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Geschichtsträchtigen Ort für die Zukunft bewahrt

Die Kriegergedächtnisstätte in Peheim wurde aufwändig für rund 140.000 Euro saniert. Im kommenden Frühjahr gibt es aber noch etwas zu tun.

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Einzigartig im Nordwesten: Das Kriegerdenkmal wurde 1963 aus der alten Kirche gestaltet. Foto: Schrimper

Einzigartig im Nordwesten: Das Kriegerdenkmal wurde 1963 aus der alten Kirche gestaltet. Foto: Schrimper

Dieser Ort atmet Geschichte – und kann dies auch weiter tun. Die Peheimer Kriegergedächtnisstätte, die an die Schrecken und die Opfer der beiden Weltkriege erinnert, ist aufwändig saniert worden. Die Arbeiten am Bauwerk, den Überresten der alten Peheimer Kirche,  sind abgeschlossen, im kommenden Frühjahr soll noch die Grünanlage, hergerichtet werden, berichtete Pastor Uwe Börner im Gespräch mit der Redaktion. 

Für den Geistlichen ist dieser Ort etwas ganz Besonderes. Es handele sich nicht nur um die "Keimzelle" des alten Peheim. Anhand des Denkmals könnten Schulklassen auch etwas über Geschichte, Politik und Religion lernen. Hierbei handelt es sich um die Reste der 1852 errichteten St.-Anna-Kirche, die am Ende des Zweiten Weltkrieges weitgehend zerstört wurde. Notdürftig wieder hergerichtet, diente sie noch bis zum Bau der jetzigen St.-Anna-Kirche (1953) als Gotteshaus. 1963 entschloss man sich, den von Einschusslöchern gezeichneten Kirchturm zur Kriegergedächtnisstätte umzugestalten. 

Der Kirchturm hat neue Fenster bekommen. Diese wurden nach historischen Originalen angefertigt. Foto: SchrimperDer Kirchturm hat neue Fenster bekommen. Diese wurden nach historischen Originalen angefertigt. Foto: Schrimper

Der Monumentendienst hatte bei seiner jüngsten Überprüfung des Bauwerks, das als einzigartig im Nordwesten gilt, zahlreiche Mängel festgestellt, die nun behoben werden konnten. Unter anderem wurden Steine ausgetauscht und neu verfugt, die Verschindelung und die Holzkonstruktionen erneuert. Die Einschusslöcher als Zeugnisse des Krieges wurden gesichert. "Die Kirchturmfenster wurden nach Originalen nachgebaut", so Börner. "Der alte Wetterhahn war aber nicht mehr zu retten." Nun ziert ein neues Exemplar den Turm, das alte soll im Pfarrhaus aufbewahrt werden. Zu den zahlreichen, vor allem kleinteiligen Aufgaben gehörten unter anderem auch die Sanierung des Mosaiks und die Aufarbeitung eines alten Kirchenfensters, sowie die neue Ausmalung des Reliefs im Inneren des Turms. Die Sandstein-Elemente im Hof des Denkmals wirken nach der Aufarbeitung wie neu. 

Kosten liegen bei rund 140.000 Euro

Für die im Frühjahr anstehenden Außenarbeiten habe die Gruppe "Wi packt wat an" bereits ihre Unterstützung zugesagt, so Börner. Die Mitglieder hätten bereits die Beete im Innenhof des Denkmals wieder zugepflastert, um die Anlage pflegeleichter zu machen. Überhaupt ist er froh, dass viele Peheimer – auch aktiv – Anteil an den Arbeiten genommen haben. Wie die Grünfläche gestaltet werden soll, sei noch nicht abschließend geklärt. Bänke solle es dort künftig jedenfalls nicht geben, um den Charakter der Gedenkstätte zu erhalten.

Ermöglicht wurden die Arbeiten, die laut Uwe Börner mit rund 140.000 Euro zu Buche schlagen, durch finanzielle Förderung. 58.000 Euro stammen aus Mitteln des Bundes, jeweils rund 21.000 Euro von der politischen Gemeinde Molbergen und vom Bischöflich-Münsterschen Offizialat in Vechta. Den Rest bezahlt die Kirchengemeinde St. Johannes Baptist.

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