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Haus der Begegnung soll Lastruper Pfarrheim ersetzen

Im Dezember rollen die Bagger an und reißen das aktuelle Gebäude ein. Die Arbeiten am Neubau sollen im Herbst 2023 beendet sein. Die Kirchengemeinde investiert 2,075 Millionen Euro.

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So soll es später einmal aussehen: Das Satteldach ist dem Anbau der St. Petrus-Kirche nachempfunden. Grafik: Ortmann & Möller

So soll es später einmal aussehen: Das Satteldach ist dem Anbau der St. Petrus-Kirche nachempfunden. Grafik: Ortmann & Möller

Das Pfarrheim St. Michael in Lastrup war seit 1955 nicht nur Treffpunkt für das kirchliche Vereinsleben. Inzwischen ist das Gebäude in die Jahre gekommen und entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen. Im Dezember wird es daher abgerissen. Dann soll der Neubau voraussichtlich ab Februar 2022 beginnen und ein Haus der Begegnung errichtet werden, das für die nächsten Jahrzehnte zum Mittelpunkt des Gemeindelebens werden soll. 2,075 Millionen Euro möchte die Pfarrgemeinde St. Petrus hierfür investieren. Die Fertigstellung ist für den Herbst 2023 geplant.

Bis dato hielten zahlreiche Messdiener dort ihre Gruppenstunden ab, die Landjugend hatte ihren eigenen Raum, die Senioren trafen sich zum Kartenspielen und zum Klönen, das Bildungswerk veranstaltete dort seine Kurse und Flüchtlinge bekamen Sprachunterricht. Dazu kamen Leseratten in die Katholische Öffentliche Bücherei und holten sich ihr Lesefutter für die Woche.

Architekturbüro Ortmann & Möller hat den Auftrag erhalten

„Das jetzige Pfarrheim ist nicht mehr einladend. Es ist nicht barrierefrei und entspricht nicht den heutigen Erfordernissen“, machte Pfarrer Günter Mleziva deutlich. „Wir haben das Bestandsgebäude untersucht. Es war energetisch nicht zu sanieren. Und auch das Raumprogramm passte nicht mehr“, unterstrichen auch die Architekten Andreas und Sebastian Ortmann.

Stellen das Projekt vor: Die Architekten Andreas und Sebastian Ortmann, Dezernatsstellenleiterin Patricia Bonney (ArL), Kirchenprovisorin Elisabeth Gänsler und Pfarrer Günter Mleziva. Fotos: LandwehrStellen das Projekt vor: Die Architekten Andreas und Sebastian Ortmann, Dezernatsstellenleiterin Patricia Bonney (ArL), Kirchenprovisorin Elisabeth Gänsler und Pfarrer Günter Mleziva. Fotos: Landwehr

Dieses Raumprogramm werde vom Offizialat vorgegeben. Das Architekturbüro Ortmann & Möller habe daher den Auftrag erhalten, eine zentrale Begegnungsstätte zu schaffen. Nach Angaben der Architekten entstehen nun auf 550 Quadratmeter Nutzfläche 3 Gruppenräume mit jeweils 50 Quadratmetern, die zu einem Saal verbunden werden können. Dazu werden ein Sanitärbereich, eine Bücherei, ein Büro und ein Jugendraum geschaffen. Zudem entstehen ein Behinderten-WC und eine kleine Küche. Im Dachgeschoss entstehen auf 300 Quadratmeter Lagerflächen und Technikräume. Neben der Bücherei werden 9 Einstellplätze angelegt.

„Das Gebäude ist ein 3-Satteldach-Bau und kann von der Kirche her erschlossen werden. Zur Kirche hin befindet sich der Haupteingang, durch den man ins Foyer gelangt, das bis zum Dach offen ist. Im Außenbereich können ebenfalls Veranstaltungen stattfinden. Wir planen mit roten Dachziegeln, hellen Holzfenstern und roten Klinkern. Analog zum Pfarrhaus werden auch Sandsteinelemente eingebaut. Das Dach hat, wie das Dach des neuen Teils der Kirche, eine Schräge. Das Gebäude wird gemäß den heutigen energetischen Anforderungen als KfW40-Gebäude gebaut, mit Erdwärme beheizt und erhält eine Fotovoltaikanlage“, so die Architekten.

Kirche freut sich über finanzielle Unterstützung

Dezernatsleiterin Patricia Bonney vom Amt für regionale Landesentwicklung (ArL) Weser-Ems, das den Bau mit 500.000 Euro fördert, lobte die Zusammenarbeit zwischen Kirche, Bürgermeister Michael Kramer und dem ArL. Lastrup befinde sich bis 2025 in der Dorfentwicklung. Die Kommune habe zwar den innerörtlichen Bereich im Rahmen der Städtebauförderung saniert, aber die Dorfentwicklung nicht beendet. Allerdings spiele für die Dorfentwicklung der ArL die Gestaltung eine Rolle. Die Menschen sollten sich mit dem Ort identifizieren. Dabei solle der Ortscharakter erhalten bleiben. Deshalb sei eine gewisse Einheitlichkeit in der Baugestaltung gefordert, so Bonney.

Die Provisorin der Kirchengemeinde St. Petrus, Elisabeth Gänsler, bezifferte die Baukosten auf 2,075 Millionen Euro, von denen das Amt für regionale Landesentwicklung eine Förderung von 500.000 Euro gewähre und das Bischöflich-Münstersche Offizialat 950.000 Euro übernehme, sodass für die Pfarrgemeinde St. Petrus 600.000 Euro an Kosten verbleiben. Eine Beteiligung der Gemeinde Lastrup sei nicht beantragt.

Während der Neubauphase nutzen die Gruppen und Vereine die Räumlichkeiten in den Pfarrheimen in Kneheim und Hemmelte. Die Seniorinnen und Senioren sind derweil im Bürgerhaus untergekommen. Außerdem hat das St. Elisabeth-Stift Räume für Messdiener und Landjugend zur Verfügung gestellt. Pastor Mleziva bedankte sich in diesem Zusammenhang für das Entgegenkommen der politischen Gemeinde und des St. Elisabeth-Stiftes.

Aus alt mach neu: Das Lastruper Pfarrheim St. Michael an der Wallstraße ist in die Jahre gekommen und wird daher im Dezember abgerissen.Aus alt mach neu: Das Lastruper Pfarrheim St. Michael an der Wallstraße ist in die Jahre gekommen und wird daher im Dezember abgerissen.

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