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Goldenstedter Kita Martin Luther blickt auf 40 Jahre zurück

Lange Zeit war es der einzige Kindergarten in evangelischer Trägerschaft im Landkreis Vechta. Was 1982 begonnen hat, soll jetzt gefeiert werden.

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Voll Vorfreude: Die Kinder der Kindertagesstätte Martin Luther in Goldenstedt feiern gemeinsam mit ihren Erzieherinnen Birgit Hartmann (stehend) und Stefanie Paul sowie vielen weiteren am 9. Oktober das 40-jährige Bestehen der Einrichtung. Foto: C. Meyer

Voll Vorfreude: Die Kinder der Kindertagesstätte Martin Luther in Goldenstedt feiern gemeinsam mit ihren Erzieherinnen Birgit Hartmann (stehend) und Stefanie Paul sowie vielen weiteren am 9. Oktober das 40-jährige Bestehen der Einrichtung. Foto: C. Meyer

Die Kindertagesstätte Martin Luther in Goldenstedt hat 1982 ihren Betrieb aufgenommen. Dieses 40-jährige Bestehen möchte die Einrichtung jetzt feiern. Für den 9. Oktober (Sonntag) wird ab 11 Uhr zu einem Tag der offenen Tür eingeladen.

Gestartet ist der Kindergartenbetrieb mit einer Gruppe im alten Pfarrhaus bei der Kirche an der Vechtaer Straße, weiß Leiterin Birgit Hartmann zu berichten. „Mit bescheidenden Verhältnissen“, wie sie ergänzt. Aber damit hätten die Erzieherinnen sich damals gut arrangiert, sagt Hartmann. Das Besondere an dieser Kindertagesstätte: Sie war lange Zeit die einzige im Kreis Vechta in evangelischer Trägerschaft. Erst 2011 sei die zweite Kita in evangelischer Trägerschaft in Vechta eröffnet worden, sagt Birgit Hartmann. Damit hatte die Einrichtung fast 30 Jahre lang ein Alleinstellungsmerkmal im Kreis Vechta.

Der erste Jahrgang 198283 des Kindergartens Martin Luther. Foto: HartmannDer erste Jahrgang 1982/83 des Kindergartens Martin Luther. Foto: Hartmann

Umzug ins Harmann-Wessel-Haus

Fast genauso lang blieb es auch bei der einen Kindergartengruppe, sagt die Erzieherin, die seit 1994 in der Einrichtung arbeitet und seit 2013 die Leitung innehat. Zu dem Zeitpunkt zeichnete sich ab, dass der Kindergarten neue Räumlichkeiten braucht, da der Bedarf an Betreuungsplätzen generell innerhalb der Gemeinde wuchs. Dabei seien die Räumlichkeiten an der Vechtaer Straße zuvor durchaus verbessert worden, sagt Hartmann. 1997 seien sie umfänglich renoviert worden, 2006 wurde der lang ersehnte Bewegungsraum eingerichtet. Bis dahin habe man die Turnhalle der Schule genutzt.

Der alte Gruppenraum an der Vechtaer Straße. Foto: HartmannDer alte Gruppenraum an der Vechtaer Straße. Foto: Hartmann

So gab es Überlegungen an der Vechtaer Straße anzubauen oder an einem ganz anderen Standort ein neues Gebäude zu bauen. Vonseiten der Gemeinde wurde schließlich beschlossen, das Harmann-Wessel-Haus an der Barnstorfer Straße zu sanieren und für den Kindergarten Martin Luther einen Anbau für zwei Gruppen einzurichten, wofür die alte Hausmeisterwohnung abgerissen werden musste. Zum einen war das Harmann-Wessel-Haus seinerzeit stark sanierungsbedürftig, zum anderen bot sich das Gebäude aufgrund seiner Historie als ehemalige evangelische Schule für die Kindertagesstätte in evangelischer Trägerschaft an.

Der Platz an der Vechtaer war zu dem Zeitpunkt allerdings schon zu knapp, weshalb eine zweite Kindergartengruppe vorübergehend im evangelischen Gemeindesaal betreut wurde, berichtet Stefanie Thal, die seit 2014 in der Einrichtung arbeitet und stellvertretende Leiterin ist. Dieses „Provisorium“, wie sie sagt, sei im Grunde für eine Kindergartengruppe nicht geeignet, aber als „Notlösung“ in Ordnung gewesen. Diese Notlösung musste allerdings noch 4 Jahre herhalten. 2017 konnte der Kindergarten in seine neuen Räumlichkeiten an der Barnstorfer Straße ziehen.

Tag der offenen Tür am 9. Oktober

Bereits ein Jahr später zeigte sich: Der Anbau reicht nicht. Eine dritte Kindergartengruppe wurde deshalb zunächst im Bewegungsraum untergebracht, bis entsprechende Räumlichkeiten im Harmann-Wessel-Haus hergerichtet waren. Ein weiteres Jahr später, 2019, erhielt die Kindertagesstätte Martin Luther eine Gruppe und wieder brauchte es weitere Räumlichkeiten im Harmann-Wessel-Haus. Das entspricht bis heute dem Stand der Dinge. Es gibt eine Ganztagsregelgruppe mit 25 Kindern, zwei Integrationsgruppen mit jeweils 18 Kindern sowie die Krippengruppe mit 15 Kindern. Knapp 20 Mitarbeitende – von der Erzieherin bis zur Reinigungsfachkraft – sind in der Kita beschäftigt.

Doch nicht nur die Einrichtung hat sich in den 40 Jahren weiterentwickelt. Auch der Beruf der Erzieherin habe sich verändert und wurde anspruchsvoller, sagt Birgit Hartmann. Der Alltag sei „komplexer“ geworden. Heute seien zudem die Kinder, wenn sie erstmalig die Kita besuchen, deutlich jünger als noch vor 40 Jahren. Die Anforderungen an die Fachkräfte in der Kita seien gestiegen – und damit auch die Verantwortung. Das Image der Erzieherin in der Gesellschaft leide aber nach wie vor. „Ihr spielt ja nur ein bisschen mit den Kindern“, nennt Stefanie Thal das gängige Klischee. Doch die Corona-Pandemie, mit den dadurch einhergehenden Kita-Schließungen, habe dazu geführt, dass der Beruf etwas an Wertschätzung gewonnen hat. Viele Eltern seien dankbarer geworden, beobachtet Thal. Das Problem des Personalmangels aber gibt es weiterhin.

Nichtsdestoweniger sollen die vergangenen 40 Jahre am 9. Oktober (Sonntag) gefeiert werden. „Es soll ein schöner Tag für die Kinder werden“, sagt Birgit Hartmann. Deshalb werde auf einen offiziellen Festakt – bei dem sich die Kleinen ohnehin nur langweilen würden – verzichtet. Gestartet wird um 11 Uhr mit einem Gottesdienst in der Martin-Luther-Kirche. Danach geht es mit einem bunten Programm beim Kindergarten weiter – vom Kinderschminken bis hin zum Luftballonkünstler. Der Kirchenchor wird auftreten und die Freiwillige Feuerwehr Goldenstedt wird sicherlich mit einem Feuerwehrfahrzeug bei den Mädchen und Jungen ordentlich Eindruck schinden. Birgit Hartmann ist zuversichtlich, dass es ein gelungener Tag wird. „Es muss nur noch das Wetter mitspielen.“

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