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Großbrand in Lindern: Feuerwehren löschen den ganzen Tag über weiter

Der Brand einer Strohhalle in Lindern löste am Dienstagabend einen Großeinsatz aus. Aus dem ganzen Südkreis eilten die Wehren zu Hilfe. Sie hatten unter anderem mit der enormen Hitze zu kämpfen.

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Inferno: Auch Maschinen und Geräte brannten komplett aus. Foto: Steenken/Feuerwehr Lindern

Inferno: Auch Maschinen und Geräte brannten komplett aus. Foto: Steenken/Feuerwehr Lindern

Das war kein gewöhnlicher Brand: Ein Feuer hat am späten Dienstagabend eine große Lagerhalle in Lindern-Kleinenging zerstört. Laut Feuerwehr mindestens 5000 Strohballen - die Polizei nannte sogar bis zu 10000 - sowie mehrere landwirtschaftliche Fahrzeuge gingen in Flammen auf. Die Löscharbeiten dauerten die ganze Nacht über an und mussten am Mittwoch fortgesetzt werden. Der Schaden dürfte in die Millionen gehen.

Wie an jedem Abend hatte Lohnunternehmer Bernd Lübbers auch am Dienstag noch einen Kontrollgang unternommen. Verdächtiges aufgefallen sei ihm dabei nicht, bestätigte der 57-Jährige gegenüber OM Online. "Ich bin natürlich an der Halle vorbeigekommen und hatte das Gefühl, dass alles gut war." Er sollte sich täuschen.

Sohn bemerkt Feuer zuerst

Nur eine halbe Stunde später sei sein Sohn hereingestürzt und habe gerufen, dass die 10.000 Quadratmeter große Halle brenne. "Ich hörte dann einen Knall", berichtet Lübbers. Sofort rief er seine Mitarbeiter zusammen, "alles was Beine hatte". Neben dem Stroh waren in dem Gebäude auch mehrere Anbaugeräte, eine Ballenpresse, 2 Tieflader und eine Wickelmaschine untergestellt. 2 Schlepper mitsamt Anhänger waren direkt vor der Halle geparkt. Auch sie wurden ein Raub der Flammen. Trotzdem gelang es, einige der wertvollen Gerätschaften zu retten. Auf dem Dach des Strohlagers befand sich eine Photovoltaikanlage, die ebenfalls zerstört wurde. 

Gigantische Ausmaße: Das Gebäude auf einem Hof in Kleinenging war rund einen Hektar groß. Foto: FeuerwehrdrohneGigantische Ausmaße: Das Gebäude auf einem Hof in Kleinenging war rund einen Hektar groß. Foto: Feuerwehrdrohne

Als die Feuerwehr Lindern kurz nach 23 Uhr eintraf, stand das Gebäude bereits in Vollbrand. An der Halle sei da bereits nichts mehr zu retten gewesen, sagt Zugführer Sascha Steenken. Er übernahm zwischenzeitlich die Einsatzleitung. Neben der Größe des Gebäudes und der sich darin entwickelnden enormen Hitze sei auch die Wasserversorgung eine Herausforderung gewesen. Um den nächsten Hydranten zu erreichen, mussten die Feuerwehrmänner mehrere hundert Meter Schlauchleitung verlegen. Unterstützt wurden die Linderner von den Kameraden aus Löningen, Lastrup und Peheim. Vor Ort waren auch der ABC-Zug, ein Löschroboter und eine Drohneneinheit. Sie filmte die Halle aus der Luft mit einer Wärmebildkamera. Insgesamt waren rund 170 Brandbekämpfer im Einsatz. 

Anwohner berichten, dass vom Wind fortgetragene Strohpartikel noch in mehreren Kilometern Entfernung vom Himmel niederfielen. Die Löscharbeiten gehen den ganzen Mittwoch über weiter. Weil das Dachgerippe eingestürzt war und wegen der Temperaturen mussten die Feuerwehren behutsam vorgehen. Sie ließen die Flammenherde kontrolliert ausbrennen. Mit dem Verlauf des Einsatzes zeigte sich Sascha Steenken zufrieden. Eine Lagebesprechung mit der Kreisfeuerwehr folgte noch am Mittwoch. Die Brandursache steht bisher nicht fest. Gleiches gilt für die Schadenshöhe. 

Bernd Lübbers muss jetzt zunächst eine Versorgungslücke füllen. Er benötigt einen Teil des Strohs als Einstreu für seine Geflügelställe. Das Übrige verkauft er normalerweise. Außerdem muss er seinen Lohnbetrieb trotz der Maschinenverluste am Laufen halten. Am Mittwoch arbeitete er bereits an ersten Lösungen. 

Foto: dpaTNN
Foto: dpa/TNN
Foto: Wilhelm Kock
Foto: Wilhelm Kock
Foto: Wilhelm Kock
Foto: Wilhelm Kock

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