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Handfeste Hilfe: 27 Schmiede hämmern in Friesoythe für den Frieden

Die Resonanz auf die Aktion "Schmieden für den Frieden" angesichts des Ukraine-Krieges war beachtlich, die Spender zeigten sich großzügig. Am frühen Nachmittag waren bereits 15.000 Euro eingenommen.

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Machten Nägel mit Köpfen: Stadtschmied und Initiator Alfred Bullermann (Mitte) mit insgesamt 26 Schmiedekollegen. Unterstützung erhielt er vom Rotary-Club Friesoythe-Artland-Cloppenburg. Präsident Rüdiger Buder (links) griff auch selbst zum Hammer. Foto: Wimberg

Machten Nägel mit Köpfen: Stadtschmied und Initiator Alfred Bullermann (Mitte) mit insgesamt 26 Schmiedekollegen. Unterstützung erhielt er vom Rotary-Club Friesoythe-Artland-Cloppenburg. Präsident Rüdiger Buder (links) griff auch selbst zum Hammer. Foto: Wimberg

Das gleichmäßige Hämmern ist schon in Hunderten Metern Entfernung zu hören, das Feuer lodert und die Eisen glühen. Und was das Wichtigste ist: „Die Spender sind mit weit geöffneten Taschen und Portemonnaies gekommen“, freut sich Friesoythes Stadtschmied Alfred Bullermann am Sonntag über die Großzügigkeit auf seinem Grundstück. Das Gelände vor dem Atelier Eisenzeit war bestens besucht, das Interesse für die handfeste Hilfe groß.

26 Schmiede aus dem Bundesgebiet und den Niederlanden sind seiner Einladung ebenfalls gefolgt, um Nägel mit Köpfen zu machen. „Angesichts der aktuellen Benzinpreise auch keine Selbstverständlichkeit mehr“, dankt der Diplom-Metallgestalter seinen Kollegen, die seine Aktion „Schmieden für den Frieden“ zugunsten der Opfer des Ukraine-Krieges unterstützten, sozialen Einsatz und Solidarität zeigten.

Der Erwerb des Nagels ist mit einem Zertifikat verbunden

15.000 Euro waren bereits am frühen Nachmittag eingenommen, die am Amboss gefertigten 30 Zentimeter hohen Friedensnägel, geprägt von einer Friedenstaube und dem Wort „Peace“, fanden reißenden Absatz. Verbunden war der Erwerb mit einem kunstvoll gestalteten Zertifikat. Wer wollte, durfte auch selbst mal ran und den Hammer im vorgegebenen Rhythmus schlagen. Das wollte sich auch Rüdiger Buder, Präsident des Rotary-Clubs Friesoythe-Artland-Cloppenburg, nicht entgehen lassen. Die Vereinigung trat als Mitveranstalter auf und garantiert über ihr internationales Netzwerk die seriöse Verteilung der Gelder.

Unter den Berufs- und Hobbyschmieden war auch Wandergeselle David Müller. Der Franke sammelte bereits im vergangenen Jahr beim renommierten Stadtschmied Erfahrungen und war erneut auf Stippvisite in Friesoythe. Standesgemäß nun sein Abschied: Mit dem Einschlagen seines Nagels in Form eines Hammers verewigte sich auf der 27-Jährige im Nagelbaum an der Lange Straße. Ein alter Handwerksbrauch, der seit Jahrhunderten in vielen Städten vollzogen wird, bedeutet: „Ich war da, ich lebe noch, ich konnte einen Nagel entbehren, es geht mir gut.“

Abschied: Bevor Wandergeselle David Müller weiterzieht, führt er noch einen alten Handwerksbrauch aus und schlägt als Erinnerung seinen Nagel in den Nagelbaum an der Lange Straße ein. Foto: WimbergAbschied: Bevor Wandergeselle David Müller weiterzieht, führt er noch einen alten Handwerksbrauch aus und schlägt als Erinnerung seinen Nagel in den Nagelbaum an der Lange Straße ein. Foto: Wimberg

Die Nagelköpfe sind allesamt kunstvoll gestaltet. „Jeder hat seinen eigenen als Wiedererkennungswert“, unterstreicht Müller im Beisein von Michael Kröger, Schmied des Cloppenburger Museumsdorfes, mit dem er am Freitag sein traditionelles Finale in der Stadt einläutete.

Am Montag (14. März) geht's zunächst in Richtung Osnabrück, danach weiter in Richtung Bremen und dann vermutlich wieder in südliche Gefilde. Nur mit dem, was er tragen kann und ohne Handy spaziert er durch die Lande. „Daran muss man sich zuerst gewöhnen, aber mittlerweile bedeutet das auch ein Stück Freiheit, nicht ständig erreichbar zu sein“, bekennt der Geselle, der insgesamt 3 Jahre unterwegs sein wird.

OM-hilft -  Helfen Sie mit! Das Oldenburger Münsterland hilft den Geflüchteten aus der Ukraine. Hilfsinitiativen, Wohlfahrtsorganisationen und viele mittelständische Unternehmen sind bereits dabei, die Hilfe vor Ort zu koordinieren. Und auch Sie können sich beteiligen. Wie und Wo? Das sagt Ihnen  die Webseite om- hilft.org

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