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Genehmigung für Frauenhaus: DRK Cloppenburg kann mit Bau starten

Die Einrichtung soll in ein Gewaltschutzzentrum eingebettet werden. Die ersten Ausschreibungen sind erfolgt.

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So sieht der Neubau aus: Das künftige Gewaltschutzzentrum des Deutschen Roten Kreuzes.   Entwurf: Ortmann & Möller Bauplanung

So sieht der Neubau aus: Das künftige Gewaltschutzzentrum des Deutschen Roten Kreuzes.   Entwurf: Ortmann & Möller Bauplanung

Die Planungen für ein Frauen- und Kinderschutzhaus in Cloppenburg bestehen schon seit einiger Zeit, nun wird die Umsetzung des Projektes konkret. "Seit vergangener Woche liegt die Baugenehmigung vor", erklärte Jan Hoffmann, Kreisgeschäftsführer des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), auf Nachfrage.

Das DRK plant die Einrichtung in einem großen Gebäudekomplex im innerstädtischen Bereich. In dem sogenannten Gewaltschutzzentrum sollen verschiedene Leistungen verknüpft werden, wie zum Beispiel die Frauenberatung bei Bedrohung und Gewalt und die Beratungs- und Interventionsstelle bei häuslicher Gewalt. "Das sind Gewinn bringende Synergie-Effekte", erklärt Bereichsleiter Johannes Wilhelm. 

Stellten die Pläne vor: Bereichsleiter Johannes Wilhelm (links) und Kreisgeschäftsführer Jan Hoffmann. Foto: HermesStellten die Pläne vor: Bereichsleiter Johannes Wilhelm (links) und Kreisgeschäftsführer Jan Hoffmann. Foto: Hermes

Geplant sind acht Plätze, die jeweils in Wohnungen angelegt sind, einige davon barrierefrei. Kinderzimmer können multifunktional dazugeschaltet werden. "Ein Novum und eine Herausforderung ist, dass wir auch Jugendliche ab 14 Jahren mit der Mutter aufnehmen. Das gibt es nicht in allen Einrichtungen", so Wilhelm weiter. Ziel sei keine dauerhafte Belegung, in der Regel werden die Frauen sechs bis acht Wochen begleitet. In verschiedenen Richtlinien wird ein Zeitraum von drei Monaten genannt. "Es ist eine Chance zum Neustart", so die Verantwortlichen. Der geregelte Weg ins Leben zurück soll begleitet werden. Natürlich sei dabei jede Situation ganz individuell zu betrachten. "Wir setzen niemanden vor die Tür", sagt der Kreisgeschäftsführer. 

„Belegt werden Plätze in diesen Einrichtungen größtenteils mit Frauen außerhalb des Landkreises. Das schafft weitere Anonymität.“DRK-Kreisgeschäftsführer Jan Hoffmann

Der Standort im innerstädtischen Bereich schaffe viele Möglichkeiten, so gebe es kurze Wege für Behördengänge. Im Umfeld sei immer etwas los. "So besteht dann auch ein Schutz durch die Öffentlichkeit", erklärt Wilhelm. Zudem gebe es verschiedene Sicherheitsmechanismen wie Kameratechnik oder eine Schleusenfunktion am Eingang. Es gilt beim Betreten immer das Vier-Augen-Prinzip. "Belegt werden Plätze in diesen Einrichtungen  größtenteils mit Frauen außerhalb des Landkreises. Das schafft weitere Anonymität", so Hoffmann.

Das Frauen- und Kinderschutzhaus erstreckt sich über die erste und zweite Etage. Ganz oben ist ein Dachgarten geplant. "Hier können sich besonders Schutzbedürftige, die nicht in die Öffentlichkeit möchten, auch an der frischen Luft aufhalten", erklärt Wilhelm. Im Erdgeschoss des Gebäudes werden die ambulanten Beratungsstellen Platz finden, zudem sind ein großer Multifunktionsraum und Flächen für eine Kindertagespflege vorgesehen. Die Fläche des gesamten Gebäudes beträgt 1670 Quadratmeter, wobei die Fläche des Frauen- und Kinderschutzhauses 994 Quadratmeter umfasst.

Beratungsstellen und Hilfsangebote sind gut verknüpft

Das DRK bringt drei Grundstücke in das Projekt als Eigenanteil mit ein, der Landkreis stellt finanzielle Mittel in Höhe von 550.000 Euro für die Errichtung bereit. "Im Falle einer längerfristigen Auslastung des Frauen- und Kinderschutzhauses unter 70 Prozent ist der Landkreis Cloppenburg zur Zahlung eines Zuschusses zu den Betriebskosten bereit", erklärt Kreissprecher Frank Beumker auf Nachfrage. Lob für den Landkreis gab es vom DRK auch für die Netzwerkarbeit, verschiedene Stellen und Hilfsangebote würden gut miteinander verknüpft.

Die ersten Arbeiten sind bereits ausgeschrieben, weitere sollen folgen. Eine Prognose über den zeitlichen Ablauf sei allerdings schwierig zu treffen. "Der Bedarf ist immer noch vorhanden, leider. Unser Wunsch ist deshalb die Fertigstellung im ersten Quartal 2023, realistisch ist aber wohl eher Mitte des kommenden Jahres", sagt Hoffmann. Der Start des Betriebes sei auch erst sinnvoll, wenn alles fertig ist. In den kommenden Monaten soll nun das Konzept weiter erarbeitet werden.

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