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Gertrudenschule in Lohne: Hier erfahren Sie alles, was Sie zur Sanierung und zum Ausbau wissen müssen

Innerhalb von knapp 2 Jahren soll sich das Baudenkmal in eine moderne Grundschule verwandeln. Das Vorhaben ist komplex – und äußerst kostspielig. Das Kostenvolumen liegt bei 7,65 Millionen Euro.

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So soll der Zwischentrakt der Gertrudenschule künftig aussehen: Der Neubau bietet Platz für Mensa und Pausenhalle. Ins Obergeschoss ziehen die Verwaltung und das Kollegium. Grafik: htarchitektur

So soll der Zwischentrakt der Gertrudenschule künftig aussehen: Der Neubau bietet Platz für Mensa und Pausenhalle. Ins Obergeschoss ziehen die Verwaltung und das Kollegium. Grafik: htarchitektur

Es ist eines der kostspieligsten und aufwendigsten Bauprojekte der jüngeren Stadtgeschichte: Am Montag (26. Juli) beginnen die Sanierung und der Ausbau der Gertrudenschule in Lohne. Das denkmalgeschützte Gebäude soll in den kommenden knapp 2 Jahren in eine moderne Bildungseinrichtung verwandelt werden. Die Fertigstellung ist nach derzeitigem Stand für das 1. Quartal 2023 vorgesehen. Die Stadt kalkuliert aktuell mit einer Investitionssumme von circa 7,65 Millionen Euro. Zum Vergleich: Das im Juni 2018 eröffnete Lohneum hat rund 7 Millionen Euro gekostet.

Was bei der Betrachtung der finanziellen Aspekte außerdem berücksichtigt werden muss: Die Stadt hat mit Hilfe von 40 Containern eine "Übergangsschule" an der Brinkstraße geschaffen. Die von der Firma Adapteo aus Frankfurt am Main speziell auf die Bedürfnisse der Grundschule zugeschnittene Anlage kostet – bei einer voraussichtlichen Mietdauer von 18 Monaten – circa 475.000 Euro brutto; inklusive Auf- und Abbau sowie aller Nebenkosten.

Die Vorbereitungen für die Aufstellung der Containeranlage – 48 Meter lang, 15 Meter breit – begannen nach Angaben von Sergej Garrecht aus dem Lohner Bauamt vor knapp 3 Monaten. Am 18. Juni war die neue "Übergangsschule" fertig. 3 Tage später zogen schon die aktuell 134 Schüler in das 8 Klassenzimmer, 3 Gruppenräume sowie 3 WC-Module fassende Provisorium ein.

Besichtigung vor dem Baustart: (von links) Gert Kühling, Sergej Garrecht, Sabrina Schröder und Tobias Gerdesmeyer. Foto: TimphausBesichtigung vor dem Baustart: (von links) Gert Kühling, Sergej Garrecht, Sabrina Schröder und Tobias Gerdesmeyer. Foto: Timphaus

Eine Woche später, am 28. Juni, hat dann das Kollegium der Gertrudenschule den temporären Verwaltungstrakt in der früheren Küchen-Galerie an der Brinkstraße 12a bezogen. "Das hat sich ideal gefügt", beurteilt Garrecht die Anmietung der Gewerbeimmobilie, die finanziell günstiger ausfällt als die Bereitstellung weiterer Container.

Auch Schulleiterin Sabrina Schröder ist mit dieser Lösung sehr zufrieden. Der Umzug sei reibungslos erfolgt. "Was die Jungs vom Bauhof und unser Hausmeister Frank Hammersen geschleppt haben; größter Respekt", lobt sie.

Eltern werden transparent über Projekt informiert

Schröder berichtet, dass sie die Eltern frühzeitig über das geplante Bauvorhaben an der Gertrudenschule informiert und den Umzug in die Containeranlage mit Fotos dokumentiert habe. Ein weiterer Baustein ihrer Kommunikationsoffensive war ein "Tag des offenen Containers" am 16. Juli. "Wir haben die Eltern bei allen Schritten mitgenommen und werden dies auch weiterhin tun", sagt sie. Schließlich sei ein Projekt dieser Größenordnung für alle Beteiligten eine Herausforderung.

