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Gemeinde sucht Ideen für altes Müllerhaus

Das denkmalgeschützte Ensemble um die Ebkensche Windmühle in Barßel soll verkauft oder verpachtet werden. Dazu hat die Gemeinde nun ein Exposé entwickelt und hofft auf viele Interessenten.

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Hoffen auf viele Interessenten mit Ideen: Bauamtsmitarbeiterin Maja Peters und Bürgermeister Nils Anhuth zeigen vor dem Müllerhaus das Exposé, in dem Geschichte und sämtliche Daten des Hauses erfasst sind. Foto: M. Passmann

Hoffen auf viele Interessenten mit Ideen: Bauamtsmitarbeiterin Maja Peters und Bürgermeister Nils Anhuth zeigen vor dem Müllerhaus das Exposé, in dem Geschichte und sämtliche Daten des Hauses erfasst sind. Foto: M. Passmann

Seit Sommer 2019 ist die Gemeinde Barßel im Besitz des Ensembles um die Ebkensche Windmühle aus dem Jahre 1717. Hierzu zählen die Windmühle sowie das angrenzende Müllerhaus mit seinen Nebengebäuden.

Um die Mühle kümmert sich seitdem der "Arbeitskreis Mühle". Das Müllerhaus steht allerdings zurzeit leer. Zuletzt wurde darin Gastronomie betrieben. Bei einer früheren Bürgerbeteiligung kristallisierte sich die erneute Nutzung für eine Gastronomie und mögliche Kulturveranstaltungen heraus. Auch die Planungsgruppe Brakenhoff aus Westerstede hatte ein entsprechendes Nutzungskonzept entwickelt. Es folgte eine Ideenfindung, bei der sich die Barßeler Politiker auch umliegende Mühlen anschauten. Im Gespräch waren dabei eine Gaststätte mit Übernachtungsmöglichkeiten, Bau von Apartments, Jugendherberge und vieles mehr.

Doch alle Entwürfe, Konzepte und Ideen konnten oder wurden bis heute nicht umgesetzt. Das soll sich nun ändern. Nach einem Votum der politischen Gremien der Gemeinde Barßel können jetzt auch Vereine, Gruppen, Institutionen und alle Interessierten mögliche Nutzungskonzepte für das Müllerhaus vorlegen.

Auch der Bürger- und Heimatverein hat Interesse am Gebäude

"Die Ratsgremien erachten es als sinnvoll, dass die Mühle und das Gerätehaus weiterhin vom Arbeitskreis Mühle betreut werde", sagte Bürgermeister Nils Anhuth bei einem Pressegespräch vor Ort. Das Müllerhaus mit seinen Nebengebäuden soll demnach jedoch an einen geeigneten Nutzer verkauft werden, der die Gebäude so gestaltet, dass sie für die Allgemeinheit nützlich sein sollen.

Mittlerweile hat auch der Bürger- und Heimatverein Barßel Interesse an der Nutzung des unter Denkmalschutz stehenden Gebäude bekundet. "Nun soll alles auf den Tisch kommen", sagte Anhuth weiter. Damit fängt der Prozess wieder von vorne an.

Damit die möglichen Interessenten einen Eindruck der Gebäude erhalten, wurde ein Exposé entwickelt, in dem die Geschichte des Müllerhauses sowie die Stammdaten, Grundrisse und Vorteile des Ensembles aufgeführt werden. Das neue Exposé kann auf der Internetseite der Gemeinde Barßel abgerufen werden. "Am Gebäude hat natürlich der Zahn der Zeit genagt", gab der Bürgermeister zu. Vor einer neuen Nutzung sei eine Kernsanierung sicherlich erforderlich.

Der Rat trifft die endgültige Entscheidung

Zur Finanzierung einer solchen Sanierung machte Barßels Bürgermeister keine konkreten Aussagen. "Die Kosten müssten dann genau ermittelt werden. Dabei spielt auch der Denkmalschutz eine Rolle. Im Haushalt waren schon einmal rund eine Millionen Euro eingeplant. Doch damit dürfte man bei den heutigen Preisen wohl nicht mehr hinkommen", gab Anhuth zu Bedenken. Nach wie vor würden sich die Räumlichkeiten durchaus für einen Gastronomiebetrieb anbieten. "Insbesondere auch wegen eines Saalbetriebes, den es in Barßel derzeit nicht mehr gibt", wünschte sich Anhuth.

Ob es nach den eingehenden Nutzungskonzepten zu einem Verkauf oder zu einer Verpachtung kommt – die Entscheidung wird der Rat der Gemeinde Barßel treffen. Denn die Ratsmitglieder müssen letztendlich entscheiden, wie das Müllerhaus bespielt werden soll.


Fakten:

  • Wer Interesse an der Nutzung hat, kann sich mit einem aussagekräftigen Konzept und einer konkreten Kaufpreisvorstellung oder Pachtvorstellung an die Gemeinde Barßel wenden. Stichtag ist der 28. Februar 2023.
  • Ansprechpartnerin ist Maja Peters im Bauamt der Gemeinde Barßel (E-Mail an peters@barssel.de oder Telefon 04499/8142).
  • Das Konzept kann per E-Mail oder Post zu ihren Händen eingereicht werden.
  • Die Immobilien können bei Interesse auch besichtigt werden.

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