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Großrazzia gegen Clan-Kriminalität: 300 Beamte im Einsatz

Beamte durchsuchen in Niedersachsen und Bremen insgesamt 18 Wohnungen. Im Zentrum der Ermittlungen steht nach Angaben der Polizei eine türkisch-libanesische Großfamilie.

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300 Polizisten im Einsatz: Die Beamten tragen  während einer Razzia sichergestelltes Material aus einem Gebäude. Foto: dpa/Nordwestmedia

300 Polizisten im Einsatz: Die Beamten tragen  während einer Razzia sichergestelltes Material aus einem Gebäude. Foto: dpa/Nordwestmedia

Die Polizei hat in Niedersachsen, Bremen und Nordrhein-Westfalen bei Ermittlungen gegen Mitglieder eines türkisch-libanesischen Clans zahlreiche Wohnungen und Geschäftsräume durchsucht. Schwerpunkt war der Ort Achim im Kreis Verden bei Bremen, wie eine Polizeisprecherin in Oldenburg mitteilte.

Demnach hatte die bei "Sonderkommission Clan" der Polizeidirektion Oldenburg insgesamt 18 durch das Amtsgericht Verden erlassene Durchsuchungsbeschlüsse vollstreckt. Insgesamt seien 300 Beamte an der Aktion am Donnerstagvormittag beteiligt gewesen. Vorausgegangen seien Ermittlungen gegen Mitglieder des Clans, denen Handel mit Kokain und Marihuana vorgeworfen werde. Zudem bestehe der Verdacht auf Hehlerei, Geldwäsche und Sozialleistungsmissbrauch.

19 Verdächtige sollen ein kriminelles Netzwerk aufgebaut haben

Im Zentrum der Ermittlungen steht nach Angaben der Polizei eine türkisch-libanesische Großfamilie aus dem Bereich Achim und Bremen. Insgesamt 19 Personen im Alter von 22 bis 48 Jahren verdächtigen die Ermittler ein Netzwerk für den Betäubungsmittelhandel mit Kokain und Marihuana im Kilogrammbereich aufgebaut zu haben. Nach den Erkenntnissen der Polizei wurden Einnahmen teilweise durch Investitionen –beispielsweise der Kauf eines Fahrzeuges – verschleiert. Dies begründe den Verdacht der Geldwäsche.

Die Polizei hat mehrere Fahrzeuge beschlagnahmt. Sie sollen durch illegale Einnahmen finanziert worden sein. Foto: PolizeiDie Polizei hat mehrere Fahrzeuge beschlagnahmt. Sie sollen durch illegale Einnahmen finanziert worden sein. Foto: Polizei

Die beteiligten Personen sollen durch die illegalen Einnahmen zum Teil ihren Lebensunterhalt finanziert haben. Aus diesem Grund hat die Polizei gegen die Sozialleistungsempfänger zusätzlich Strafverfahren wegen Sozialleistungsbetruges eingeleitet.

In den Ermittlungen erhärtet sich zudem der Verdacht, dass die Familienmitglieder auch Diebesgut aus Einbrüchen und unterschlagene Waren verkauft haben. Diese Geschäfte sollen unter anderem über Internetplattformen abgewickelt worden sein.  Bei den groß angelegten Durchsuchungen gingen es den Polizisten vor allem darum, Betäubungsmittel und Beweismittel sicherzustellen.

Oldenburgs Polizeipräsident Johann Kühme sagte am Donnerstag: "Mit diesem Verfahren erhellen wir erneut die illegale Geschäftsstruktur eines Clans. Es geht um die Eindämmung des Macht- und Wirkungsbereiches dieses Netzwerkes."

Das Amtsgericht Verden hat bereits vor den Polizeieinsätzen gegen 3  Beschuldigte sogenannte Vermögensarreste erlassen, um "rechtswidrig erlangte" Vermögenswerte sicherzustellen. So seien nach Polizeiangaben unter anderem 2 hochwertige Fahrzeuge, Goldschmuck und Bargeld im mittleren 5-stelligen Bereich beschlagnahmt worden.

Die Beamten stellten auch Waffen und Goldschmuck sicher. Foto: PolizeiDie Beamten stellten auch Waffen und Goldschmuck sicher. Foto: Polizei

Beamte stellen Drogen und mutmaßliche Hehlerware sicher

Bei den Durchsuchungen stellten die Einsatzkräfte außerdem Betäubungsmittel – unter anderem Marihuana, Kokain und Amphetamine – im unteren Kilobereich,  eine scharfe Schusswaffe mit Munition, eine Schreckschusswaffe sowie 2 Glücksspielautomaten sicher. In einem Kellerraum fanden die Polizisten außerdem "in größerem Umfang" mutmaßliche Hehlerware. Darunter seien originalverpackte Spielkonsolen, Parfum und Spielwaren gewesen, die den Verdacht der Hehlerei erhärten und als Beweismittel sichergestellt wurden.

Laut Mitteilung sei der Einsatz der Polizei durch das Verhalten einzelner Clanmitglieder gestört worden. Die Beamten hätten daraufhin Platzverweise ausgesprochen und eine Person in Gewahrsam genommen.

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