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Hans Südkamp reiste für Hopfen meilenweit

Der 82-jährige Vechtaer hat sich der Pflanze verschrieben, die zum Bierbrauen unerlässlich ist. Nun legt er sein langjähriges Hobby nieder.

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Rückblick zwischen Buchdeckeln: Hans Südkamp verfasst seit Jahren eigene Bücher zum Thema Hopfen. Jetzt hat er einen Rückblick erstellt. Foto: Stilkenböhmer

Rückblick zwischen Buchdeckeln: Hans Südkamp verfasst seit Jahren eigene Bücher zum Thema Hopfen. Jetzt hat er einen Rückblick erstellt. Foto: Stilkenböhmer

Hans Südkamps Interesse ist damals durch einen Zufall geweckt worden, den es nur im echten Leben geben kann: Sein Bruder, Inhaber eines Blumengeschäfts in Mainz, hatte bei einem Besuch 1996 auf dem Vechtaer Hagen Hopfen gesammelt. Einige Triebe entschieden sich dann dazu, in Südkamps Garten zu wachsen und zu dem imposanten Gewächs zu werden, das für seine Verwendung in der Bierbrauerei berühmt ist. Der beeindruckenden Lebensspanne des Hopfens ist es zu verdanken, dass in Südkamps Garten auch heute noch Blüten in der späten Sommerzeit entstehen. "Hopfen kann man überall in Vechta sehen, egal ob in Feld und Flur oder an Zäunen", beobachtet er. Diesem Ereignis ist auch Südkamps Hinwendung zur Poesie zu verdanken.

Im Moment ist sein Hopfen aber auf 10 Zentimeter abgeschnitten, damit er nächstes Jahr wieder treiben kann. Mit Stolz blickt Südkamp auf seine Erlebnisse zurück: "Ich habe so viel gesehen und erlebt. Wenn es die Pandemie zulässt, dann werde ich ab und an natürlich wieder verschiedene Orte besuchen." Die Stadt Abensberg ist etwas Besonderes für ihn, da er hier einmal unverhofft auf die Tochter des Künstlers Friedensreich Hundertwasser traf, nämlich durch die Besichtigung des Kuchlbauer-Turms. Sie schenkte ihm sogar ein künstlerisches Andenken.

Durch seine Reisen hat er unter anderem neue Biersorten ausprobiert: "Früher habe ich oft nur eine Sorte getrunken, bis man endlich mal Neues bei den Reisen hat. Inzwischen bevorzuge ich bayrische Biere." Doch die Pflanze steht für ihn nicht nur für die Bierbrauerei. Den Hopfen selbst kann er als besondere Gartenpflanze wärmstens empfehlen. Bekannten gab Südkamp ab und an das Gewächs als Geschenk.

Bücher dienen der Erinnerung

Ebenfalls nutzt er seine selbst erstellten Bücher seit 2016 als Präsente für Familie und Freunde. "Die Werke sind nicht käuflich, es gibt immer nur ein paar von ihnen. Sie dienen zur schönen Erinnerung", erklärt Südkamp. Insgesamt zählt er inzwischen 12 Bücher, sein neuestes von 2021 eingeschlossen. Bis Weihnachten wollte der Hopfenfreund nicht aufs Verschenken warten: "Ich habe das neueste Buch bereits im späten Sommer verteilt." Es trägt den Namen "Hopfen das grüne Gold- Begegnungen und Rückblicke", in Anlehnung an eines seiner Gedichte.

Auf diese Weise nimmt er sie mit an verschiedenste Hopfenanbaugebiete Deutschlands. Tettnang, Elbe-Saale, Heersbruck und Hallertau sind unter anderem Ziele gewesen. Vor allem Hallertau hat es ihm angetan, da es dort 14 Hopfensiegelorte zum Entdecken gibt, wie er beschreibt, "dem grünen Golde hinterher". In Weingedichten hat er sich ebenfalls üben können und gab 2008 sogar eines für das „Weinreich Rheinland-Pfalz“ ab. So heißt inzwischen auch seine Website: Unter www.wein-pfade.de kann man weitere Anekdoten von Südkamps Erlebnissen nachlesen.

Einige Zeilen von ihm sind längst in Vechta bekannt, sehen konnte und kann man sie im Gasthaus Jansen, bei Sgundek, Sextro oder Schmedes. Eine Ausstellung seiner Reisen durfte 2013 in Langförden unter dem Namen "Vom Hopfen zum Bier" ebenfalls nicht fehlen.

Gedichte und Bilder begleiten den Leser

Begegnungen und Reisen werden erwähnt, Gedichte und Bilder begleiten den Leser. Die Künstlerin Berngeher gab ihre Malereien für die private Verwendung Südkamps frei, sodass sie die Bücher weiter verfeinern konnten. Alois Kohlhuber, Verfasser des Gedichts "Hopfenbauer Nikolaus", traf er ebenfalls in der Vergangenheit. Das Gedicht ist in seinem letzten Buch auch zu finden.

Südkamps Hopfenvermächtnis reicht er also nicht nur an die "Freunde und Gönner", wie er es in seinem Buch schreibt, weiter, sondern vor allem an die Menschen, die ihm wichtig sind. Gänzlich beenden wird er sein Dasein als Hopfenfreund jedoch nicht: Abensberg ist bereits jetzt wieder ein geplantes Ziel für die Zukunft.

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