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Handelslehranstalten bitten zum Umwelttag

Tour durch Lohne und selbst gepresster Apfelsaft: Auf dem Umwelttag der Handelslehranstalten konnten sich die Schüler nicht nur über Umweltschutz informieren, sondern auch eigenen Ideen vorstellen.

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Verkaufen nachhaltige Produkte: Die Schülerinnen und Schüler Benedikt Riegler (von links), Cian Bakkari, Frederik Westerkamp, Janina Jenclrzejewski, Greta-Johanna Heuer und Nora Hekmat Nori. Foto: Bernhardt

Verkaufen nachhaltige Produkte: Die Schülerinnen und Schüler Benedikt Riegler (von links), Cian Bakkari, Frederik Westerkamp, Janina Jenclrzejewski, Greta-Johanna Heuer und Nora Hekmat Nori. Foto: Bernhardt

Ein besonderer Tag für die Schülerinnen und Schüler der Handelslehranstalten Lohne: Sie mussten am Donnerstag nicht wie gewohnt die Schulbank drücken, sondern konnten sich auf dem Gelände der Schule über Nachhaltigkeit und Umweltschutz informieren. 6 Ausstellerinnen und Aussteller standen ihnen Rede und Antwort. Einige Klassen hatten eigene Projekte vorbereitet.

Die Schülervertretung machte mit einem Verkaufsstand auf sich aufmerksam. Dort konnten ihre Mitschülerinnen und -schüler eine Schokoladen-Kostprobe abstauben und wurden dabei über umweltfreundlichen Konsum aufgeklärt. "Wir verkaufen hier nur Bio-Produkte, die fair gehandelt und nicht in Plastik verpackt sind. Wir wollen zeigen, wie einfach es sein kann, etwas nachhaltiger zu leben", sagt Greta-Johanna Heuer. Auch Trinkflaschen und Strohhalme aus Glas bieten die Abiturienten zum Verkauf an. Und: Das Geschäft läuft gut. "Wir haben heute schon sehr viel verkauft. Besonders die Trinkflaschen gehen gut weg", stellt Benedikt Riegler fest. 

Frisch gepresster Apfelsaft von Heiner Pahl: Er macht den Schülerinnen und Schülern vor, wie es geht. Foto: BernhardtFrisch gepresster Apfelsaft von Heiner Pahl: Er macht den Schülerinnen und Schülern vor, wie es geht. Foto: Bernhardt

Die Flaschen konnten sich die Jugendlichen direkt auf dem Schulhof von Heiner Pahl mit frisch gepressten Apfelsaft befüllen lassen. Der Oldenburger ist ein pensionierter Lehrer der Schule. Er zeigte, wie eine Saftpresse funktioniert. "Mir ist es wichtig, den Schülern zu zeigen, dass man die Produkte aus der Region und aus dem Garten vollständig verwerten kann. Nichts muss weggeschmissen werden", erklärt der Hobby-Gärtner. Auch dies gehöre zu einer nachhaltigen Lebensweise:  Die regionalen Bestände von Obst und Gemüse  schätzen und verwerten zu können. Aus einem Kilo Äpfeln gewinne er circa 600 Milliliter Saft, rechnet Pahl vor. Und die Kostprobe zeigt: Den Schülerinnen und Schülern schmeckt es. Viele kommen mit den Tassen aus der Cafeteria, um sich ein weitere Erfrischung zu holen. 

Heidrun Plümer, die Besitzerin des Unverpackt Ladens "Propure" in Diepholz, setzt beim Thema Nachhaltigkeit und Umweltschutz hingegen auf das Zero-Waste-Prinzip. In ihrem Laden gibt es nur unverpackte Lebensmittel, welche sich die Kunden in mitgebrachte  Behälter abfüllen lassen können. Sie wolle den Jugendlichen zeigen, dass Umweltschutz bereits in kleinen Bereichen anfängt, sagt Plümer. Neben ihrem Geschäft besitze sie auch einen Unverpackt-Truck, mit dem sie auf Wochenmärkten im gesamten Oldenburger Münsterland unterwegs sei.

Auf unnötigen Verpackungsmüll versucht die Klasse H2a aufmerksam zu machen. Sie zeigt, welche umweltfreundlichen Alternativen es für gewöhnliche Alltagsgegenstände gibt: Wattestäbchen aus Bambus etwa, oder eine Holzzahnbürste. 

Eine Tour durch die Stadt soll die Folgen des Klimawandels sichtbar machen

Hannah Hoff von der Universität Vechta und Finn Oetjen vom Naturschutzbund Deutschland waren ebenfalls beim Umwelttag dabei und machten mit den Jugendlichen eine Tour durch Lohne. "Bei der Tour zeigen wir den Schülern, wo man bereits die Folgen des Klimawandels erkennen kann", berichtet Hoff. Eines der Ausflugsziele war an der Pastors Gräfte in der Nähe des Rathauses. Hier soll es im Mai ein ungewöhnlich großes Fischsterben gegeben haben, was auf den Sauerstoffmangel zurückgeführt wurde. Der Mangel von Sauerstoff in Kombination mit steigenden Wassertemperaturen sei für Fische ein großes Problem, sagt Hoff. 

Auch dem Lehrer und Mitorganisator Volker Lampe ist es besonders wichtig, den Jugendlichen das Thema Nachhaltigkeit und Umweltschutz näherzubringen. Deshalb sei es auch geplant, den Umwelttag nun jedes Jahr stattfinden zu lassen, sagt er.

Neben den Mitmach-Aktionen konnten sich die Schülerinnen und Schüler auf dem weitläufigen Schulgelände außerdem von Imker Stefan Heitlage über Bienen aufklären lassen. Auch der Landkreis war mit seinem Moobil-Plus-Angebot vor Ort. Außerdem stellten sich das Caritas-Sozialwerk und die Arche Wilheminenhof aus Bakum vor.

Sichtbare Klimafolgen: Durch den Sauerstoffmangel und die steigenden Temperaturen gab es an der Pastors Gräfte ein hohes Fischsterben. Foto: HoffSichtbare Klimafolgen: Durch den Sauerstoffmangel und die steigenden Temperaturen gab es an der Pastors Gräfte ein hohes Fischsterben. Foto: Hoff

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