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Hafen steuert auf neues Rekordjahr zu

Bis Ende September wurden im C-Port 150.000 Tonnen an der Kaimauer umgeschlagen - mehr als im gesamten Jahr 2019. Positive Entwicklung auch bei den Gewerbe- und Industrieflächen.

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Der Renner: Gut 100.000 Tonnen Torf werden am C-Port in diesem Jahr verladen. Der Großteil ist für die Pilzindustrie in den Niederlanden bestimmt. Weitere Ladegüter sind Baustoffe, Getreide, Futtermittel und sperrige Güter.   Foto: Stix

Der Renner: Gut 100.000 Tonnen Torf werden am C-Port in diesem Jahr verladen. Der Großteil ist für die Pilzindustrie in den Niederlanden bestimmt. Weitere Ladegüter sind Baustoffe, Getreide, Futtermittel und sperrige Güter.   Foto: Stix

Wegen der geplanten Ansiedlung von 2 Mist und Gülle verarbeitenden Anlagen steht der C-Port am Küstenkanal derzeit immer wieder in der Kritik. Für Arno Djuren, den Geschäftsführer des Industrie- und Gewerbeparks, ist diese Wahrnehmung zu einseitig. „Die positiven Nachrichten überwiegen“, sagt er im Gespräch mit der Redaktion.

Dabei spiele vor allem der Binnenhafen eine wichtige Rolle. „Wir laufen auf ein Rekordjahr zu“, so Djuren. Bis September habe man an der Kaimauer rund 150.000 Tonnen umgeschlagen. „Ich bin zuversichtlich, dass wir in diesem Jahr die 200.000 Tonnen schaffen“, sagt der Geschäftsführer. Das wären 35.000 Tonnen mehr als im bisherigen Rekordjahr 2017 und 77.000 Tonnen mehr als 2019.

Betreibergesellschaft will Containergeschäft und Portfolio ausbauen

Für Arne Woldenga, den Standortleiter der Rhenus-C-Port-Betreibergesellschaft, ist das Ende der Fahnenstange damit allerdings noch nicht erreicht. „Wir sehen noch Steigerungspotenziale“, sagt er. Um die auszuschöpfen, wolle die Betreibergesellschaft regionale Kunden gewinnen und an sich binden sowie das Containergeschäft und das gesamte Portfolio ausbauen.

Insbesondere bei der Verladung von Teilen großer Industrieanlagen sehen Djuren und Woldenga Wachstumschancen. Denn die werden immer größer und länger, was den Transport per Lkw schwieriger und deshalb den Schiffstransport attraktiver macht. „Wir haben kürzlich Teile für ein Stahlwerk verladen, die hier in der Region produziert wurden“, erzählt Djuren. „Die wanderten per Binnenschiff von Friesoythe nach Rotterdam und von dort aus mit einem Frachtschiff in die USA.“

Große Hoffnungen ruhen auf dem Ausbau der Wasserstraße

Momentan aber sei Torf aus der Region der große Renner. Rund 100.000 Tonnen würden jährlich am C-Port verladen, ein großer Teil davon sei für die Pilzindustrie in den Niederlanden bestimmt. Der Rest verteilt sich auf die sperrigen Güter im Projektgeschäft, auf Bau-
stoffe, Getreide und Futtermittel.

Hafenausbau: Die Kaimauer des C-Port soll um 250 Meter Richtung Oldenburg verlängert werden.  Foto: StixHafenausbau: Die Kaimauer des C-Port soll um 250 Meter Richtung Oldenburg verlängert werden.  Foto: Stix

Große Hoffnung setzen Djuren und Woldenga auch auf den geplanten Ausbau des Küstenkanals. „Vor einigen Jahren sollte er noch herabgestuft werden, jetzt investiert der Bund 250 Millionen Euro, um ihn für größere Frachtschiffe befahrbar zu machen“, erläutert Djuren. Damit auch der C-Port von dieser Entwicklung profitieren kann, soll der Hafen in Richtung Oldenburg um 250 Meter verlängert werden. „Das eröffnet uns vor allem weitere Möglichkeiten bei der Projektverladung“, betont Woldenga.

Dafür wird das Areal in einem ersten Schritt landseitig erschlossen. Dabei entstehen 25 Hektar Industriefläche für Firmen, die einen Hafenanschluss benötigen. Die Bauarbeiten sollen im kommenden Jahr beginnen und bis Mitte 2022 abgeschlossen sein. In einem zweiten Schritt wird dann die Spundwand verlängert. „Hier hängt es von der finanziellen Förderung ab, wann es losgehen kann“, so Djuren.

Zwischen B72 und Sedelsberger Straße wird Industriefläche erschlossen.

Ebenfalls im nächsten Jahr soll eine fast 40 Hektar große Industriefläche zwischen der B72 und der Sedelsberger Straße erschlossen werden. „Hier wollen wir solchen Firmen Flächen anbieten, die Platz brauchen. Denkbar seien beispielsweise produzierende Industrie oder auch Logistikunternehmen. „Toll wäre ein Logistiker, der nicht nur die Straßenanbindung in alle vier Himmelsrichtungen benötigt, sondern auch den Hafen nutzen will“, sagt Djuren. Anfragen für die Flächen gebe es bereits.

Die Neuerschließung sei, so Djuren, dringend erforderlich, denn so langsam würden dem C-Port die freien Flächen ausgehen. Doch auch weiterer „Nachschub“ ist bereits in Sicht. „Die Raumordnung sieht vor, dass der C-Port auf der Friesoyther Seite des Küstenkanals Richtung Neuscharrel auf einer Fläche von rund 100 Hektar noch weiter wachsen kann“, erläutert Djuren. Die Vermarktungsarbeit werde ihm also in den kommenden Jahren nicht so schnell ausgehen.

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