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Gleichberechtigung auch im Fußball

Thema: Frauenfußball-EM in England – Die Fußballfrauen haben bei der EM ganz Deutschland begeistert. Jetzt liegt es am DFB, die Begeisterung in den Bundesliga-Alltag zu retten.

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Die Geschichte klingt immer noch grotesk: Der Deutsche Fußballbund (DFB) belohnte im Jahr 1989 die Nationalmannschaft der Frauen zum Gewinn der Weltmeisterschaft mit dem Kaffee-Service „Mariposa“ mit blauen und roten Blüten auf weißem Porzellan. Heutzutage hat der DFB immerhin 60.000 Euro für den Gewinn des EM-Titels und 30.000 Euro für Platz 2 ausgelobt. Das ist Rekord und dennoch lächerlich im Vergleich zu den Männern, die bei einem EM-Sieg im vergangenen Jahr 360.000 Euro mehr bekommen hätten.

DFB-Direktor Oliver Bierhoff findet die Atmosphäre in der Frauen-Nationalmannschaft „zauberhaft“, aber für eine gleiche Bezahlung reicht das im Gegensatz zu vielen anderen Nationalteams in Europa nicht. Der größte Sportverband der Welt legt damit eine verstörend altmodische Haltung an den Tag. Dabei hat die Frauenfußball-EM in England in ganz Europa eine echte Euphorie entfacht. Das Team von Martina Voss-Tecklenburg erzeugt eine Begeisterung, von der die Herren unter Hansi Flick derzeit nur träumen können. Die Einschaltquoten erreichten Rekordhöhen, das Endspiel war mit 90.000 ZuschauerInnen ausverkauft.

Vielleicht liegt diese echte Begeisterung auch daran, dass der Frauenfußball noch nicht so kommerziell verseucht ist, wie bei den Männern. Es wurde im Mutterland des Fußballs gespielt und nicht in klimatisierten Stadien im Wüstenstaat Katar. Die Spiele liefen endlich zur Primetime und nicht nachmittags um 2. Die Fußballerinnen Europas haben die Bühne, die ihnen geboten wurde, genutzt.

Jetzt liegt es am DFB, die Begeisterung in den Bundesliga-Alltag, wo zum Teil Amateurinnen spielen und nur ein paar tausend ZuschauerInnen pro Spiel kommen, zu retten. Sportliche und finanzielle Gleichberechtigung wären ein Anfang.

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