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Gemeinde Garrel legt fest, ob Bäume gefällt werden dürfen

Regelmäßig bitten Bürger darum, dass kommunale Straßenbäume gefällt werden sollen. Um dabei ein festes Regelwerk zu haben, hat die Gemeinde Garrel einen Grundsatzbeschluss vorbereitet.

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Solange die kommunalen Straßenbäume vital und verkehrssicher sind, sollen sie nicht gefällt werden dürfen. Symbolbild: Hoff

Solange die kommunalen Straßenbäume vital und verkehrssicher sind, sollen sie nicht gefällt werden dürfen. Symbolbild: Hoff

Immer wieder trudeln bei der Gemeinde Garrel Anträge von Bürgern mit der Bitte ein, gemeindeeigene Straßenbäume fällen zu lassen – mit der Begründung, dass das Wurzelwerk das private Eigentum beschädige oder dass die Bäume durch Laub und Früchte die Dachrinnen und Gärten verdreckten. Zudem werden der Schattenwurf, die Größe der Bäume und die daraus resultierende Gefahr, dass sie bei Stürmen umkippen und auf die Gebäude fallen könnten, als weitere Argumente genannt.

Die Verwaltung hat daher jetzt einen Grundsatzbeschluss vorbereitet, der den Umgang mit gemeindeeigenen Straßenbäumen regeln soll. "Dadurch erhalten die Antragsteller von uns eine schnellstmögliche Entscheidung, da seitens der politischen Vertreter eine eindeutige Linie vorgegeben wird", erklärte Bauamtsleiter Ewald Bley in der Sitzung des Umwelt-, Wirtschafts,- und Digitalisierungsausschusses. 

Schattenwurf ist kein geeignetes Argument

Kein Grundstückseigentümer müsse demnach das Eindringen von Wurzeln auf sein Grundstück hinnehmen, stattdessen dürfe er, nachdem er dem Straßenbaulastträger Bescheid gegeben habe, die Wurzeln abschneiden. "Verschmutzung durch Laub oder Früchte sollten nicht als Begründung für die Beseitigung eines kommunalen Straßenbaumes gelten", machte Bley deutlich. Die ortsübliche Menge an Laub, die von einem Grundstück des Nachbarn stammt, sei ein zumutbares Maß und müsse somit hingenommen werden. Ebenfalls sollte der Schattenwurf durch einen Baum kein geeignetes Argument für die Fällung eines Baumes sein.

Auch bei vitalen und verkehrssicheren Bäumen gebe es keine Garantie, dass sie bei extremem Sturm nicht umstürzen. In solchen Fällen treffe die Kommune jedoch kein Verschulden. Stattdessen werde höhere Gewalt als Begründung angeführt, weswegen mögliche Schäden im Vorfeld durch den jeweiligen Grundstückseigentümer abzusichern seien. 

Robke: Einen vitalen Baum zu fällen, ist ein "Unding"

Grundsätzlich sollten daher vitale und verkehrssichere Bäume nicht gefällt werden dürfen. Bei besonderen Einzelfällen, etwa bei extremen Beschädigungen, bestehe die Möglichkeit, den Vorgang durch den Fachausschuss, eventuell unter Hinzuziehung eines Sachverständigen, bewerten zu lassen, sagte Bley.

Heike Robke (SPD) betonte, dass es ein "Unding" sei, einen vitalen Baum zu fällen. "Jeder Baum ist lebensnotwendig", sagte er. Dem stimmte auch Stefan Meyer (CDU) zu: "Alles, was augenscheinlich in Ordnung ist, sollte erhalten bleiben." Kurzum: Das Gremium war sich einig und stimmte für den Grundsatzbeschluss.

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