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Harkebrügger sind sauer wegen Kahlschlag

Nötige Arbeiten oder die Zerstörung eines Biotops: Anlieger und Gemeindeverwaltung sind gespalten, was den Rückschnitt am Regenrückhaltebecken angeht. Barßels Bürgermeister verteidigt das Vorgehen.

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Sorgt für Diskussionen: Einige Anwohner empfinden den Kahlschlag beim Regenrückhaltebecken am Baugebiet "Hasenkamp" in Harkebrügge als zu rigoros.  Foto: Passmann

Sorgt für Diskussionen: Einige Anwohner empfinden den Kahlschlag beim Regenrückhaltebecken am Baugebiet "Hasenkamp" in Harkebrügge als zu rigoros.  Foto: Passmann

Für die Anwohner bot das für das Baugebiet "Hasenkamp" in Harkebrügge erforderliche Regenrückhaltebecken an der Kettelerstraße einen malerischen Anblick. Für viele glich es einem Biotop – und das schon seit fast 30 Jahren. Nun ist davon nichts mehr zu sehen. Die Gemeinde Barßel hat eine Firma damit beauftragt, einen Rückschnitt vorzunehmen – zum Ärger zahlreicher Anlieger.

Der Harkebrügger Heinz Frerichs kritisiert das Vorgehen der Gemeinde. "Das war kein Rückschnitt, sondern hier ist ein Kahlschlag gemacht worden. Es steht weder ein Strauch noch ein Baum. Alles ist platt. Jahrelang ist nichts mehr gemacht worden. Man hat es versumpfen lassen", sagt er.

So sehen es auch die Anlieger und die seien ebenfalls sauer. Man spreche immer von Umwelt- und Klimaschutz. Hier sei ein Biotop zerstört worden, auch für die Tierwelt und die Arten, die sich im Winterschlaf befinden. Das sei schade. "Das hätte man auch anders lösen können. Alle vier Jahre hätte man Pflegemaßnahmen durchführen können. Hier hätte sich die Gemeinde zeitmäßig an der Winterolympiade orientieren können", meint Frerichs.

"So konnte es nicht bleiben. Das sind technische Bauwerke und keine Biotope."Nils Anhuth

Barßels Bürgermeister Nils Anhuth verteidigt die Arbeiten auf dem Gelände des Regenrückhaltebeckens: "So konnte es nicht bleiben. Das sind technische Bauwerke und keine Biotope", betont er. Die Rückhaltebecken dienten der Vorsorge für Starkregenereignisse, indem sie bei heftigen Niederschlägen das Oberflächenwasser speichern, damit es gedrosselt in die Entwässerung abgegeben werden kann, erläutert er. Seien die Becken stark bewachsen, verringere sich aber das Fassungsvermögen – und das Laub verstopfe die Abläufe. Daher hat die Gemeinde jetzt die bewachsene Anlage freischneiden lassen.

Da im Laufe der Jahre das Becken mit Strauchschnitt extrem zu gewuchert und in keinem guten Zustand mehr war, habe man sich zur Säuberungsaktion entschieden, so Anhuth. Nun werde man alle Jahre sukzessive Pflegemaßnahmen durchführen. Bei einer Bereisung mit dem zuständigen Fachausschuss hätten die Ratsmitglieder die Maßnahme für erforderlich gehalten. Einen ähnlichen Rückschnitt habe man auch beim Ententeich in Barßel vorgenommen, sagt Barßels Bürgermeister. Das sei nun ein wunderbarer Anblick geworden.

Nach Angaben der Gemeinde wird das Becken nach dem Rückschnitt ausgebaggert. Danach wird das gesamte Regenrückhaltebecken mit einem neuen Zaun versehen. Außerdem gebe es auch Anwohner, die von einem bisherigen Schandfleck sprechen und den Rückschnitt begrüßen, gerade weil sich das Regenrückhaltebecken am Eingang zur Siedlung befindet. Nachdem die Pflegemaßnahmen abgeschlossen sind, werde auch wieder Weg der zur Siedlung hergestellt, teilte die Gemeinde mit.

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