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Heimatfreunde bewahren Saterfriesisch

Der „Seelter Buund“ hat ein Ziel: Die Mitglieder wollen die Minderheitensprache am Leben halten. Mit einem Seminar in Scharrel wollen sie das ermöglichen.

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Saterfriesisch Kursus für Erwachsene: Den gibt es jetzt beim Heimatverein "Seelter Buund" in Scharrel. Foto: Passmann

Saterfriesisch Kursus für Erwachsene: Den gibt es jetzt beim Heimatverein "Seelter Buund" in Scharrel. Foto: Passmann

Saterfriesisch ist die Sprache der Saterfriesen und letzte verbliebene Varietät der ostfriesischen Sprache. Bei den Saterländern handelt es sich entsprechend um eine der kleinsten Sprachinseln Europas. „Die saterfriesische Sprache oder das Saterländische wird nach unterschiedlichen Schätzungen nur noch von rund 1800 Menschen gesprochen“, sagt Stephan Dannebaum vom Heimatverein „Seelter Buund“. Dieser Entwicklung wollen die Heimatfreunde nun ein Ende setzen: Damit die Sprache nicht ausstirbt und noch in den nächsten Generationen gesprochen wird, haben sich die Mitglieder des Vereins überlegt, einen Saterfriesisch-Kurs für Erwachsene anzubieten. Den Startschuss dazu gab es in dieser Woche im Heimathaus „Seelterfräiske Kulturhuus“ in Scharrel.

Dabei versuchten die beiden Heimatfreundinnen Veronika Pugge und Margot Tamling, die die Sprache noch perfekt beherrschen, den Teilnehmern einige Grundkenntnisse beizubringen. „Den letzten Kurs in unserer Sprache gab es vor 8 Jahren , damals noch von Adelheid Pörschke geleitet. Doch dann wurde Adelheid krank und der Sprachkurs wurde nicht weitergeführt“, erinnert sich Dannebaum.

Vor 2 Jahren gab es bereits die Idee für einen Saterfriesisch-Kurs. Doch aufgrund der Corona-Pandemie hätte man damit nicht starten können. „Nun starten wir einen Neuanfang, ansonsten werden immer weniger Menschen den Sprachdialekt erlernen“, so Dannebaum. Er sei froh, dass die Sprache zudem in den Kindergärten und Schulen gepflegt werde.

Für den Kurs im Herbst gibt es schon 15 Anmeldungen

Derweil zieht sich die Veranstaltung im Kulturhuus insgesamt über acht Abende. Zudem soll im Herbst ein weiterer Kurs gestartet werden. Dazu gibt es schon über 15 Anmeldungen, insbesondere auch von den Landjugendlichen aus dem Saterland. „Ich möchte die Sprache erlernen, damit sie erhalten bleibt. Teilweise kann ich sie auch in meinem Berufsleben gebrauchen“, erklärt Klaus-Peter Geesen aus Elisabethfehn seine Motivation. Als gebürtiger Bollinger sei er auch stolz auf diesen Dialekt.

Martin Thoben aus Ramsloh spricht Saterfriesisch – aber noch nicht perfekt. Das würde vor allem daran liegen, dass zu Hause mit den Kindern wenig Saterfriesisch gesprochen wurde. Nun möchte er das Ganze weiter vertiefen. „Bei uns im Geschäft kommen oft ältere Kunden und bestellen die Ware auf Saterfriesisch. Die möchte ich besser verstehen können und außerdem freuen sie sich immer, wenn sie auf Saterfriesisch ihr Anliegen vortragen können“, sagt Thoben.

Zu dem Kurs gehört auch ein wenig Überwindung dazu

Ähnlich geht es auch dem Ehepaar van Warmedam. Birgit und Klaus fanden es schade, dass sie Saterfriesisch nicht so gut sprechen konnten. Das wollten sie ändern und ihre sprachlichen Fähigkeiten verbessern, weshalb sie sich für das Seminar entschieden hätten.

„Es gehört schon ein wenig Überwindung dazu, die Sprache zu erleben und auch ein wenig die Hemmschwelle zu überschreiten“, erklärt Kursleiterin Veronika Pugge. Wie in einem Sprachkurs üblich, begann das Seminar mit der Vorstellung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf Saterfriesisch. Dann folgte ein Smalltalk und ein wenig Grammatik. Hierbei gebe es noch einen kleinen Unterschied zwischen den Ramslohern und den Menschen aus Strücklingen und Scharrel. „In Ramsloh dominiert das „o“ in den Wörtern, während in den Nachbarorten das „a“ vordergründig betont wird“, so Leiterin Margot Tamling.

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