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Gemeinde Cappeln reagiert: Potenziellen Vandalen drohen Bußgelder

Die Gemeinde Cappeln hat jetzt eine Benutzungs-Satzung für öffentliche Plätze. Wer dagegen verstößt, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Das soll vor Zerstörungen und Verschmutzungen schützen.

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Bänke beschädigt, Hütte beschmiert: Der Grillpavillon auf dem Cappelner Dorfplatz ist oft das Ziel von Vandalen. Foto: Heinrich Kaiser

Bänke beschädigt, Hütte beschmiert: Der Grillpavillon auf dem Cappelner Dorfplatz ist oft das Ziel von Vandalen. Foto: Heinrich Kaiser

Idylle pur herrscht rund um den Teich am Dorfplatz in Cappeln. Trauerbirken neigen sich über das Ufer. Im Wasser schnattern Enten und schlagen ausgelassen mit den Flügeln. Die Sonne sorgt an diesem Herbstmorgen mit ihren Schattenwürfen für Stimmung. Alles lädt dazu ein, hier eine Zeit lang die Seele baumeln zu lassen.

Der Ort eignet sich auch hervorragend, um mit Freunden oder Verwandten bei Bratwurst und Kaltgetränk einen geselligen Nachmittag oder Abend zu verbringen. Dafür haben die Gemeinde und der Heimatverein eine Grillhütte mit Feuerstelle, Tischen und Bänken aufgestellt. Doch offenbar gibt es Menschen, die diese Art von Gemeinsinn nicht zu schätzen wissen, und lassen ihrer Zerstörungswut freien Lauf. Rückenlehnen von Bänken fehlen, die Innenwände der Grillhütte sind zerkratzt und beschmiert, auf einem Hinweisschild des Heimatvereins, wie die Hütte zu benutzen ist, hat jemand obszöne Zeichnungen und Nachrichten hinterlassen.

Eindringliche Appelle, die Anlage pfleglich zu behandeln, nützten nichts. Stattdessen wurde das Schild des Heimatvereins verunstaltet. Foto: Heinrich KaiserEindringliche Appelle, die Anlage pfleglich zu behandeln, nützten nichts. Stattdessen wurde das Schild des Heimatvereins verunstaltet. Foto: Heinrich Kaiser

Aber Vandalismus ist nicht nur am Dorfplatz in Cappeln zu beklagen. Auch auf den Schulhöfen und Sportplätzen der Gemeinde müssen die Mitarbeiter des Bauhofes immer wieder feststellen, dass Anlagen ramponiert, Wände verunstaltet und Müll einfach in die Gegend geworfen wurde. Ärgerlich sind auch die Hinterlassenschaften von Hunden.

Wer dabei erwischt wird, etwas kaputt gemacht zu haben, muss mit einer Strafanzeige rechnen. Doch die Gemeinde hatte bislang keine Handhabe, schon im Vorfeld dafür zu sorgen, dass es gar nicht erst dazu kommt. Denn sie hatte keine rechtliche Handhabe. Die Kommune berief sich zwar auf ihr Hausrecht und wies auf Schildern darauf hin, dass die Plätze sauber hinterlassen und zu bestimmten Zeiten verlassen werden müssen. Doch das half wenig. Deshalb hat die Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG) schon im März vergangenen Jahres beantragt, dass die Verwaltung die Nutzung der Schul- und Sportflächen, der öffentlichen Spielplätze und des Dorfplatzes in Cappeln in einer Satzung regelt. Dieses Regelwerk ist inzwischen fertig, und der Gemeinderat hat sie in seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen. Wer dagegen verstößt, begeht eine Ordnungswidrigkeit und muss gegebenenfalls ein Bußgeld bezahlen.

Auch an den Innenwänden des Pavillons haben sich Unbekannte ausgetobt. Foto: Heinrich KaiserAuch an den Innenwänden des Pavillons haben sich Unbekannte ausgetobt. Foto: Heinrich Kaiser

„Das ist ein wirksames Mittel gegen Vandalismus. Wir können in Zukunft gezielter dagegen vorgehen“, meint Cappelns Bürgermeister Marcus Brinkmann, der sich gemeinsam mit Bauhofleiter Manfred Joppich ein Bild von den Zuständen an den öffentlichen Plätzen, vor allem rund um die Grillhütte, gemacht hat. Berufen kann sich die Verwaltung nun auf die Benutzungsordnungen, die genau regeln, was auf den gemeindlichen Schulhöfen, auf den Sportgeländen und auf dem Dorfplatz in Cappeln erlaubt und vor allem verboten ist. Das betrifft zum Beispiel die Öffnungszeiten, das Verbot von Alkohol und Drogen, die Vermeidung von Lärm, den Leinenzwang für Hunde, wo sie zugelassen sind (nicht auf Schulhöfen), oder das Verbot von offenem Feuer mit Ausnahme der Grillhütte auf dem Dorfplatz.

Eine Benutzungssatzung, die ungewolltes Verhalten auf den Flächen beim Dorfplatz und Sportplatz in Cappeln, auf den Anlagen der Oberschule und der Grundschule in Cappeln sowie auf dem Gelände, den Außenanlagen und dem Gebäude der Grundschule in Sevelten/ Elsten steuern könnte und die in Cappeln bisher nicht existierte, sei in vielen Kommunalverwaltungen seit Jahrzehnten fester Bestandteil der gemeindlichen Satzungshoheit, hatte die UWG in ihrem Antrag angeführt. Auch wichtige haftungsrechtliche Fragen sollten dort geregelt und festgehalten werden.

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