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Helga Kröning braucht keine Kirche: "Unrecht und Krieg können niemals Gottes Wille sein"

Die Cloppenburgerin lädt zum Glauben an Gott ein, auch ohne die katholische Kirche. Für sie steht fest: „Alles, was Druck macht und einengt, das läuft nicht mehr."

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Mehr Gott, weniger Kirche: Helga Kröning aus Cloppenburg lädt Menschen dazu ein, den Grund des Glaubens in sich selbst zu sehen. Foto: Bernd Götting

Mehr Gott, weniger Kirche: Helga Kröning aus Cloppenburg lädt Menschen dazu ein, den Grund des Glaubens in sich selbst zu sehen. Foto: Bernd Götting

Ihre Pressemitteilungen sind aus vielen Zeitungen bekannt. Helga Kröning lädt regelmäßig zu Kursen und Vorträgen für das Cloppenburger Bildungswerk ein und organisiert diese Events meistens selbst. Das passt zur ihrer grundsätzlichen Haltung – sie ist gerne freiberuflich tätig, frei von kirchlichen Zwängen und frei bei der Ausübung ihres Glaubens.

Ihr christlicher Glaube ist allerdings sehr solide. Erst recht, nachdem sich die frühere Arzthelferin vor einigen Jahren entschlossen hatte, in einem 6 Jahre dauernden „Würzburger Fernkurs“ theologisches Wissen zu erwerben und den Glauben zu vertiefen. Angefangen hatte ihre Bildungstätigkeit mit einem Familienkreis im Haus Ketteler, nachdem eine Gruppe nach mehr geistreichen Inhalten strebte. Nach ihrer langen Fortbildung merkte sie, dass die Religion sie nicht mehr loslässt. Mehr noch: Sie beschäftigte sich zunehmend mit der sogenannten Neuevangelisierung, der Erneuerung und Rückbesinnung des Glaubens. Und zweifelsohne ist der Landkreis Cloppenburg eine der Regionen, in denen der christliche Glaube schon sehr lange beheimatet ist, aber durch die fortschreitende Säkularisierung an Bedeutung verloren hat.

„Alles, was Druck macht und einengt, das läuft nicht mehr. Das religiöse Band zwischen den Generationen ist zerrissen, die bloße Lehre von Gott ist überholt.“Helga Kröning, Cloppenburg

„Mir wurde irgendwann klar, dass ich andere überzeugen will. Sie sollen spüren, dass ich hinter dem stehe, was ich sage – und zwar frei von kirchlichen Zwängen,“ sagt Helga Kröning über sich selbst. Sie bringt es auf eine einfache Formel: „Was in einem brennt, das zündet in einem anderen“. Und so ruft sie über die Presse und andere Medien regelmäßig zu Veranstaltungen auf, in denen sie Teilnehmern die Möglichkeit bietet, sich in Gemeinschaft über den christlichen Glauben auszutauschen.

Auch für die Bereich Lebensfragen und Kommunikation bietet die Cloppenburgerin Lernen in authentischen Situationen an. Dabei greift sie immer auf ihre Ausbildung, aber auch auf ihre Erfahrungen als Ehefrau und Mutter zurück. Ob diese Bildungsfelder, insbesondere die mit religiösem Hintergrund, noch zeitgemäß sind, daran zweifelt die Dozentin nicht. Sie ist sich vielmehr sicher, dass Menschen immer auch Suchende sind. „Um eine zündende Idee im Glauben zu verbreiten, bedarf es einer aufnahmebereiten Sehnsucht“, ist sich Helga Kröning sicher. Und sie hat erfahren, dass Menschen keine kirchliche, wohl aber eine religiöse Bindung suchen. Wenn es also den suchenden Menschen mit seiner Sehnsucht und dem Wunsch nach Religion gebe, dann müsse der Grund des Glaubens im Menschen selber und nicht in einer Institution liegen. Mit diesem Ansatz trifft die Freiberuflerin offenbar häufig den Nerv ihres Publikums und liegt im Trend der Zeit, denn die großen Kirchen werden derzeit alle hinterfragt oder gar nicht mehr beachtet.

Für Helga Kröning ist längst klar: „Alles, was Druck macht und einengt, das läuft nicht mehr. Das religiöse Band zwischen den Generationen ist zerrissen, die bloße Lehre von Gott ist überholt. Deshalb muss man den Glauben leben und ihn als existentiellen Weg verstehen.“ Ebenso realistisch geht sie auch mit einer Frage um, die oft von Personen gestellt wird, die an ihren Kursen interessiert sind: „Muss man glauben?“. Ihre simple Antwort: „Nein, das geht auch später“.

Glaube kann man nur authentisch vermitteln, wenn man mitten in der Zeit steht

Helga Kröning hat sich fest vorgenommen, ihre Zuhörer und Teilnehmer immer im Hier und Jetzt abzuholen: „Wenn man authentisch vermitteln will, muss man mitten in der Zeit stehen.“ Denn im Moment würde doch viele Menschen die besondere Frage beschäftigen, ob es angesichts des Übermaßes an Krieg, Leid und Unrecht, z.um Beispiel in der Ukraine, überhaupt einen Gott gebe. Sie ist überzeugt, dass Unrecht und Krieg niemals Gottes Wille sein können. Und eine Glaubenslehre, die Andersdenkende und Abweichler ausschließen müsse, könne in Zukunft nicht mehr als glaubwürdige Form des Glaubens erscheinen. Die heutige Situation der Menschen und auch die der Kirche selbst brauche eine Erneuerung der Mystik, in der Menschen Gott erfahren und spüren. Deshalb lädt Helga Kröning auch in Zukunft zu Bildungsveranstaltungen ein, in denen man lernen kann, Gott zu vertrauen.

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