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Goldenstedter Heimatverein arbeitet an einem eigenen Archiv

Der Heimatverein Goldenstedt hat nie ein richtiges Archiv gehabt. Das soll sich nun ändern. Den Vereinsmitgliedern steht eine Menge Arbeit bevor.

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Haben sich viel vorgenommen: Der Heimatverein Goldenstedt möchte ein Archiv aufbauen. Hans-Georg Lück (von links) unterstützt den Vereinsvorsitzenden Martin Sander, Verena Holzenkamp und Judith Morthorst-Richter. Foto: C. Meyer

Haben sich viel vorgenommen: Der Heimatverein Goldenstedt möchte ein Archiv aufbauen. Hans-Georg Lück (von links) unterstützt den Vereinsvorsitzenden Martin Sander, Verena Holzenkamp und Judith Morthorst-Richter. Foto: C. Meyer

„Die Geschichte Goldenstedts hat jetzt eine Heimat“, sagt Martin Sander, Vorsitzender des Heimatvereins Goldenstedt. Seit mehr als einem Jahr arbeitet der Verein im Harmann-Wessel-Haus, bereitet die Ausstellung vor, die bald für das Publikum zugänglich sein soll. Ein weiteres großes Projekt, das nun angeschoben wurde, ist der Aufbau eines Archivs. Denn das gab es bislang nicht wirklich, wie die Mitglieder zugeben müssen.

Wer aktuell an einer Recherche in den Schriften, die dem Heimatverein vorliegen, interessiert ist, muss dafür die Mitglieder fragen. Sie sind quasi der Katalog, sagt Verena Holzenkamp. Bislang standen die Bücher „überall“, auch bei Vereinsmitgliedern daheim. Damit soll künftig Schluss sein. Hans-Georg Lück übernimmt federführend die Organisation zwecks Aufbau eines Archvis – „aus alter Verbundenheit zum Verein“, wie Sander sagt. Zur Projekt-Gruppe gehören elf Personen. Zu finden sein wird das Archiv später im Harmann-Wessel-Haus.

Profitieren von Erfahrung anderer Vereine

„Wir sind Neulinge und in der Findungsphase“, gibt Lück zu. Zuerst brauche es ein Konzept, wie die Werke sortiert werden sollen. „Wir profitieren da von der Erfahrung anderer Vereine“, sagt Lück. So schauen die Heimatvereinsmitglieder sich beispielsweise das Archiv bei den Kolleginnen und Kollegen in Visbek an. Ein wichtiger Punkt dabei sei die Digitalisierung. Der Visbeker Verein nutze für die Verwaltung die Bibliothekssoftware EasyLib. Diese möchte der Goldenstedter Heimatverein ebenfalls anwenden.

Das bedeutet allerdings auch, dass für die Verschlagwortung jedes Werk einmal in die Hand genommen werden muss. Eine echte Fleißarbeit also. Deshalb sei er auch froh, dass sich so viele Freiwillige mitmachen wollen, sagt Martin Sander. Schließlich können Interessierte online nach Büchern, die der Heimatverein hat, suchen. Eine Leihbücherei werde das Archiv aber nicht, ergänzt Hans-Georg Lück. Die Schriften können im Harmann-Wessel-Haus eingesehen werden. Für die Recherche sei das Haus auch gut technisch ausgestattet, sagt Sander. Es gebe Räume mit Arbeitsplätzen.

Überdies werde das Gemeindearchiv – das zuvor in der Villa Marischen war und mittlerweile ebenfalls im Harmann-Wessel-Haus ist – mit dem Archiv des Heimatvereins zusammengeführt, sagt Sander. Ziel ist es, das Gedächtnis der Gemeinde unter einem Dach zu haben. Es solle auch eine zentrale Annahmestelle sein. Gerne dürfen sich die Vereine angesprochen fühlen, sagt der Heimatvereinsvorsitzende, ihre Archivmaterialien mit dem Heimatverein zu teilen. „Wir wollen das alles sichern“, betont Verena Holzenkamp.

Museum soll bald geöffnet werden

Genauso vermutet Martin Sander noch den einen oder anderen Schatz in den Bauerschaften. Bislang gebe es von dort noch zu wenige Materialien. Bücher, alte Schriften, Fotos – der Heimatverein nimmt alles entgegen. Sander versichert, dass nichts abgegeben werden müsse. Der Verein mache lediglich Kopien, um das Wissen zentral zu sichern. Aktuell verarbeiten die Mitglieder die zahlreichen Fotos von Heino Muhle, der seit Jahrzehnten das Leben in Goldenstedt mit seinen Bildern festhält. Insgesamt sei die Archiv-Arbeit ein fortlaufendes Projekt, fasst Hans-Georg Lück zusammen.

Die Ausstellung im Museum ist dagegen so gut wie fertig, lässt Martin Sander wissen. Es fehlen lediglich hier und da noch ein paar Fotos. Ursprünglich habe der Heimatverein Goldenstedt schon im vergangenen Herbst für Besucherinnen und Besucher öffnen wollen, doch da machte mal wieder die Corona-Pandemie einen Strich durch die Rechnung. Gerade wegen der Jubiläen 2021 – 60 Jahre Heimatverein, 20 Jahre Heimatmuseum – sei es sehr schade gewesen, dass nichts habe stattfinden können, sagt Sander. Nun ist der Plan, am 9. April (Samstag) das Museum für Publikum zu öffnen. Langfristig ist geplant, Museum und Archiv miteinander zu verknüpfen.

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