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Großer Andrang: Thomasmarkt findet nach Corona-Pause bei Kaiserwetter statt

Die Tische sind für den Flohmarkt ausgebucht gewesen, erzählt Marktmeister Jens Siemer. Er ist zufrieden mit dem dreitägigen Spektakel inklusive verkaufsoffenem Sonntag.

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Dachbodenfund: Christiane Lange aus Vechta verkaufte unter anderem dieses Bild von Papst Johannes XXIII. Fotos: Hahn

Dachbodenfund: Christiane Lange aus Vechta verkaufte unter anderem dieses Bild von Papst Johannes XXIII. Fotos: Hahn

Feilschen, Handeln, Shoppen und das alles bei blauem Himmel und Sonnenschein. Der Thomasmarkt am Wochenende war gut besucht, das Wetter lockte viele Schnäppchenjäger in die Vechtaer Innenstadt. Bei dem ersten Markt der seit 2019 wieder stattfand, hatte "sogar Petrus ganz oben das Einsehen", freute sich Marktmeister Jens Siemer.

An einigen Ständen des dreitägigen Spektakels wurde trotzdem bereits die Weihnachtsdeko verkauft, und einige Besucher genossen den ersten Glühwein der Saison. Bei dem großen Angebot des 715. Thomasmarkts kamen alle auf ihre Kosten.

Verkäufer wollten zu Hause Platz schaffen

Das Ziel der meisten Verkäufer dabei: zu Hause Platz schaffen. Am Stand von Thilo Varnhorn sorgte eine Einsteigergitarre schon früh morgens für viel Interesse. "Ich wollte eigentlich anfangen, Gitarre zu lernen", erzählte Varnhorn. Nun habe das Instrument aber bereits seit zehn Jahren ungenutzt herumgestanden.

Auch das Vater-Tochter-Gespann Bernhard und Emelie Brinkmann hatte entrümpelt. "Der Dachboden war voll", erklärte Bernhard Brinkmann. Sie würden häufiger auf dem Flohmarkt verkaufen. Erfahrungen brachte auch Mutter-Tochter-Duo Birgit und Laureen Kattmann mit: "Man muss früh da sein." Am Samstagmorgen hätten sie die ersten Klamotten direkt aus dem Kofferraum verkauft.

Dachbodenfunde sind zu schade für den Sperrmüll

Trödeljägern wurde zum Teil Kurioses geboten: wie ein Bild von Papst Johannes XXIII. Ihr Vater sei sehr gläubig gewesen, erklärte Christiane Lange. Sie findet: "Das ist doch zu schade für den Sperrmüll." Robert Bücker kaufte sich eine Sammlung mit Reagenzgläsern samt Halterung. "Ich möchte sie für Rum- oder Whiskytasting benutzen", erläuterte der Besitzer einer Weinhandlung in Dinklage.


Viele Besucher strömten am Sonntag bei bestem Wetter in die Innenstadt.
Auch Benni schaute sich das Treiben an, aber aus sicherem Abstand.
Bernhard und Emelie Brinkmann verkauften als Vater-Tochter-Gespann Schätze von ihrem Dachboden.
Die Große Straße bot viele verschiedene Gastronomiestände. 
Die Messdienerinnen aus St. Georg sammelten mit Getränken und Essen Geld für ihre Aktionen.
In diesem Jahr galt auch bei den Flomarktstischen das Abstandsgebot.
Thilo und Sabrina Varnhorn wollten unter anderem eine nie genutzte E-Gitarre verkaufen.
Bei Martin und Hannes Sieverding von den Maltesern konnte die Glücksscheibe gedreht werden.
Das Wetter spielte am Wochenende des Thomasmarkts gut mit.

Einige Aussteller kamen ohne Dachboden-Funde. Die Messdienerinnen der Gemeinde St. Georg verkauften Getränke und Erbsensuppe in Zusammenarbeit mit den Maltesern. Von dem Geld sollen beispielsweise neue Zelte für die Jugendarbeiten angeschafft werden. Die Malteser waren selber vor Ort und machten mit einem Einsatzwagen und einem Glücksrad auf ihre Arbeit aufmerksam.

Freitagabend liefen 500 Kinder mit ihrer Laterne

Nach einem Jahr Corona-Pause fand der traditionsreiche Markt erstmalig nicht am letzten Oktoberwochenende statt. Wegen des Reformationstags ist zukünftig der 4. Samstag im Oktober für den Termin maßgeblich. Ganz ohne Auflagen kam der Markt aber noch nicht aus. Die Stadt stellte die Tische für den Flohmarkt mit Abstand auf. Trotzdem wurde eine gesamte Tischlänge von über 500 Metern erreicht. Weil die Gassen der Kronenstraße so eng sind, fand der Kinder-Flohmarkt auf dem Parkplatz "Neuer Markt" statt.

Die kleinen Besucher kamen auch bei mehreren Fahrgeschäften auf ihre Kosten. Außerdem fand am Freitagabend mit rund 1500 Personen der traditionelle Laternenumzug durch die Innenstadt statt. 500 Kinder präsentierten stolz ihre Laternen zu den Klängen des Kolpingorchesters Vechta.

"Der Thomasmarkt ist nicht wegzudenken in Vechta."Maleen Kordes, Geschäftsführerin "Moin Vechta"

Im Anschluss brannte die Stadt Vechta ein farbenfrohes Musikfeuerwerk im Bereich des Neuen Marktes ab, das für Staunen bei den Zuschauern sorgte. Auch am Freitag spielte das Wetter mit, nach Sturm und Regen klarte es am Abend auf. "Ein toller Auftakt", resümierte der Marktmeister der Stadt Jens Siemer.

Das Wochenende inklusive verkaufsoffenen Sonntag habe die Händler sehr zufrieden gestellt, erzählte Maleen Kordes, die Geschäftsführerin des Stadtmarketingvereins "Moin Vechta". "Der Thomasmarkt ist nicht wegzudenken in Vechta", freut sie sich, dass die traditionelle Veranstaltung wieder stattfinden konnte. Die gute Stimmung sei zu spüren gewesen.

Seit 1957 wird der Thomasmarkt veranstaltet. 1970 wurde erstmals ein Flohmarkt eingeführt. Auch das Engagement vieler Vechtaer Vereine macht den Herbstmarkt seitdem jedes Mal zu einem Erfolg.

Jens Siemer zeigte sich ebenfalls zufrieden, das Wochenende habe für ein breites Grinsen auf seinem Gesicht gesorgt. „Es macht wieder Spaß“, erklärte er, die Pause sei lang gewesen. Am Samstag seien die Flohmarktstische restlos ausgebucht gewesen. "Unter den aktuellen Voraussetzungen haben wir eine fantastische Veranstaltung erlebt. Das war fast wie früher", sagte er.

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