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Heimatverein präsentiert alte Fotos auf moderne Weise

Der Heimatverein Bakum ist wegen der Corona-Pandemie eingeschränkt in seinen Möglichkeiten. Untätig bleiben die Mitglieder deshalb aber nicht. Das Internet spielt dabei eine entscheidende Rolle.

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Vom Analogen ins Digitale: Der Heimatverein Bakum rund um den ersten Vorsitzenden Franz-Josef Göttke (rechts) und Hubert Kröger hat das Motto des Bürgerbuchs "14 ein Ganzes" für ein Internet-Projekt aufgegriffen. Foto: Meyer

Vom Analogen ins Digitale: Der Heimatverein Bakum rund um den ersten Vorsitzenden Franz-Josef Göttke (rechts) und Hubert Kröger hat das Motto des Bürgerbuchs "14 ein Ganzes" für ein Internet-Projekt aufgegriffen. Foto: Meyer

14 ein Ganzes – dieses Motto hat der Heimatverein Bakum für ein aktuelles Projekt wieder aufgegriffen. Viele Bakumerinnen und Bakumer werden sich erinnern: 2013 ist eine fast 400 Seiten starke Fotosammlung mit dem Titel erschienen. Zahlreiche Fotos von Bakumerinnen und Bakumern aus den 14 Ortsteilen Bakum, Büschel, Carum, Daren, Elmelage, Harme, Hausstette, Lohe, Lüsche, Märschendorf, Molkenstraße, Schledehausen, Vestrup und Westerbakum sind darin zu finden.

"Das Bürgerbuch ist sehr gut angenommen worden", lässt Franz-Josef Göttke, erster Vorsitzender des Heimatvereins Bakum, wissen. Deshalb hat sich der Heimatverein jetzt passenderweise eine Serie dazu überlegt. Hubert Kröger, beim Heimatverein unter anderem für die EDV zuständig, stellt jede Woche eine Ortschaft – aus heimatkundlicher Sicht – auf der Internetseite des Vereins vor.

Fotos zeigen Begebenheiten aus den 1950er und 1960er Jahren

Mehrere alte Fotomotive hat Kröger dafür aus dem Archiv zusammengetragen – zum Teil stammen sie vom OV-Fotografen Heinz Zurborg. Auf rund 200.000 Fotos insgesamt kann der Heimatverein zurückgreifen. Alle digitalisiert, katalogisiert und somit schnell verfügbar, erklärt Kröger.

Der Großteil der Fotos, die für die Serie ausgewählt wurden, zeigt Ereignisse aus den 1950er und 1960er Jahren. Zu jedem Bild gibt es zudem eine historische Einordnung. Derzeit finden sich bereits die Beiträge zu den Orten Schledehausen, Vestrup, Molkenstraße und – gerade ganz aktuell – Carum auf der Homepage des Heimatvereins. "Bis Ostern wollen wir alle vorgestellt haben", sagt Kröger.

Die Leute hätten durchaus Interesse an den alten Fotos, weiß Kröger. Besonders die Älteren schätzen derartige Fotosammlungen. Über Social Media erreiche man aber mittlerweile auch zunehmend jüngeres Publikum. Denn Kröger veröffentlicht auf Facebook und Instagram passende Fotos zu der Serie und lockt damit die Nutzer auf die Internetseite des Heimatvereins.

Corona-Pandemie macht Veranstaltungen unmöglich

"Die Besucherzahlen gingen gewaltig nach oben", verrät Hubert Kröger. Mehr als 1500 Klicks habe er bereits mit den ersten Folgen verzeichnet. "Das ist für unsere Verhältnisse schon ordentlich." Die Rückmeldung sei dabei überwiegend positiv. Das zeige dem Heimatverein: Das Interesse ist da. Und über das Internet seien die Fotos für jeden zugänglich, sagt Kröger.

Der Heimatverein ist nicht ohne Grund digital so aktiv. Normalerweise finden in den Wintermonaten viele Veranstaltungen statt, erzählt Kröger. Doch wegen der Corona-Pandemie sei dies jetzt alles nicht möglich. "Wir können das Heimathaus nicht nutzen, also finden wir digitale Wege", sagt Kröger. "In Corona-Zeiten ist der Heimatverein besonders im Internet aktiv", fügt Franz-Josef Göttke hinzu. Und da die EDV immer besser funktioniere, "kann ich das auch im Homeoffice machen", sagt Kröger und lacht.

Ein Foto aus der aktuellen Folge: Mit allen Ehren wurde 1960 Weihbischof Roleff in der Pfarrgemeinde Carum empfangen. Hier singt der Gesangverein unter der Leitung von Lehrer Julius Seeger ein Begrüßungslied. Foto: OVHeinz ZurborgHeimatbundEin Foto aus der aktuellen Folge: Mit allen Ehren wurde 1960 Weihbischof Roleff in der Pfarrgemeinde Carum empfangen. Hier singt der Gesangverein unter der Leitung von Lehrer Julius Seeger ein Begrüßungslied. Foto: OV/Heinz Zurborg/Heimatbund

Hoffnung, dass Maibaumsetzen stattfinden kann

Allerdings könne der Heimatverein flexibel auf die aktuellen Umstände reagieren. "Wir fallen nicht in einen 1000-jährigen Schlaf, nur weil Corona ist", sagt Kröger mit einem Augenzwinkern. "Wir haben einiges in petto und können kurzfristig etwas auf die Beine stellen", versichert Göttke. Wenn also die Möglichkeit bestehe, wieder Veranstaltungen anzubieten, könne der Heimatverein schnell reagieren.

Auf ein Jahresprogramm habe der Verein in diesem Jahr aber trotzdem verzichtet. Dafür sei die Pandemie zu unvorhersehbar, sagt Göttke. Er wünsche sich trotzdem, dass ein Backtag im Frühjahr wieder möglich sein kann. Auch das Maibaumsetzen am 30. April sei ein Termin, auf den er ungern verzichte. Allerdings lasse sich derzeit schlecht abschätzen, ob das Event stattfinden kann.

Von einer digitalen Mitgliederversammlung sehe der Heimatverein –trotz aller Digitalisierungsfortschritte – aber ab. "Dazu sehen wir uns nicht in der Lage", sagt Göttke. Er weist darauf hin, dass gerade für die Älteren, die nicht so internetaffin seien, die 2. Ausgabe von "Dit und Dat ut Baoken", die Ende Dezember herausgebracht wurde, interessant sein könnte. Auch darin sind viele Fotos und heimatkundliche Erklärungen zu finden.

  • Info: Auf www.heimatverein-bakum.de ist die aktuelle Serie "14 ein Ganzes" zu finden. Franz-Josef Göttke weist daraufhin hin, dass das Bürgerbuch „14 ein Ganzes“ noch erhältlich ist. Es kostet 20 Euro und ist unter Telefon 04446/266 bei ihm erhältlich.

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