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Gewässergüte im Entwässerungsgraben nur mittelmäßig

Für das Sperrwerk-Projekt der Friesoyther Wasseracht haben Fachleute das Wasser in dem Entwässerungsgraben am Direktor-Sperl-Weg untersucht. Seltene Tier- und Pflanzenarten wurden nicht gefunden.

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Auf Fischfang: Wolfgang Rötker (links) und Mathias Wennemann untersuchen Wasserqualität, Flora und Fauna des Grabens am Direktor-Sperl-Weg. Hier will die Wasseracht ein kleines variables Sperrwerk einrichten.   Foto: Stix

Auf Fischfang: Wolfgang Rötker (links) und Mathias Wennemann untersuchen Wasserqualität, Flora und Fauna des Grabens am Direktor-Sperl-Weg. Hier will die Wasseracht ein kleines variables Sperrwerk einrichten.   Foto: Stix

Das Sperrwerk-Projekt der Friesoyther Wasseracht an der Kreuzung Pehmertanger Damm/Direktor-Sperl-Weg geht in die nächste Runde. Gestern begannen die Untersuchungen des Wassers in den Gräben entlang der beiden Wege. Von der Untersuchung hängt es ab, ob das Projekt wie vorgesehen, mit Änderungen oder gar nicht durchgeführt werden kann. Erste Ergebnisse lassen Wasseracht-Geschäftsführer Martin Windhorst hoffen, dass das Vorhaben, wie geplant, durchgeführt werden kann.

Die Wasseracht will, wie berichtet, mit einem variablen Stauwerk das Grundwasser in einem mehrere hundert Hektar großen Bereich daran hindern, jederzeit über das Grabensystem abzufließen. Dadurch soll das Grundwasser im Sommer, wenn es benötigt wird, in den Feldern gehalten werden. Wenn zu viel Wasser da ist, wird die Schleuse geöffnet. Soll Wasser zurückgehalten werden, wird der Graben aufgestaut. Die Flächen bleiben dadurch insgesamt auf einem höheren Wasserniveau, der Spiegel sinkt nicht so weit ab.

"Das Gebiet hier ist relativ schlecht untersucht, es könnte ja eine seltene Libellenart hier ansässig sein."Diplom-Ingenieur Wolfgang Rötker

Allerdings sind für den Einbau von sogenannten Querwerken hohe bürokratische Hürden gesetzt. Eigentlich sollen Lebewesen, Fische wie Insekten, ohne Behinderung in einem Gewässer unterwegs sein. Deshalb untersuchten und erfassten Diplom-Ingenieur Wolfgang Rötker und Biologe Mathias Wennemann am Donnerstag die Pflanzen- und Tierwelt des Grabensystems. "Wir kartieren die wirbellose Fauna, also Insektenlarven, Muscheln, Schnecken und Käfer, den Fischbestand sowie die Pflanzen und messen die Leitfähigkeit, den pH-Wert, den Sauerstoffgehalt und die Temperatur des Wassers", erläutert Rötker. "Das Gebiet hier ist relativ schlecht untersucht, es könnte ja eine seltene Libellenart hier ansässig sein."

Noch vor Ort und vor dem endgültigen Abschluss der Untersuchungen ließen Rötker und Wennemann allerdings erkennen, dass sie mit einer derartigen Überraschung nicht rechnen. "Die Gewässergüte ist bestenfalls mittelmäßig", sagte Wennemann. Nur rund 15 Arten wirbelloser Tiere hatte er bei seiner Untersuchung gefunden. "Das ist sehr wenig", kommentierte Norbert Rehring, der die Untersuchungen für den Nabu begleitete. 

Niedriger Sauerstoffgehalt verhindert Ansiedlung anspruchsvoller Arten

Auch Fische konnte Rötker, der eine rund 200 Meter lange Strecke des Grabens absuchte, in dem rund 30 Zentimeter tiefen Wasser nicht entdecken. Ein Ergebnis, das ihn nicht überraschte. "Fische brauchen 2 bis 3 Milligramm Sauerstoff pro Liter Wasser", erläuterte er. "Wir haben hier derzeit 0,8 bis 1,5 Milligramm, normal sind in Gewässern 7 bis 10", erläuterte er. Der niedrige Sauerstoffgehalt verhindere, dass sich in dem Grabensystem anspruchsvolle Arten ansiedeln.

Für Wasseracht-Geschäftsführer Martin Windhaus ist das Ergebnis ein zweischneidiges Schwert. "Für das Projekt ist das gut, man will und darf ja in so einem System auch nichts kaputt machen", sagt er. Unter ökologischen Aspekten sei es aber natürlich bedauerlich. "Aber was will man erwarten?", so Windhaus. "Es ist letztlich ja doch nur ein Entwässerungsgraben inmitten eines landwirtschaftlich genutzten Gebietes."

Nach Abschluss und Dokumentation der Untersuchungen steht die Genehmigungsphase des Projektes durch die zuständigen Behörden an. Windhaus hofft, dass die Wasseracht zu Beginn des kommenden Frühjahrs das Sperrwerk bauen kann. Dann könnte in der regenreicheren Zeit das Wasser aufgestaut werden, sodass auch in einem trockenen Sommer genug davon für die Felder zur Verfügung steht.

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