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Genesenen-Status auf drei Monate verkürzt: Das müssen Eltern wissen

Kinder, die eine Infektion hinter sich haben, mussten bislang ein halbes Jahr nicht in Quarantäne, auch wenn sie als enge Kontaktpersonen galten. Dieser Zeitraum ist nun aber deutlich gekürzt worden.

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Symbolfoto: dpa

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Das Bundesgesundheitsministerium hat mit Blick auf die Omikron-Welle den Genesenen-Status von 6 auf 3 Monate verkürzt. Damit wird auf eine Empfehlung des Robert-Koch-Instituts reagiert. Diese Entscheidung verunsichert jetzt viele Eltern, deren Kinder sich vor über 3 Monaten infiziert haben. Sie haben jetzt plötzlich ihren Genesenen-Status verloren. Und das wiederum bedeutet: Für diese Kinder gilt jetzt wieder die Absonderungspflicht, sollten sie engen Kontakt zu einem anderen infizierten Kind gehabt haben.

Was können Eltern jetzt tun? Sollten Sie ihr Kind jetzt impfen, damit die Absonderungspflicht nicht greift und das Kind gleichzeitig wieder bestmöglich geschützt ist? OM Online hat nach einer Einschätzung bei den Gesundheitsämtern in Cloppenburg und Vechta gefragt. Dort verweist man auf die Empfehlung der Ständigen Impfkommission. Und die offenbart eine spürbare Abweichung zwischen politischer Vorgabe und medizinischer Empfehlung.

Denn: "Kinder, die bereits eine labordiagnostisch gesicherte Infektion durchgemacht haben, sollten vorerst nicht geimpft werden", erklärt Cloppenburgs Kreissprecher Frank Beumker auf Anfrage von OM Online. Lediglich für Kinder im Alter von 5 bis 11 Jahren mit Vorerkrankungen (siehe Auflistung am Ende des Berichts) ist aktuell eine Impfung frühestens 6 Monate nach der Infektion empfohlen. Oder es werde im Einzelfall durch einen Arzt entschieden, ob eine Impfung sinnvoll sei. Beumker verweist aber auch auf die wissenschaftliche Einschätzung: "Impfungen, die trotz bestehender Immunität verabreicht werden, sind gut verträglich und unschädlich."

Auch im Landkreis Vechta hält man sich bei den Kinderimpfungen an die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission. "Letztendlich kann die medizinische Notwendigkeit nur im Einzelfall nach Rücksprache mit dem impfenden Kinderarzt beurteilt werden", erklärt Kreissprecherin Eva-Maria Dorgelo. Wie bereits berichtet, setzt der Landkreis Vechta ab dem 24. Januar auf eine Testpflicht an Kindertagesstätten. Dies sei eine Reaktion auf die "hohen Infektionszahlen im Kreisgebiet und der relativ hohen Anzahl an infizierten Kindern im Kindergartenalter", so Dorgelo. 

Vom 12. bis zum 18. Januar wurden dem Vechtaer Gesundheitsamt 1044 positiv getestete Personen gemeldet. "Darunter befinden sich 50 infizierte Kinder im Alter von 3 bis 5 Jahren und 24 Kinder im Alter von 0 bis 2 Jahren", berichtet die Kreissprecherin. Außerdem seien 14 Erzieherinnen in diesem Zeitraum positiv getestet worden. "Schwerpunkte mit mehreren betroffenen Einrichtungen sind Vechta, Lohne und Damme. Weitere Orte sind Visbek, Dinklage, Vörden, Bakum."


Vorerkrankungen, bei denen Kinder sechs Monate nach einer Infektion geimpft werden sollen:

  • Adipositas 
  • Angeborene oder erworbene Immundefizienz oder relevante Immunsuppression
  • Angeborene zyanotische Herzfehler und Einkammerherzen nach Fontan-Operation
  • Chronische Lungenerkrankungen mit einer anhaltenden Einschränkung der Lungenfunktion
  • Schweres oder unkontrolliertes Asthma bronchiale
  • Chronische Nierenerkrankungen
  • Chronische neurologische oder neuromuskuläre Erkrankungen
  • Diabetes mellitus, wenn nicht gut eingestellt 
  • Schwere Herzinsuffizienz
  • Schwere pulmonale Hypertonie
  • Syndromale Erkrankungen mit schwerer Beeinträchtigung
  • Trisomie 21
  • Tumorerkrankungen und maligne hämatologische Erkrankungen

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