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Gemüsebeet neben dem Gleisbett: Rentner mit grünem Daumen verschönert Siedlung

Dort, wo Klaus Köhler lebt, will er sich auch wohlfühlen. Also hat er eine zugewucherte Fläche neben den Bahnschienen kultiviert. Ein verdächtiger Gegenstand sorgte dabei für einen kurzen Schrecken.

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Das Schottergelände ist kultiviert: Nun pflanzt Klaus Köhler dort unter anderem Rote Bete, Wildkirschen und Blumen. Foto: Niemeyer

Das Schottergelände ist kultiviert: Nun pflanzt Klaus Köhler dort unter anderem Rote Bete, Wildkirschen und Blumen. Foto: Niemeyer

Klaus Köhlers Grünkohl wächst an einem ungewöhnlichen Ort: Nur wenige Meter entfernt rauschen die Züge der Nordwestbahn im Stundentakt an den Oldenburger Palmen vorbei. In Eigenregie hat der 71-Jährige das "Schottergelände" neben dem Gleisbett mit Spitzhacke, Säge und Schaufel kultiviert. Wucherten dort zuvor wilde Sträucher und Bäume, erntete Köhler dort im letzten Sommer Rosenkohl und Rote Bete. Die Lokführer würden ihn bereits kennen. "Die grüßen schon", sagt er. 

Seit einem Jahr erst wohnt Köhler in der Sternbuscher Siedlung an der Sevelter Straße. Die zugewucherte Fläche neben dem Gleisbett war ihm von Anfang an ein Dorn im Auge. Niemand kümmere sich darum, nichts werde dort gepflegt, so der Rentner. "Wohlfühlen muss man sich ja auch", sagt er. Also griff er zum Gartenwerkzeug und legte los. Fast täglich geht er an die frische Luft und arbeitet an seinem Gartenprojekt.

Keine Arbeit, sondern Lebensgefühl

Zwischenzeitlich war seine Biotonne dem Ansturm an Ästen, Wurzeln und Gestrüpp nicht mehr gewachsen. Kurzerhand sprach er seine neuen Nachbarn an und durfte ihre Biotonnen mit nutzen. In der kurzen Zeit, die er erst in der Siedlung wohnt, hat sich Köhlers grüner Daumen schon rumgesprochen. Immer mehr Nachbarn sprächen ihn an, ob er ihnen nicht helfen könne bei der Gartenarbeit. Köhler sagt nicht nein und hilft, wo er kann. Für ihn sei die Gartenarbeit nicht wirklich eine Arbeit, sondern vielmehr ein Lebensgefühl.

Foto: NiemeyerFoto: Niemeyer

Im vergangenen Jahr dürfte ihm zumindest für einen kurzen Moment das Herz in die Hose gerutscht sein. Im Beet neben dem Gleisbett entdeckte Köhler einen metallischen Gegenstand, der ihm nicht ganz geheuer war. Eine Weltkriegsbombe? Der Rentner ging auf Nummer sicher, griff zum Telefon und alarmierte die Polizei. Die wiederum informierte ein Bombenräumkommando. Während die Beamten warteten, widmete sich Köhler weiter seinem Garten, wie er sagt. Schließlich gaben die Bombenexperten Entwarnung und nahmen den verdächtigen Gegenstand mit. 

Köhler sucht Sprayer für Wand

Einen wirklichen Plan habe Köhler gar nicht, wenn er sich an die Arbeit macht. "Wenn man anfängt, kommt der Plan von ganz alleine", sagt der 71-Jährige, der in wenigen Tagen Geburtstag feiert. Zwischen Gemüsebeet und Blühstreifen hat er einen kleinen Fluss gegraben, über den der viele Regen der letzten Tage abfließen kann. Umrandet hat er ihn mit Steinen und Ästen, die er in der Umgebung gefunden hat. Auch Wildkirschen zieren mittlerweile sein kleines Beet. 

Sein nächstes Projekt hat Köhler bereits ins Auge gefasst: eine etwa 20 Meter lange Wand entlang der Siedlungsstraße. Das „wildwuchernde“ Efeu hat er bereits entfernt. Nun möchte er die Wand bemalen lassen. Wie genau das ablaufen soll, da ist er sich noch nicht ganz sicher. Er würde gerne mit einem Maler oder Sprayer darüber sprechen, vielleicht brauche er auch einen Sponsor.

Foto: NiemeyerFoto: Niemeyer

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