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Häuslebauer müssen in Steinfeld noch tiefer in die Tasche greifen

Der durchschnittliche Verkaufspreis im Baugebiet an der Graf-von-Galen-Straße ist noch einmal gestiegen. Der Gemeinderat hat einer Bitte zur Nachkalkulation der VR-Bank Dinklage-Steinfeld entsprochen.

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Die Erschließung läuft: Die VR-Bank Dinklage-Steinfeld befindet sich aktuell in der Vermarktung des Baugebiets an der Graf-von-Galen-Straße in Steinfeld. Foto: Timphaus

Die Erschließung läuft: Die VR-Bank Dinklage-Steinfeld befindet sich aktuell in der Vermarktung des Baugebiets an der Graf-von-Galen-Straße in Steinfeld. Foto: Timphaus

Alles wird teurer: Häuslebauer müssen im neuen Baugebiet an der Graf-von-Galen-Straße in Steinfeld jetzt durchschnittlich 139 Euro pro Quadratmeter für ein Grundstück zahlen. Das hat der Gemeinderat in jüngster Sitzung bei einer Enthaltung beschlossen und folgte damit der Entscheidung des Verwaltungsausschusses.

Anlass war, dass die VR-Bank Dinklage-Steinfeld als Eigentümerin der Fläche eine Nachkalkulation wegen unerwarteter Steigerungen bei den Erschließungskosten beantragt hatte. Der durchschnittliche Verkaufspreis, den die Gemeinde mit der Bank in einem Städtebaulichen Vertrag fixiert hatte, lag bisher bei 127 Euro pro Quadratmeter. Kämmerer Marcel Ruwe sprach während der Sitzung von einer "Kostenexplosion im Tiefbau", durch die sich das Kreditinstitut zum Handeln gezwungen sehe.

Der ehemalige VR-Bank-Vorstand Harald Rösler, der das Projekt auch nach seinem altersbedingten Ausscheiden weiter betreut, hatte der Gemeindeverwaltung Mitte August mitgeteilt, dass die Erschließungskosten – aufgrund der Rohstoffknappheit und begrenzter Verfügbarkeit von Tiefbaufirmen – voraussichtlich um 200.000 bis 250.000 Euro ansteigen werden. Eine Anpassung des Verkaufspreises um 12 bis 13 Euro pro Quadratmeter sei aus Sicht der VR-Bank notwendig, sonst wäre das Baugebiet nicht realisierbar.

An der Straße entstehen 34 Bauplätze

Christian Katzer (UWG/SPD-Gruppe) merkte an, dass die Nachricht über eine Nachkalkulation für Unmut bei einigen Bauwilligen gesorgt habe. Gleichzeitig gestand er ein, dass die Gemeinde die Bauplätze auch nicht einfach subventionieren oder die VR-Bank auf den Mehrkosten sitzen lassen könne. Roland Bünnemeyer (CDU) führte aus, dass ein Teil der Grundstücke weiterhin zumindest annähernd zum früheren Verkaufspreis angeboten werde. "Die Anpassung bezieht sich besonders auf den Bereich des Mietwohnungsbaus."

Zum Hintergrund: Die VR-Bank entwickelt auf der bisherigen Ackerfläche ein Baugebiet mit 30 Grundstücken für Einfamilienhäuser, maximal mit Einliegerwohnungen. Im östlichen Teil des Areals, entlang der Graf-von-Galen-Straße, baut die Bank zudem 4 Mehrfamilienhäuser mit je vier Wohnungen. Die Erschließung des knapp 3 Hektar großen Areals erfolgt derzeit über zwei Zufahrten, die über einen Straßenring miteinander verbunden sind.

Im Zuge des Endausbaus im neuen Baugebiet, der laut Prognose von Sandmann im Jahr 2024 stattfindet, soll auch die Graf-von-Galen-Straße im Abschnitt zwischen der Ostlandstraße und der Schlesier Straße ausgebaut und dabei ein Geh- und Radweg angelegt werden. Die VR-Bank Dinklage-Steinfeld beteiligt sich mit 50.000 Euro.

In Mühlen liegt der Preis im Mittel etwa 10 Euro niedriger

Für einen Bauplatz im neuen Baugebiet "In der Marsch" in Mühlen müssen angehende Bauherren demnächst im Mittel mit 129 Euro pro Quadratmeter rechnen. Das hat der Gemeinderat einmütig beschlossen. Ruwe hatte zunächst von 128 Euro pro Quadratmeter gesprochen. Frank Pille (CDU) korrigierte ihn. "Wir möchten aufrunden statt abrunden, damit die Gemeinde nicht belastet wird."

Die zum Sitzungszeitpunkt noch im Amt befindliche Bürgermeisterin Manuela Honkomp sagte, dass die Gemeinde die Bauplätze sicherlich gerne günstiger anbieten wolle. Aber auch Kommunen müssten die Preissteigerungen im Bausektor hinnehmen und ihre Kalkulationen entsprechend anpassen. Bauamtsleiter Heinrich Sandmann informierte auf Nachfrage, dass voraussichtlich bis Ende dieses Jahres die Bauleitplanung abgeschlossen ist.

Zum Hintergrund: Westlich des Ortskerns von Mühlen hatte die Gemeinde Steinfeld vor einiger Zeit eine knapp 3 Hektar große Ackerfläche gekauft. Dort – westlich beziehungsweise südlich des Wohngebiets "Am Riedenbach" – entstehen demnächst 28 neue Bauplätze, 2 davon für Mehrfamilienhäuser.

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