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Gruppe zaubert Lichtblicke in den Alltag

Nach einem Jahr ohne gemeinsame Aktionen zum Mutmachen haben die Familien der "Flowerkids" schon Termine für 2021 gemacht. In der Gruppe treffen sich Kinder mit und ohne Handicap und deren Eltern.

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Unterschiedlich: alle Mädchen und Jungen der 9 Familien der Selbsthilfegruppe "Flowerkids". Fotos: © Luca Sophie Liere

Unterschiedlich: alle Mädchen und Jungen der 9 Familien der Selbsthilfegruppe "Flowerkids". Fotos: © Luca Sophie Liere

Alle Vereine, alle kleineren und größeren Gruppen und Zusammenschlüsse leiden unter der aktuellen Situation des Lockdowns. Zusammenkünfte für eine gemeinsame Arbeit oder auch nur, um Spaß und für eine kleine Weile Abstand vom Alltag zu haben, ist seit etlichen Wochen und Monaten nicht mehr möglich. Auch wenn persönliche Begegnung und gemeinsames Lachen und Spaß für alle Menschen wichtig ist, die Eltern und Kinder der Selbsthilfegruppe "Flowerkids" (zu Deutsch: Blumenkinder) treffen die seit März mit kleinen Unterbrechungen bestehenden Einschränkungen besonders hart.

Bunte Truppe: Gegenseitige Hilfe ist ein wichtiges Prinzip bei den Flowerkids - egal ob mit oder ohne Handicap.Bunte Truppe: Gegenseitige Hilfe ist ein wichtiges Prinzip bei den "Flowerkids" - egal ob mit oder ohne Handicap.

Denn sie sind eine bunte Truppe von neun Familien aus verschiedenen Landkreisen mit besonderen Kindern. Hier treffen sich in normalen Zeiten Mütter und Väter,  jüngere und ältere Mädchen und Jungen mit Behinderungen und Beeinträchtigungen, die vom Down-Syndrom bis zu mehrfach schwerstbehinderten Kindern reichen, gemeinsam mit allen Geschwistern. Auf eine möglichst rasche Rückkehr zur Normalität in den kommenden Wochen und Monaten hoffen alle Beteiligten, damit die regelmäßigen Treffen einmal im Monat am zweiten Mittwoch im "Kabarosa" in Menslage und die gemeinsamen Aktionen und Ausflüge der Familien wieder aufgenommen werden.

Die Gruppe ist keine geschlossene Gesellschaft

"Das Ziel unserer 2013 von 3 Familien, zunächst nur Müttern, gegründeten Gruppe ist es, weiter kleine Lichtblicke und Auszeiten im Alltag zu schaffen durch gegenseitigen Austausch und Verständnis und auch gemeinsame Unternehmungen. Gleichzeitig wollen wir alle Betroffenen mit Informationen versorgen, die nur für uns in unserer Situation wichtig sind", erläutert Vera Wille-Westerkamp aus Löningen, eine der Aktiven der ersten Stunde. Sie betont, dass die Gruppe keine geschlossene Gesellschaft sei, sondern neue Mitglieder stets willkommen seien.

"Wichtig ist der gemeinsame Spaß, der nicht zu kurz kommen darf."Vera Wille-Westerkamp, Gründungsmitglied

In dieser Runde sei es möglich, Probleme Betroffenen mit gleichen Erfahrungen zu berichten, die man sich in anderen Gruppen aus Angst vor Unverständnis zumeist verkneife, so Wille-Westerkamp. Wichtig sei allen Beteiligten dennoch der gemeinsame Spaß, der nicht zu kurz kommen dürfe. Auch wenn es nur ein paar unbeschwerte Stunden seien, bildeten sie für viele oft schon eine kleine Auszeit vom Alltag. Die gönnen sich inzwischen auch die Väter, die „Flower Daddys“, mit eigener WhatsApp-Gruppe und einem jährlichen Wochenend-Ausflug. Sorgen, Nöte, Fragen oder Probleme zu Themen wie Änderungen bei der Pflegeversicherung, das Erstellen eines Behindertentestamentes, Infos zum neuen Bundes-Teilhabe-Gesetz, Fragen zur inklusiven Beschulung oder welche Hilfsmittel werden genehmigt, interessierten nun einmal nur die Betroffenen.

Kleiner Ersatz: Statt des geplanten Wochenendes gab es einen Laternen-Bausatz und viele Fotos in der WhatsApp-Gruppe.Kleiner Ersatz: Statt des geplanten Wochenendes gab es einen Laternen-Bausatz und viele Fotos in der WhatsApp-Gruppe.

Einen dicken Strich durch das Jahresprogramm 2020 mit dem Sommerfest, den Tagesausflügen, dem Weihnachtsessen und dem Ausflugswochenende mit allen Familienangehörigen, einschließlich Kindermädchen für die stete Betreuung, insgesamt eine fast 50-köpfige Gruppe, hat die Corona-Pandemie gemacht.  „Wir haben schon wieder einige Planungen, unter anderem mit einem betreuten Wochenende in Papenburg im September, begonnen“, ist Wille-Westerkamp zuversichtlich, dass die Beschränkungen nach und nach gelockert würden und sich alle wieder gegenseitig in der Gruppe Mut machen könnten. "Wir hoffen das Beste, damit unsere Kinder auch weiterhin ein Teil unserer Gesellschaft bleiben", formuliert es Luca-Sophie Liere.  

Auch das geplante gemeinsame Wochenende fiel Corona zum Opfer

Als kleinen Ersatz und Zeichen der Zusammengehörigkeit erhielten alle Familien am Tag des eigentlich gemeinsamen Wochenendes ein Paket, in dem ein Bausatz zum Laternenbasteln, ein einheitlicher Hoody für die Kinder mit dem Logo der Flowerkids und ein paar Süßigkeiten waren.  In einer Karte wurden die Familien gebeten, doch selbst einen kleinen Laternenumzug zu machen und in der WhatsApp-Gruppe Fotos für alle zu posten.

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