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Heiß, heißer, Stoppelmarkt: Die Hitze hinterlässt ihre Spuren

Während die Wirte auf der Westerheide insgesamt recht zufrieden sind, muss das Geschäft der Schausteller leiden. Die Polizei spricht von einem weitestgehend friedlichen Verlauf.

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Es herrscht ein Kommen und Gehen. Während der Besuch tagsüber aufgrund der hochsommerlichen Temperaturen etwas zu wünschen übrig lässt, strömen die Menschen in den Abendstunden in Scharen auf das Marktgelände. Foto: Speckmann

Es herrscht ein Kommen und Gehen. Während der Besuch tagsüber aufgrund der hochsommerlichen Temperaturen etwas zu wünschen übrig lässt, strömen die Menschen in den Abendstunden in Scharen auf das Marktgelände. Foto: Speckmann

Die Berichterstattung rund um den Stoppelmarkt 2022 wird Ihnen präsentiert von der Volksbank Vechta.

Heiß, heißer, Stoppelmarkt: Auf der Westerheide in Vechta kommen die Besucher an den hochsommerlichen Temperaturen nicht vorbei. Da tut jedes Kaltgetränk, jeder Schattenplatz und jeder Luftzug einfach nur gut. So schön der Sonnenschein im Gegensatz zu manch verregneten Jahren auch sein mag, die Hitze hat auch ihre Schattenseiten. Während die Wirte noch insgesamt positiv gestimmt sind, laufen die Geschäfte bei anderen Marktbeschickern weniger zufriedenstellend.

„Uns macht die Hitze zu schaffen“, erklärte Jürgen Meyer, Vorsitzender des Vereins Reisender Schausteller Vechta, auf Anfrage. Er hätte sich nach der pandemiebedingten Zwangspause einen besseren Neustart auf der Westerheide gewünscht, denn zu hohe Temperaturen beeinträchtigen erfahrungsgemäß das Geschäft. Dies hat sich nun einmal mehr bestätigt, wie der Schausteller aus Goldenstedt am Sonntag berichtete.

Laut seiner Zwischenbilanz bleibt der Betrieb in den Fahrgeschäften tagsüber hinter den Erwartungen zurück. Hier fehle es noch an Publikum und somit an „einigen Prozenten“ in der Kasse. Wenn die Besucher erst später auf den Markt kämen, ließe sich der entgangene Umsatz in den Abend- und Nachstunden nicht gänzlich aufholen. Mit Einbußen hätten insbesondere Imbissbetriebe zu kämpfen, so Meyer.

Auf Streife: Die Polizei ist mit zahlreichen Kräften in Uniform und Zivil auf der Westerheide unterwegs. Foto: SpeckmannAuf Streife: Die Polizei ist mit zahlreichen Kräften in Uniform und Zivil auf der Westerheide unterwegs. Foto: Speckmann

Schausteller und Wirte hoffen auf erfolgreichen Schlussspurt

Unter den Betreibern der Restaurationszelte scheint die Stimmung besser zu sein. Der Vorsitzende der Vereinigung der Stoppelmarkt-Wirte, Ludger Emken, zeigte sich in einer Zwischenbilanz insgesamt zufrieden. Nach Rücksprache mit einzelnen Betreibern machte er aber auch deutlich: „Es gibt Gewinner und Verlierer.“ Neue Zelte, etwa Kombinat und Charivari, seien gut eingeschlagen. Es gebe aber auch Zelte mit Luft nach oben.

Weil die hochsommerlichen Temperaturen in den Abendstunden laut Wetterprognose kaum nachlassen, hatte der Wirte-Vertreter zunächst befürchtet, dass die Zeltkundschaft erst später kommen und sich die Aufenthaltsdauer dadurch verkürzt. Dies sei bisher aber erfreulicherweise nicht der Fall gewesen, erklärte Emken am Sonntag. Unabhängig von den Preiserhöhungen hätten einige Wirte sogar Umsatzsteigerungen verzeichnet.

Schausteller und Wirte hoffen nun auf einen erfolgreichen Schlussspurt. Die Frage ist allerdings, ob sich die Westerheide am Stoppelmarkt-Montag aufgrund des abgesagten Pferdemarktes erst später füllt. Marktmeister Jens Siemer geht davon aus, dass zwar die typische Stammkundschaft in aller Früh fehlen, sich der Wegfall des Handels aber nicht auf den Haupttag auswirken werde.

Marktmeister glaubt nicht mehr an Besucherplus

Mit dem bisherigen Marktverlauf zeigte sich Siemer zufrieden, auch wenn tagsüber etwas weniger Besucher als in früheren Jahren gekommen seien. Doch abends würden die Leute in Scharen aufs Gelände strömen. Seine ursprüngliche Hoffnung, dass es in diesem Jahr ein Besucherplus geben könnte, also die Zahl von rund 800.000 Besuchern übertroffen wird, hat Siemer aufgrund der Hitze begraben.

Die Polizei ging mit Blick auf den Freitag von etwa 80.000 Personen aus, die auf dem Markt ausgelassen gefeiert hätten oder über das Gelände schlendert seien. Wie in den Jahren vor der Pandemie sei am Samstag mit einem starken überregionalen Besucherandrang zu rechnen gewesen. „Am Abend war der Besucherzustrom so hoch, sodass von etwa 100.000 Personen auf dem Stoppelmarktgelände ausgegangen wurde.“

Die Polizei ist eigenen Angaben zufolge mit zahlreichen Kräften im Einsatz. Die Beamten hätten am Samstag zwar mehr Anzeigen aufnehmen oder häufiger einschreiten müssen als an den Vortagen. Aber gemessen an der hohen Besucherzahl, sei es nach bisherigen Erkenntnissen bei einer eher geringen Anzahl an bekannt gewordenen Straftaten geblieben, heißt es in einer Pressemitteilung.

DRK verzeichnet bisher etwa 230 Hilfeleistungen

Dem Bericht zufolge kam es am späten Samstagabend und am frühen Sonntagmorgen zu einigen – zum Teil wechselseitigen – Körperverletzungen. Darüber hinaus seien ein Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz und drei Diebstähle polizeilich bekannt geworden. Am Freitag habe es eine eher geringe Zahl von Straftaten gegeben, „sodass von einem weitestgehend friedlichen Verlauf gesprochen werden kann“.

Die Kreisbereitschaft Vechta des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) verzeichnete bisher etwa 230 Hilfeleistungen, darunter viele Wespenstiche und Kreislaufprobleme, wie Kreisbereitschaftsleiter Henrik Busch am Sonntagnachmittag auf Anfrage mitteilte. Vechtas Ortsbrandmeister Christian Heitmann blickte derweil sichtlich entspannt in das Wachbuch der Feuerwehr: „Keine Vorkommnisse.“

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