Dies betont auch Bürgermeister Tobias Gerdesmeyer während einer Besichtigung. Gleichzeitig sagt er aber auch: "Ich stehe voll und ganz hinter dem Projekt." Trotz der Kostensteigerungen – anfangs war die Stadt von circa 3,5 Millionen Euro ausgegangen, 2020 erhöhte sich die Summe dann auf etwa 6 Millionen Euro, mittlerweile sind es eben jene 7,65 Millionen Euro – seien die Sanierung und Erweiterung aus Gründen der Nachhaltigkeit, des Denkmalschutzes und der Notwendigkeit einer zentrumsnahen Grundschule alternativlos.

Gerdesmeyer sagt: "Es handelt sich um ein in hohem Maße Ortsbild prägendes Gebäude." Das Ziel des Vorhabens sei es, eine zeitgemäße Schule zu schaffen, die für die kommenden Jahrzehnte gut aufgestellt sei. Dies werde unter anderem durch die Erweiterung um ein Klassenzimmer sowie 7 Differenzierungsräume erreicht. Moderne Pädagogik hat eben neue Raumbedarfe.

Auch im Container lernt sichs gut: Die Übergangsschule, die auf dem Parkplatz an der Brinkstraße entstanden ist, bietet hervorragende Bedingungen für die Schülerinnen und Schüler. Foto: TimphausAuch im Container lernt sich's gut: Die "Übergangsschule", die auf dem Parkplatz an der Brinkstraße entstanden ist, bietet hervorragende Bedingungen für die Schülerinnen und Schüler. Foto: Timphaus

Konkret geplant sind der Abbruch und Neubau des Verbindungstrakts zwischen der Grundschule und der Sporthalle. Dort sollen eine Mensa, eine Pausenhalle und eine WC-Anlage entstehen. Die Verwaltung zieht ins Obergeschoss des neuen Gebäudes. Weitere Aspekte des Großprojekts sind die Kernsanierung und der Ausbau des Dachgeschosses des historischen Baudenkmals, die Sanierung und Erweiterung des Schulhofs und der Neubau eines Lehrerparkplatzes.

Im Bauausschuss vor knapp 2 Monaten hatten Architektin Henrike Thiemann aus Münster und ihr Kollege Ulli Weidemann die Ergebnisse der Fortführung der Bestandsanalyse präsentiert. Dabei wurde deutlich: Bauen im Bestand birgt immer Unwägbarkeiten und Überraschungen – vor allem bei einem Baudenkmal, das in Teilen aus den Jahren 1929 und 1949 stammt. 

Etwa 30 Gewerke und Firmen zählt die Stadt

Garrecht spricht angesichts des Alters des Gebäudes und der Vorgaben des Denkmalschutzes von einer "sehr anspruchsvollen Aufgabe für alle Beteiligten, sowohl der Handwerksfirmen als auch Planer". Nach seinen Angaben sind circa 30 verschiedene Gewerke und ausführende Firmen während der Bauzeit zu berücksichtigen. 

In dieser Woche beginnen zunächst die Entkernungsarbeiten und die Schadstoffsanierung. Der Abbruch und Neubau des Zwischentraktes ist für Anfang Oktober terminiert. Im Außenbereich ist bereits der neue Lehrerparkplatz in der Entstehung.

Die Containeranlage verfügt über einen behindertengerechten Aufgang. Davon haben sich (von links) Tobias Gerdesmeyer, Sabrina Schröder, Sergej Garrecht und Gert Kühling überzeugt. Foto: TimphausDie Containeranlage verfügt über einen behindertengerechten Aufgang. Davon haben sich (von links) Tobias Gerdesmeyer, Sabrina Schröder, Sergej Garrecht und Gert Kühling überzeugt. Foto: Timphaus

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