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Hemmelter Jugendliche machen Friedhof zum Lebensraum für Insekten

Jugendliche legen in Hemmelte eine neue Blühwiese an. Neben der Artenvielfalt wollen sie auch den Gemeinsinn fördern.

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Für Bienen und andere Insekten: Junge Leute aus dem Ort planen die Blühwiese auf dem Hemmelter Friedhof. Foto: G. Meyer

Für Bienen und andere Insekten: Junge Leute aus dem Ort planen die Blühwiese auf dem Hemmelter Friedhof. Foto: G. Meyer

Ihren Friedhof zum Blühen bringen Jugendliche und junge Erwachsene aus Hemmelte. Gemeinsam haben sie am Wochenende eine rund 1200 Quadratmeter große Rasenfläche in eine künftige Blumenwiese verwandelt. Damit wollen sie einen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt leisten.

Beteiligt waren die Messdiener, die Landjugend, der Heimatverein und der Pfarreirat. Begleitet wurde der Einsatz von Karin Grever, Blühstreifenmanagerin bei der Lokalen Aktionsgruppe Hasetal (LAG).  Ihre Arbeit besteht vor allem darin, geeignete Standorte zu finden und  sie auf die Aussaat vorzubereiten. Dafür arbeitet die LAG auch mit Kindergärten und Schulen zusammen. Das Projekt läuft seit 2019, wird aber in diesem Jahr enden. An einer Fortsetzung unter einem anderen Namen werde derzeit gearbeitet, bestätigt Grever.

Sie und ihr Mitstreiter Friedrich Homann konnten bisher rund 100 Hektar Blühwiesen schaffen. Inzwischen werden nur noch mehrjährige Standorte gefördert. Landwirte, die sich beteiligen, müssen für das Saatgut nichts bezahlen. Die Initiatoren übernehmen auch die Kosten für das beauftragte Lohnunternehmen. Die Teilnahme ist freiwillig. Ganz leicht hatten es die Blühwiesen in der Vergangenheit allerdings nicht. Sie litten in den Frühjahren vor allem unter Trockenheit. Sie könnte auch diesmal zum Problem werden.

Umdenken in der Friedhofspflege

Friedhöfe sind für Karin Grever besonders attraktive Standorte. In ihrer ökologischen Neugestaltung sieht sie großes Potenzial, um die Biodiversität insgesamt zu erhöhen. Bisher sollen die Gottesäcker aus Respekt vor den Verstorbenen vor allem gepflegt aussehen. Mancherorts hat inzwischen ein Umdenken stattgefunden. Die Stadt Göttingen etwa verzichtet beim Mähen der Wiesen auf einen Kahlschlag. So werden die Grünflächen dort nicht wie früher zur gleichen Zeit gemäht, damit ein Teil des Nahrungsangebots immer vorhanden ist.

In Hemmelte  griffen die Jugendlichen zum Spaten und trugen zunächst die Grassoden ab. Dabei gingen sie sorgfältig vor und achteten darauf, keine Reste zurückzulassen, um einer späteren Verunkrautung entgegenzuwirken. Anschließend wurde die Fläche vorbereitet und die Blühsamen direkt eingesät. "Die Mischung ist speziell  angepasst worden", erklärt Pastoralreferent Robert Luttikhuis. Wachsen werden jetzt ausschließlich Wildblumen, die in der Region typisch sind.

Luttikhuis freut sich, dass der Aufruf zum Mitmachen auf so großen Widerhall gestoßen ist. Er wirbt für die Enttabuisierung von Friedhöfen. "Wir müssen sie anders wahrnehmen und zu Orten der Begegnung machen". Die gemeinsame Aktion sei ein erster Schritt dahin. Nach ihrem Ende feierte die Gruppe noch einen Wortgottesdienst im Freien.

Strengten sich an: Die Hemmelter trugen die Grassoden ab. Foto: MeyerStrengten sich an: Die Hemmelter trugen die Grassoden ab. Foto: Meyer

Jetzt muss die Saat nur noch aufgehen. Aus den Augen lassen werden die jungen Hemmelter ihre Wiese aber nicht. Ein wenig Pflege dürfte sie noch benötigen. Den ganzen Sommer über soll sie dann den Insekten einen Lebensraum und den Friedhofsbesuchern viel Freude schenken.

  • Info: Näheres zum Blühstreifenprogramm gibt es unter www.hasetal-leader.de. Karin Grever ist erreichbar unter Telefon 05432/597933.

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