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Gertrud Stahl aus Vörden trägt den Bürgerpreis 2020

Seit Jahrzehnten bereichert sie Vörden. Sei es durch ihren Einsatz im Ackerbürgerhaus, im Schlachtereimuseum oder bei Blutspendenaktionen. Wo Hilfe nötig ist, packt sie an. Nun wird sie geehrt.

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Eine Ehrung wert: Seit Jahrzehnten engagiert sich Gertrud Stahl für ihre Gemeinde. Nun überreichte ihr Bürgermeister Ansgar Brockmann den Bürgerpreis. Foto: Wenzel

Eine Ehrung wert: Seit Jahrzehnten engagiert sich Gertrud Stahl für ihre Gemeinde. Nun überreichte ihr Bürgermeister Ansgar Brockmann den Bürgerpreis. Foto: Wenzel

Der Name Stahl ist in Neuenkirchen-Vörden vielen Menschen ein Begriff. Durch das Ackerbürgerhaus und das Schlachtereimuseum ist die Familie bekannt. Oft fällt das Rampenlicht dabei auf den Vorsitzenden des Heimatvereins, Dieter Stahl. Im Schatten verborgen bleibt dabei oft Gertrud Stahl – seine Frau. Dabei ist sie nicht untätig. Im Gegenteil: Für ihre Leistungen erhält sie in diesem Jahr den Bürgerpreis der Gemeinde Neuenkirchen-Vörden.

Im Hintergrund für Ordnung zu sorgen, ist für Gertrud Stahl nichts Neues. Schon seit den 90ern verschönert sie Vörden durch ihr Ehrenamt. Und das, ohne dabei Aufmerksamkeit zu fordern. Im Gegenteil: Selbst bei ihrer Ehrung gibt sie zu: Im Mittelpunkt zu stehen, "das ist nicht meins". 

Der Bürgerpreis wird seit 2018 jährlich von der Gemeinde Neuenkirchen-Vörden vergeben. Mit ihm sollen Engagement und ehrenamtliche Leistungen anerkannt werden. Die Bürgerinnen und Bürger haben jedes Jahr die Möglichkeit, Personen für den Preis vorzuschlagen, die sich über einen langen Zeitraum oder besonders herausstechend engagieren. Die Ehrung am Montag sollte eigentlich schon 2020 stattfinden; durch Corona fiel die Veranstaltung ins Wasser. Ein Jahr später konnte sie im Hotel und Restaurant Kruse zum Hollotal nachgeholt werden.

Stille Heldin: Von Ackerbürgerhaus bis zum Blutspendetermin – wo Hilfe benötigt wird, ist Gertrud Stahl zur Stelle. Foto: WenzelStille Heldin: Von Ackerbürgerhaus bis zum Blutspendetermin – wo Hilfe benötigt wird, ist Gertrud Stahl zur Stelle. Foto: Wenzel

Bürgermeister Ansgar Brockmann erhofft sich durch die Ehrung auch einen Nachahmungseffekt. Am Montagabend stellte er den Anwesenden eine Frage, bezugnehmend darauf, dass in unserer Welt meist die Schönen, Reichen und Berühmten im Fokus stünden: "Brauchen wir nicht auch die anderen, Menschen, die im Hintergrund wirken und von ihrer eigenen Person eher ablenken?" Genau für diese sei der Preis gedacht.

Bei zahlreichen Projekten ist und war Gertrud Stahl beteiligt. Als 1997 das Ackerbürgerhaus in Vörden saniert wurde, halfen viele Menschen ehrenamtlich mit. Um diese musste sich jemand kümmern. Da kam die Preisträgerin ins Spiel. Sie versorgte die Helfer und hielt sie bei Laune. 

Ohne Gertrud Stahl wäre es stiller im Ort

Da hört ihre Arbeit aber nicht auf. Nach Fertigstellung des Hauses war es sie, die das Gebäude von innen und außen zu dem Ackerbürgerhaus machte, das es heute ist. Sie kümmerte sich um die Inneneinrichtung sowie das Anlegen des Gartens. Ob Weihnachtsmarkt, Besuchergruppen, Nachtwächtertour oder die standesamtlichen Trauungen – Stahl ist immer dabei. Sie bereitet die Räumlichkeiten vor, macht sauber, kauft ein und sorgt für die Verpflegung.

Bürgermeister Ansgar Brockmann berichtet: Mit dem Ackerbürgerhaus führe Stahl einen 2. Haushalt, in dem so viel passiere. Es stehe fest: "Ohne Gertrud Stahl würde das nicht möglich sein."

Ehrenamt bereichert die Gemeinschaft

Auch über das Ackerbürgerhaus hinaus kümmert sich die Vördenerin um ihre Gemeinde. Im Schlachtereimuseum sorgt sie dafür, dass die Besucher einen sauberen Raum betreten. Außerdem stellt sie sicher, dass die Grünanlagen in Schuss sind. All diese Arbeit mache sie so, als sei es selbstverständlich, würdigt Brockmann. Sie selbst erklärt: Ihr sei es wichtig, "dass alles in Ordnung ist".

Stahls Engagement geht aber über die Pflege ihrer Heimat hinaus. Auch um Menschen sorgt sie sich. Regelmäßige Blutspender könnten Stahl schon seit über 10 Jahren kennen. Bei den Spendeterminen des DRK in Vörden hat sie sich als Helferin und Organisatorin einen Namen gemacht. 

Die Arbeit ist sehr zeitintensiv

Dabei würde die ehrenamtliche Arbeit manchmal einem Vollzeitjob ähneln. Jetzt, da sie Rentnerin ist, habe sie mehr Zeit. Nachlassen möchte sie dennoch nicht. Gefordert wird sie auch durch ihren Mann. Wenn er ein Projekt anfange, sei sie dabei. Sie scherzt: "Er zieht das an, damit ich was zu tun habe." Seit ihrer Jugendzeit brachte sich die Vördenerin in ihrem Dorf ein. Sie sang im St.-Paulus-Chor und in der Speeldeel begeisterte sie das Publikum als Schauspielerin. 

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