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Heimatabend in Cloppenburg: Gedichte und Gedööns auf Platt

Der Cloppenburger Heimatverein freute sich über ein ausverkauftes Hause im Dorfkrug. Sängerin Iris Brinker-Scheper, Helmut Schmitz und Friedrich "Fitti" Hillen unterhielten die Gäste dabei gekonnt.

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Verschmitzt und launig: Praktisch ein Heimspiel hatte Helmut Schmitz mit seinen plattdeutschen Gedichten von Heimatdichter Dr. Heinrich Burwinkel. Foto: Heidkamp

Verschmitzt und launig: Praktisch ein Heimspiel hatte Helmut Schmitz mit seinen plattdeutschen Gedichten von Heimatdichter Dr. Heinrich Burwinkel. Foto: Heidkamp

Bei den Mitgliedern und Freunden des Heimatverein Cloppenburg werden der Zusammenhalt und das Traditionsbewusstsein ganz großgeschrieben. Das gilt besonders für die Heimatabende, zu denen der Verein regelmäßig im Herbst in den Dorfkrug des Cloppenburger Museumsdorfes einlädt. Dieses hat der diesjährige Heimatabend wieder einmal eindrucksvoll zum Ausdruck gebracht.

„Ich wünsche Ihnen een plessierlicken Aobend“, begrüßte der Vorsitzende Andreas Weber über 120 Gäste und freute sich über ein ausverkauftes Haus. Unter dem Motto „Van Buurn, Veihkooplüüe, Slachter, Pastöre und de Politik“ konnten sich die Gäste über ein Programm freuen, welches in Wort und Musik mal heiter, mal nachdenklich und voll und ganz der plattdeutschen Sprache gewidmet war.

Maßgeblich zum Gelingen des Abends beigetragen hat Sängerin Iris Brinker-Scheper aus Emstek. Mit ihren Liedern traf sie den Geschmack des Publikums, welches sich nicht lange bitten ließ und oft mitsang. Aktueller denn je erwies sich der Text des irischen Segensliedes „Möge die Straße uns zusammenführen“. Einfühlsam und sehr berührend präsentierte Iris Brinker-Scheper mit ihrer Gitarre den Song, der vor allem mit seinem Refrain „Und bis wir uns wiedersehen, halte Gott dich fest in seiner Hand“ ein wenig Wehmut hervorrief. Bei dem Klassiker „Dat du min Leevsten büst“ kamen die Gäste dann richtig in Stimmung. Lautstark wurde mitgesungen und hinterher kräftig applaudiert.

So richtig strapaziert wurden die Lachmuskeln von Friedrich „Fitti“ Hillen

Mit seinen Gedichten von Dr. Heinrich Burwinkel hatte Helmut Schmitz praktisch ein Heimspiel. Ein wenig verschmitzt und launig präsentierte Schmitz die in plattdeutscher Sprache verfassten Gedichte des 1980 verstorbenen Heimatdichters.

So richtig strapaziert wurden die Lachmuskeln von Friedrich „Fitti“ Hillen bei den Erinnerungen aus der Mitte des letzten Jahrhunderts bis in die heutige Zeit. „Junge, wenn de Salat fröher so wiet wör, dann hebbt wi twee wäken lang bloot Salaat eten. Bi uns gäv dat kien Kühlschrank“, erinnerte er an die Nachkriegsjahre, als der Schlachter für ein paar Tage auf den Hof kam und zwei bis drei Schweine und ein Rind schlachtete. „Un wenn he dann fardig wör, gäv dat achterher hirn un lever mit vääl ziepeln “. Nicht jeder könnte sich heute noch mit der Zusammenstellung anfreunden.

500 Euro kamen an diesem Abend für das Hospiz "Wanderlicht" zusammen

Nicht nur großen Applaus erhielten die beiden „Vertellers“ für ihre Beiträge, sondern vor allem auch dafür, dass sie auf ihre Gage verzichteten und diese für einen charitativen Zweck zur Verfügung stellten. Zusammen mit der Gage erbracht eine spontane Sammlung beim Publikum erbrachte den Erlös von 384 Euro, den der Heimatverein auf 500 Euro aufrundete und dem Hospiz „Wanderlicht“ zur Verfügung stellen wird.

Es war ein toller Abend mit Musik, Gesang und viel humorvollen Dönkes, den die Gäste im Dorfkrug genießen konnten. Für den neuen Vorsitzenden Andreas Weber und sein Team war es ein perfekter Einstand.

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