungsgeschäft, das in den 1980er Jahren des vergangenen Jahrhunderts geschlossen wurde. 1987 kauften die Öffentlichen Versicherungen Oldenburg das Gebäude und ließen es komplett renovieren. Dabei ist auch der Durchgang entstanden.

Der neue Newsletter für Friesoythe. Immer am Donnerstag das Wichtigste aus der Eisenstadt in ihrem Postfach. So verpassen Sie nichts mehr.  Jetzt hier kostenlos anmelden

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Herzstück im Zentrum bekommt neues Leben eingehaucht - OM online